Tag & Nacht

In der Normandie laufen die Gedenkfeiern auf Hochtouren, denn am Donnerstag, dem 6. Juni, wird das 80. Jubiläum der Landung gefeiert. Premierminister Gabriel Attal hat aus diesem Anlass Utah Beach besucht und war Gast der Sendung „4 Vérités“.

Am 6. Juni 1944 landeten amerikanische Truppen an den Stränden der Normandie, um den Hafen von Cherbourg zurückzuerobern und die Befreiung Frankreichs einzuleiten. Bei den Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag der Landung würdigt Premierminister Gabriel Attal den Mut der jungen Soldaten. „Der Mut dieser 18- bis 20-Jährigen, die in ein fremdes Land gekommen sind, um für ihr Ideal zu kämpfen, macht einen bescheiden.“

Ein Ideal der Freiheit, das der Regierungschef heute in einem Kontext starker politischer Instabilität und des Wiederauflebens des Krieges in Europa beschwört. „Was das Schlimmste in Frankreich all die Jahre verhindert hat, ist Europa“, betont Gabriel Attal. Wenige Tage vor den Europawahlen am 9. Juni unterstreicht der Premierminister, dass die Europäische Union und internationale Zusammenarbeit entscheidend für die Wahrung des Friedens sind. „Wenn man sich zurückzieht, wird man verletzlicher“, meint er.

„Russland ist der Aggressor“

Von Utah Beach aus sprach der französische Premierminister auch über den Krieg in der Ukraine. „Wir werden weiterhin an der Seite der Ukrainer stehen“, bekräftigt er, obwohl der Einsatz französischer Truppen in der Ukraine ausgeschlossen sei. „Ein solcher Plan existiert nicht.“

Allerdings könnten französische Ausbilder in die Ukraine geschickt werden, um die Soldaten von Wolodymyr Selenskyj zu trainieren. Russland hat angedeutet, dass es auch diese Ausbilder nicht von Angriffen ausnehmen würde. „Russland ist verantwortlich für Cyberangriffe, Destabilisierung, Einmischung auf unserem Boden (…) Russland ist der Aggressor“, verurteilt Gabriel Attal.

Die Feierlichkeiten zum D-Day erinnern nicht nur an historische Ereignisse, sondern unterstreichen auch die Bedeutung der europäischen Einheit und Zusammenarbeit in einer Zeit, in der alte Bedrohungen wieder auftauchen. Welche Lehren ziehen wir aus der Geschichte, und wie können wir sicherstellen, dass wir aus der Vergangenheit lernen? Die Worte von Gabriel Attal sind eine deutliche Erinnerung daran, dass Isolation und Nationalismus keine Lösungen bieten – Europa und internationale Kooperation hingegen schon.

Den jungen Soldaten von 1944 wurde ein Dank ausgesprochen, der auch als Mahnung dient: Ihre Opfer und ihr Mut haben uns die Freiheit gebracht, die wir heute genießen. Es liegt an uns, diese Freiheit zu bewahren und sie gegen neue Bedrohungen zu verteidigen. Ein starkes Europa ist mehr als nur eine politische Konstruktion – es ist ein Garant für Frieden und Stabilität in einer unruhigen Welt.


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