À la une · 06.04.2023 13:57
🔴 11. großer Mobilisierungstag gegen die Rentenreform / Ausschreitungen
Der Demonstrationszug in Paris setzte sich am elften Tag der Mobilisierung gegen die geplante Rentenreform kurz nach 14 Uhr von der Esplanade des Invalidendoms aus in Bewegung. Außerdem ordnete das Verwaltungsgericht Rouen in einer...
Der Demonstrationszug in Paris setzte sich am elften Tag der Mobilisierung gegen die geplante Rentenreform kurz nach 14 Uhr von der Esplanade des Invalidendoms aus in Bewegung. Außerdem ordnete das Verwaltungsgericht Rouen in einer einstweiligen Verfügung die Aussetzung der Zwangsverpflichtung streikender Arbeiter der TotalEnergies-Raffinerie in Gonfreville-L'Orcher im Departement Seine-Maritime an.
Hunderttausende Menschen werden am Donnerstag, dem 6. April, in den Straßen Frankreichs erwartet, um gegen die Rentenreform zu protestieren.
Dieser erneute nationale Protesttag wird zeigen, ob die Bewegung an Schwung verliert oder im Gegenteil wieder auflebt, nachdem Regierung und Gewerkschaften auf ihren Positionen beharren.
Der Streik findet einen Tag nach einem mißglückten Treffen zwischen Elisabeth Borne und den Gewerkschaften statt, das laut den Gewerkschaften ein "Misserfolg" war.
Das Umfeld von Emmanuel Macron schob die Schuld für das Scheitern des Dialogs den Gewerkschaften zu, insbesondere der CFDT, die "nicht in einen Kompromiss eintreten" wollte.
Bei mehreren Demonstrationszügen in Frankreich kam es am Mittag zu Spannungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften, so etwa in Nantes, Rennes und Belfort.
Das Verwaltungsgericht Rouen ordnete in einer einstweiligen Verfügung an, dass der Beschluss zur Zwangsverpflichtung von Streikenden in der TotalEnergies-Raffinerie in Gonfreville-L'Orcher (Seine-Maritime) ab Donnerstag 12.30 Uhr ausgesetzt wird.
Fast 20 % der Mitarbeiter der EDF streiken
Bei der EDF, wo an den ersten Mobilisierungstagen etwa jeder zweite Bedienstete gestreikt hatte, ließ die Beteiligung an diesem Donnerstag mit 19,9 % Streikenden nach, wie die Geschäftsleitung mittags mitteilte.
Der Energiesektor, der die Abschaffung des Sonderrentensystems der Strom- und Gasindustrie befürchtet, gehört zu denjenigen, die am stärksten gegen die Reform protestieren.
Die CGT zählte 400.000 Demonstranten in Paris, ein leichter Rückgang im Vergleich zum vorherigen Aktionstag.
Rund 400.000 Menschen demonstrierten laut der Gewerkschaft CGT am Donnerstag in Paris anlässlich des elften Tags der Mobilisierung gegen die Rentenreform, wie die CGT der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Die Zahlen der Behörden liegen noch nicht vor. Die Teilnahme war also etwas geringer als am letzten Aktionstag, dem 28. März, als die CGT 450.000 Demonstranten in der Hauptstadt gemeldet hatte und die Behörden 93.000.
Tendenz zur Kurzatmigkeit in den Demonstrationszügen in ganz Frankreich.
Die Beteiligung bei den Demonstrationen schwindet in ganz Frankreich. Die Zahlen seien "nicht die höchsten seit Beginn" der Protestbewegung, räumte der Vorsitzende der CFDT, Laurent Berger, an der Spitze des Pariser Demonstrationszuges ein.
In Rennes, sonst Hochburg der Proteste, zählte die Präfektur heute nur 8.500 Demonstranten und die Gewerkschaften 20.000.
Die gleiche Tendenz zeigte sich in anderen Städten wie Nantes (15.000 bis 50.000 Menschen) und Brest (10.000 bis 18.000), aber auch im Süden in Nizza (2.400 bis 20.000) und Marseille (10.000 bis 170.000) oder im Zentrum in Clermont-Ferrand (7.500 bis 20.000).
Einige Städte verzeichneten jedoch eine ähnlich hohe Beteiligung wie am 28. März, insbesondere in Lyon (13.000 bis 30.000) und Perpignan (4.700 bis 15 000).
Ein Teil der Rhône-Schifffahrt durch Streikende blockiert
Dutzende Schiffe können seit drei Wochen nicht mehr zwischen Marseille und Lyon verkehren, weil Streikende der Compagnie nationale du Rhône (CNR) zwei Rhône-Schleusen blockiert halten. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP von den Gewerkschaften und der Geschäftsleitung.
Zahlreiche streikende Arbeitnehmer, die ab dem 5. März Wartungsarbeiten an den Schleusen von Reventin-Vaugris (Isère) und Bollène (Vaucluse) durchführen sollten, insbesondere die Instandsetzung der Fülltanks, streiken aus Protest gegen die Rentenreform und verhindern die für den 16. März geplante Wiedereröffnung der Schleusen.
In Paris setzen Demonstranten ein Restaurant in Brand:
Nach Angaben der Straßburger Polizeipräfektur kam es im Stadtteil Kruteneau zu Zusammenstößen:
In Toulouse kommt es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei:
Bilder vom Demonstrationszug in Lille:
Auf der Strecke der Straßburger Demonstration wurden riesige Banner an Platanen aufgehängt:
In Bastia zählten die Gewerkschaften am Donnerstag etwa 1.500 Demonstranten.
"Macron, es ist immer noch nein! 64 Jahre, es ist immer noch nein!", skandierten die Demonstranten im Pariser Demonstrationszug.
Die Europaabgeordnete von La France insoumise, Manon Aubry, meldet sich aus dem Pariser Demonstrationszug zu Wort:
Teilnahme an den Streiks in Krankenhäusern und Gebietskörperschaften am Mittag leicht gestiegen
Die Zahl der Beamten, die gegen die Rentenreform streikten, stieg am Donnerstag leicht an. Die Streikquote in den Gebietskörperschaften und Krankenhäusern lag um 0,5 Prozentpunkte höher als am letzten Mobilisierungstag, dem 28. März.
Im öffentlichen Dienst der Gebietskörperschaften (ca. 2 Millionen Beschäftigte) lag die Streikquote nach Angaben des Ministeriums für den öffentlichen Dienst bei 3,9 %, gegenüber 3,4 % am 28. März zur Mittagszeit. Im öffentlichen Dienst der Krankenhäuser (1,2 Millionen Beschäftigte) stieg sie auf 5,9 %, gegenüber 5,4 % am vorangegangenen Mobilisierungstag.
Im größten Bereich des öffentlichen Sektors, dem Staatsdienst (2,5 Millionen Beschäftigte), war die Streikquote hingegen genauso hoch wie am 28. März und lag am Mittag bei 6,5 %.
Konfrontation in Nantes zwischen Ordnungskräften und Demonstranten.