Bardella begrüßt Le-Pen-Kandidatur für 2027 – und stellt sich als Frontmann der Kampagne auf
La Flèche - 08.07.2026: Jordan Bardella hat am Mittwoch bei einem gemeinsamen Auftritt mit Marine Le Pen in La Flèche (Département Sarthe) bekräftigt, er freue sich, dass Le Pen „unsere Farben tragen könne“ – gemeint ist die Kandidatur des Rassemblement National (RN) für die Präsidentschaftswahl 2027. Er empfinde „weder Erleichterung noch Enttäuschung“ darüber, selbst nicht anzutreten, sagte der Parteichef. Man werde „Hand in Hand“ arbeiten, um den RN frühzeitig kampagnenfähig zu machen.Der Auftritt erfolgte vor dem Hintergrund der jüngsten Entscheidung der Berufungsinstanz im Fall um mutmaßlich unrechtmäßig beschäftigte Assistenten von Europaabgeordneten. Das Urteil hat eine neue Debattenrunde über die politische Zukunft Le Pens ausgelöst. Aus dem RN hieß es, ein möglicher Gang zur Cour de cassation setze die unmittelbaren Folgen der Berufungsentscheidung aus. Le Pens Umfeld verweist darauf, dass Rechtsmittel den Wahlkalender nicht zwangsläufig beeinträchtigen, betont aber, man bereite parallel die organisatorische Seite des Wahlkampfs vor.Bardella stellte die Rollenverteilung als abgestimmt dar: Le Pen stehe für Erfahrung, Bekanntheit und die Fähigkeit, den Markenkern des RN zu verkörpern. Er selbst wolle die Partei im Feld halten, Termine takten und – sollte Le Pen 2027 gewinnen – eine Rolle in der Exekutive übernehmen. Solche Arbeitsteilungen hat der RN in der Vergangenheit bereits praktiziert, wenn auch in wechselnder Intensität zwischen der Familie Le Pen und jüngeren Führungspersonen.Die Reaktionen fallen erwartbar gegensätzlich aus. Für Anhängerinnen und Anhänger des RN signalisiert Le Pens Ankündigung Stabilität. Gegner verweisen auf die juristische Lage und stellen die Frage,...
Lesen 08.07.2026 14:30Nach Berufungsurteil: Marine Le Pen bekräftigt Kandidatur und kündigt Gang vor den Kassationshof an
Paris - 08.07.2026: Marine Le Pen hat einen Tag nach ihrer Verurteilung im Berufungsverfahren zur Affäre um mutmaßliche Scheinbeschäftigungen von Assistenten im Europäischen Parlament ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2027 bekräftigt und zugleich ein Rechtsmittel vor dem Kassationshof angekündigt. „Ich spiele nicht auf Zeit“, sagte sie vor Journalistinnen und Journalisten und betonte, sie wolle den Rechtsweg vollständig ausschöpfen. Begleitet wurde sie bei einem ersten Auftritt in der Sarthe von Jordan Bardella, der an ihrer Seite Geschlossenheit signalisierte.Die Cour d'appel de Paris hatte am 7. Juli ein Strafmaß bestätigt, das nach übereinstimmenden Medienberichten im Vergleich zur ersten Instanz teilweise reduziert wurde. Gegenstand des Verfahrens sind Zahlungen...
Lesen 08.07.2026 09:24Nach Berufungsurteil: Marine Le Pen kündigt Kassationsbeschwerde an und bekräftigt Präsidentschaftsbewerbung
La Flèche - 08.07.2026: Die Cour d'appel de Paris hat Marine Le Pen am 7. Juli 2026 im Berufungsverfahren im Zusammenhang mit der Affäre um EU-Parlamentsassistenten schuldig gesprochen. Nach Gerichtsangaben wurden über Jahre hinweg Mitarbeitende, die aus Mitteln des Europäischen Parlaments bezahlt wurden, de facto für Parteiaufgaben des damaligen Front National eingesetzt. Damit bestätigte das Berufungsgericht im Kern die Feststellungen des Tribunal judiciaire de Paris aus dem Jahr 2025, die bereits von umfangreichen Rückforderungen und strafrechtlichen Sanktionen ausgingen.Die in Paris verhängten Strafen umfassen laut Urteil Geldbußen sowie Freiheitsstrafen mit teilweisem Vollzug und Bewährungsanteilen. Zudem wurde eine zeitweilige Unfähigkeit ausgesprochen, öffentliche Ämter auszuüben. Die genaue Dauer...
Lesen 02.07.2026 09:26Cour de révision kippt Urteil gegen Dany Leprince und lässt neuen Prozess ansetzen
Thorigné-sur-Dué - 02.07.2026: In einer seltenen und folgenreichen Entscheidung hat die französische Cour de révision am Donnerstag die Verurteilung von Dany Leprince aufgehoben und den Weg für ein neues Strafverfahren frei gemacht. Der Fall betrifft die Tötung von vier Mitgliedern der Familie Leprince im September 1994 in Thorigné-sur-Dué (Departement Sarthe), die in Frankreich seither als einer der aufsehenerregendsten Kriminalfälle der 1990er Jahre gilt.1997 war Dany Leprince von einer Cour d’assises zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der heute 69-Jährige bestreitet die Taten seit Langem und hatte mehrfach Anträge auf Revision gestellt. Die zuständige Kommission hatte die aktuelle Eingabe geprüft und der Höchstinstanz vorgelegt, die nun die Verurteilung annullierte. Die Aufhebung bedeutet keinen Freispruch, sondern die Rückverweisung an die zuständigen Instanzen zur erneuten Beweisaufnahme und Entscheidung.Nach übereinstimmenden Darstellungen in Justizkreisen sind Urteilsaufhebungen dieser Art in Frankreich äußerst selten; seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat nur eine sehr geringe Zahl von Revisionsverfahren zu einem neuen Prozess geführt. Die Richterinnen und Richter begründen ihren Schritt mit neu aufgetauchten oder bislang unzureichend gewürdigten Elementen....
Lesen 27.06.2026 01:46Nach der Hitzewelle: Starke Gewitter im Westen Frankreichs
Paris - 27.06.2026: Nach einer intensiven Hitzewelle, die Frankreich in den vergangenen Tagen erlebte, hat sich das Wettergeschehen im Westen des Landes dramatisch gewandelt. Ab dem Abend des 25. Juni zogen heftige Gewitterfronten auf, die mit starken Regenfällen, Hagel und Windböen von bis zu 100 km/h einhergingen. Diese Wetterumschwünge betrafen insbesondere die Regionen Bretagne, Pays de la Loire und Normandie.Die französische Wetterbehörde Météo-France hatte bereits am 25. Juni vor der bevorstehenden Wetterverschlechterung gewarnt. In einer Mitteilung hieß es, dass eine atlantische Depression auf die heiße Luftmasse traf und Gewitter auslöste, die sich von Nordwesten nach Südosten ausbreiten würden. Besonders betroffen waren die Départements Aisne, Calvados, Eure, Eure-et-Loir, Loire-Atlantique, Manche, Mayenne, Nord, Oise, Orne, Pas-de-Calais, Sarthe, Seine-Maritime, Somme und Vendée.Die Gewitterfronten brachten nicht nur heftige Regenfälle, sondern auch Hagel und starke Windböen mit sich. In einigen Regionen wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h gemessen. Diese Bedingungen führten zu Überschwemmungen, umgestürzten Bäumen und beschädigten Gebäuden. Die Behörden riefen die Bevölkerung zur Vorsicht auf und empfahlen, bei Unwettern Schutz in Gebäuden zu...
Lesen 19.02.2026 10:05Sabotage im Département Sarthe: Als plötzlich das Telefon-Netz verstummte
Es brauchte nur einen gezielten Eingriff – und plötzlich war Stille. Im Süden des Départements Sarthe standen am Mittwoch, dem 18. Februar 2026, mehr als 11.000 Kundinnen und Kunden des Telekommunikationsanbieters Orange ohne Mobilfunk, Internet und Festnetztelefonie da. Kein Klingeln, kein Signal, kein digitales Lebenszeichen. Was zunächst wie eine technische Panne wirkte, entpuppte sich rasch als gezielter Akt von Vandalismus. Der Vorfall nahm seinen Anfang am Dienstagabend gegen 20.30 Uhr in der Gemeinde Guécélard. Unbekannte versuchten dort, Kupferkabel zu stehlen – ein Delikt, das in Frankreich seit Jahren Konjunktur hat. Kupfer erzielt auf dem Schwarzmarkt beachtliche Preise, der Anreiz ist groß. Doch in diesem Fall...
Lesen 11.10.2022 08:13Landwirtschaft: Die Safranernte hat im Departement Sarthe begonnen
Im Departement Sarthe begann am Montag, dem 10. Oktober, die Safranernte. Ein Produzent zeigt, wie er die zarte Blume erntet, deren Stempel eines der teuersten Gewürze der Welt ist. In Saint-Célerin (Sarthe) begann am Montag, dem 10. Oktober, die Ernte der Safranblüten. "Es ist die Kühle der Nacht, die die Blume stimuliert und sie dazu bringt, herauszukommen", erklärt der Landwirt Benoît Jardin auf dem Sender France 3. Der Landwirt muss früh aufstehen, um die Blüten zu pflücken. Früh am Morgen werden 70% der Blüten geerntet. Die 2.000 m2 große Fläche wird jeden Tag von Hand abgeerntet. "Safran ist nur der Stempel der Blume, der meistens...
Lesen 10.07.2026 09:18Frankreich aktiviert erstmals den ORSEC-Plan für extreme Hitze
Frankreich reagiert auf eine neue Dimension sommerlicher Extremwetterereignisse. Angesichts einer anhaltenden Hitzewelle hat die Regierung am 10. Juli erstmals den neu geschaffenen ORSEC-Notfallplan „Chaleurs extrêmes“ aktiviert. Das Instrument soll den Zivilschutz besser auf außergewöhnliche Hitzeperioden vorbereiten und insbesondere gefährdete Bevölkerungsgruppen schützen. Die Entscheidung markiert einen weiteren Schritt in der Anpassung staatlicher Krisenvorsorge an die zunehmenden Folgen des Klimawandels. Erstmals landesweiter Einsatz des neuen Notfallplans Mit der Aktivierung des ORSEC-Plans für extreme Hitze reagiert die französische Regierung auf die Verschärfung der Wetterlage in mehreren Landesteilen. Betroffen sind zunächst alle Départements, für die Météo-France die höchste Warnstufe „Rot“ ausgerufen hat. Regierungssprecherin Maud Bregeon kündigte an, dass zusätzliche...
Lesen 15.05.2026 08:29Hochsicherheitsgefängnis Condé-sur-Sarthe: Sieben Häftlinge klagen gegen ihre Haftbedingungen
Im französischen Hochsicherheitsgefängnis Condé-sur-Sarthe verschärft sich der Konflikt zwischen Sicherheitslogik und rechtsstaatlichen Prinzipien. Sieben Insassen der Haftanstalt haben Verwaltungsgerichte angerufen, um gegen ihre aktuellen Haftbedingungen vorzugehen. Sie werfen der Gefängnisverwaltung ein Regime extremer Isolation, dauerhafter Einschränkungen und systematischer Entmenschlichung vor. Der Fall sorgt in Frankreich für erhebliche Aufmerksamkeit, weil Condé-sur-Sarthe längst zu einem Symbol der neuen sicherheitspolitischen Linie geworden ist, die Justizminister Gérald Darmanin verfolgt. Im Zentrum steht eine grundlegende Frage: Wie weit darf ein Staat im Namen der Sicherheit gehen, wenn er besonders gefährliche Straftäter kontrollieren will? Ein Gefängnis als Symbol staatlicher Härte Das Centre pénitentiaire d'Alençon-Condé-sur-Sarthe im Département Orne gehört zu den modernsten...
Lesen 06.05.2026 09:58Nach der Hitze kam der Hagel: Frankreich erlebt den Wettersturz
Noch vor wenigen Tagen saßen viele Menschen in Frankreich in T-Shirts auf Caféterrassen, als hätte der Sommer heimlich schon im Mai begonnen. Dann kippte die Stimmung abrupt. Dunkle Wolken schoben sich über den Himmel, Hagelkörner trommelten auf Autos und Dächer, Straßen verwandelten sich binnen Minuten in kleine Flüsse. Der Wetterumschwung traf das Land mit voller Wucht. Besonders betroffen waren am Dienstag mehrere Départements im Westen und Südwesten Frankreichs. Nach ungewöhnlich warmen Tagen entluden sich heftige Gewitterzellen zwischen Aquitanien, Centre und Teilen der Normandie. In manchen Orten prasselte der Regen so dicht herab, dass Anwohner kaum noch die gegenüberliegende Straßenseite erkennen konnten. „Es war so heftig“, berichteten Bewohner später fassungslos lokalen Medien. Ein Satz, kurz und nüchtern — und gerade deshalb eindringlich. Schon am Wochenende hatte sich die Lage angedeutet. In der Normandie standen Straßen unter Wasser, in Valmont in der Seine-Maritime schoben Schlammlawinen Erde und Geröll durch Wohngebiete. Feuerwehrleute rückten aus, Keller liefen voll, Gärten versanken im braunen Wasser. Besonders tückisch: Die Unwetter trafen oft nur einzelne Orte mit voller...
Lesen 06.05.2026 07:14Ein Monat Regen in nur 24 Stunden: Sarthe und Mayenne kämpfen gegen Wassermassen
Noch vor wenigen Tagen wirkte der Frühling im Nordwesten Frankreichs fast wie aus dem Bilderbuch. Viel Sonne, ungewöhnlich trockene Böden, milde Temperaturen — viele Menschen hatten bereits den Eindruck, der Sommer klopfe viel zu früh an die Tür. Doch dann kam der Wetterumschwung mit voller Wucht. Innerhalb weniger Stunden verwandelten sich die Départements Sarthe und Mayenne in eine riesige Regenzone. Meteorologen sprachen örtlich von Niederschlagsmengen, die normalerweise erst nach drei bis vier Wochen erreicht werden. Straßen glänzten im Dauerregen, Gräben liefen über, kleine Bäche schwollen sichtbar an. Der Himmel hing tief und grau über der Region — eher November als Mai. Météo-France reagierte schnell und...
Lesen 05.05.2026 10:14Gewitterfront über Frankreich: Wenn der Frühling seine unruhige Seite zeigt
Ein unbeständiger Dienstag legt sich über Frankreich – und zeigt einmal mehr, wie launisch der Frühling sein kann. Was am Morgen noch nach mildem Sonnenschein aussieht, kippt am Nachmittag in ein Schauspiel aus Starkregen, Hagel und stürmischen Böen. Besonders im Westen des Landes spitzt sich die Lage zu. Die Départements Sarthe und Mayenne stehen unter erhöhter Aufmerksamkeit: Météo-France hat dort die Warnstufe Orange ausgerufen. Der Grund liegt hoch über den Köpfen der Menschen – im Zusammenspiel gegensätzlicher Luftmassen. Warme, feuchte Luft strömt aus südlichen Regionen heran, während in der Höhe kühlere Luftschichten dominieren. Diese Mischung wirkt wie ein Zündfunke. Es entstehen mächtige Quellwolken, sogenannte Cumulonimbus,...
Lesen 24.03.2026 08:35Motoren, Genuss und Landluft – unterwegs bei der Rallye des Rillettes
Jedes Frühjahr verwandelt sich die Region Pays de la Loire in eine Bühne, auf der Vergangenheit und Gegenwart elegant ineinanderfließen. Zwischen sanften Hügeln, kleinen Dörfern und endlosen Landstraßen rollt ein Ereignis durch die Landschaft, das auf den ersten Blick charmant skurril wirkt – und sich dann als echtes Kulturerlebnis entpuppt: das Rallye des Rillettes. Klingt nach Essen? Ist es auch. Aber eben nicht nur. Hier treffen liebevoll restaurierte Oldtimer auf regionale Küche, entspannte Ausfahrten auf lebendige Begegnungen. Es geht nicht um Geschwindigkeit, nicht um Bestzeiten, sondern um das, was unterwegs passiert. Gespräche, Eindrücke, kleine Glücksmomente am Straßenrand. Und mal ehrlich – wann hast du zuletzt eine Reise erlebt, bei der der Weg tatsächlich das Ziel ist? Sehenswertes entlang der Strecke Die Route führt durch das Département Sarthe, eine Gegend, die viele höchstens vom berühmten 24 Stunden Rennen kennen. Doch abseits der Rennstrecke zeigt sich hier ein ganz anderes Gesicht – ruhiger, ursprünglicher, fast schon poetisch. Die Fahrt beginnt oft in der Nähe von Le Mans. Schon die ersten Kilometer lassen dich runterkommen. Schmale Straßen schlängeln sich durch Felder, kleine Wälder und verschlafene Orte. Hier wirkt nichts inszeniert, nichts geschniegelt – alles einfach echt. Ein kurzer Halt in einem Dorfplatz. Kopfsteinpflaster knirscht unter den Reifen, während ein paar Einheimische neugierig näherkommen. Ein älterer Herr nickt anerkennend, als eine Citroën Traction Avant vorbeigleitet. „So eine hatte mein Vater“, sagt er – und plötzlich wird aus einem Auto eine Erinnerung. Weiter geht’s. Die...
Lesen 03.03.2026 10:04Tödlicher Streit im Morgengrauen: Messerangriff erschüttert Dorf in der Sarthe
In der Nacht zum 2. März verwandelte sich ein Wohnhaus im kleinen Ort Tresson in einen Tatort. Ein 45-jähriger Mann lag dort leblos am Boden, getroffen von einem Messerstich in den Brustkorb. Die Staatsanwaltschaft von Le Mans bestätigte wenig später, was im Dorf längst wie ein Lauffeuer kursierte: Es handelt sich um ein mutmaßliches Tötungsdelikt innerhalb einer Partnerschaft. Der Tatort liegt am Ortsausgang, im Weiler Les Chevaleries, eingebettet in die stille Landschaft des Départements Sarthe. Felder, Hecken, ein paar verstreute Häuser – eine Gegend, in der sonst höchstens ein bellender Hund die Nacht durchbricht. Und nun Blaulicht. Als die Rettungskräfte eintrafen, befand sich der 55-jährige...
Lesen 05.01.2026 10:42Wenn der Winter zuschlägt – 26 französische Départements im Griff von Schnee und Eis
Der Winter zeigt in Frankreich sein raues Gesicht. Schnee, Eis und klirrende Kälte haben den Westen, den Norden und das Herz des Landes erreicht – mit einer Wucht, die selbst abgebrühte Pendler kurz innehalten lässt. Wer an diesem Montag unterwegs ist, spürt: Das hier ist kein harmloser Wintergruß, sondern eine Wetterlage, die Aufmerksamkeit fordert. Von der Atlantikküste bis in den Großraum Paris zieht sich ein breites Band aus Schneefall und Glätte. Météo-France spricht von teils kräftigen Schneefällen, die sich von der Bretagne über die Normandie bis ins Bassin parisien erstrecken. Auch die Pays de la Loire und das frühere Poitou-Charentes geraten ins Visier der Wetterdienste....
Lesen 30.10.2025 07:32Frankreichs Antwort auf die Drogenkriminalität: Neue Hochsicherheitsgefängnisse rechtlich bestätigt
Frankreich verschärft seinen Kurs gegen den organisierten Drogenhandel – nicht auf der Straße, sondern hinter Gittern. Mit der Entscheidung des Conseil d'État, dem höchsten Verwaltungsgericht des Landes, wurde der Weg frei für eine neue Form der Haftunterbringung: spezielle Hochsicherheitsabteilungen innerhalb bestehender Gefängnisse, in denen besonders gefährliche Drogenkriminelle unter Isolationsbedingungen untergebracht werden. Der erste dieser sogenannten "Quartiers de haute sécurité" (QHS) wurde kürzlich in Vendin-le-Vieil eröffnet und markiert den Auftakt zu einer ganzen Reihe geplanter Einrichtungen dieser Art. Ein neues Haftregime nach italienischem Vorbild Die gesetzliche Grundlage für das neue Haftregime wurde im April geschaffen, als das französische Parlament ein Gesetz zur Bekämpfung des Drogenhandels verabschiedete. Ziel ist es, die Kommunikationsfähigkeit inhaftierter Drogenbosse mit dem organisierten kriminellen Milieu außerhalb der Gefängnismauern gezielt zu unterbinden. Vorbild ist das italienische „41-bis“-Regime, das in den 1990er Jahren im Kampf gegen die Mafia eingeführt wurde. Dort wurden führende Mitglieder krimineller Organisationen durch drastische Isolationsmaßnahmen weitgehend von der Außenwelt abgeschottet – mit nachweisbarem Erfolg in der Zerschlagung mafiöser Strukturen. Frankreich überträgt nun dieses Prinzip auf die...
Lesen 21.08.2025 06:1310.000 Euro für ein Stück Dorfseele: Courgains kämpft um seine letzte Metzgerei
Im Norden des Départements Sarthe steht ein Dorf von 600 Einwohnern vor einer schlichten, aber existenziellen Frage: Wer übernimmt die letzte Boucherie-Charcuterie-Traiteur – und hält damit ein Stück Alltag am Laufen? Courgains setzt dafür eine ungewöhnliche Marke. Die Kommune lobt 10.000 Euro aus, damit ein Profi die Türen der Metzgerei weiter offenhält. Kein PR-Gag, sondern bitterer Ernst. Didier Lallier, seit 36 Jahren der Metzger des Ortes, plant seinen Ruhestand im November 2025. Drei Jahre lang suchte er vergeblich nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger. Ohne Erfolg. Das Dorf schaut jetzt nicht länger zu, wie ein zentraler Baustein lokaler Versorgung ins Wanken gerät. Bürgermeister Patrick Manuel zieht die Reißleine und verspricht eine einmalige Prämie für jene Person, die den Laden weiterführt. Eine klare Ansage – und ein Wagnis für den Gemeindehaushalt. Warum all der Aufwand? Weil eine Metzgerei in einem ländlichen Mikrokosmos viel mehr ist als ein Verkaufsraum. Sie ist Treffpunkt, Qualitätsgarant, Taktgeber für Feste, Vereinsleben, Familienfeiern. Wer in Courgains demnächst ein gutes Stück Rind, hausgemachte Rillettes oder einen Plattenservice für...
Lesen 11.07.2025 10:41Frankreich brennt: Diese Regionen sind am stärksten von Waldbränden bedroht
Jeden Sommer kämpft Frankreich gegen lodernde Flammen, die ganze Landstriche verwüsten. Der Klimawandel wirkt dabei wie ein Brandbeschleuniger. Während der Süden traditionell die höchsten Risiken trägt, geraten nun auch bislang verschonte Regionen ins Visier des Feuers. Welche Gebiete sind besonders gefährdet – und wie verändert sich die Landkarte der Brandrisiken? Der Süden: Altbekanntes Brandgebiet Ein Erlass vom 6. Februar 2024 klassifizierte die Wälder und Forste von 24 Départements als hochgradig brandgefährdet. Darunter: Provence-Alpes-Côte d’Azur – Bouches-du-Rhône, Var, Vaucluse, Alpes-Maritimes, Alpes-de-Haute-Provence, Hautes-Alpes Occitanie – Gard, Hérault, Aude, Ariège, Aveyron, Lozère, Tarn, Pyrénées-Orientales, Hautes-Pyrénées Nouvelle-Aquitaine – Gironde, Landes, Dordogne, Lot, Lot-et-Garonne, Pyrénées-Atlantiques Auvergne-Rhône-Alpes – Ardèche, Drôme Korsika...
Lesen 11.07.2025 05:50Sarthe: Zehn Monate Haft für falsche Enedis-Mitarbeiter – eine perfide Betrugsmasche
Le Mans. Es ist eine dieser Geschichten, die zeigen, wie leichtgläubig und verwundbar Menschen manchmal bleiben – trotz aller Warnungen vor Trickbetrügern. Zwei Männer im Alter von 24 und 27 Jahren sind vom Strafgericht Le Mans zu zehn Monaten Haft verurteilt worden. Ihr Verbrechen: Sie gaben sich als Mitarbeiter des Stromnetzbetreibers Enedis aus und betrogen 69 Menschen – vor allem ältere Personen – in mehreren Gemeinden des Départements Sarthe. Ein altbekanntes Schema – und doch immer wieder erfolgreich Die Masche war simpel, aber wirksam. Die beiden jungen Männer klingelten an Haustüren, trugen Warnwesten mit Enedis-Logo und präsentierten selbstgebastelte Ausweise. Ihr Vorwand: eine technische Überprüfung oder...
Lesen 13.06.2025 12:29Tragödie auf der A81: Ukrainischer Reisebus verunglückt – Vier Tote und zahlreiche Verletzte
Ein schwarzer Tag auf der A81: Bei einem schweren Busunglück in der Nähe der französischen Gemeinde Degré (Sarthe) kamen am Freitag, dem 13. Juni 2025, vier Menschen ums Leben. Der Reisebus, der Erwachsene und Jugendliche ukrainischer Herkunft transportierte, verunglückte gegen Mittag und stürzte in einen Straßengraben. Insgesamt wurden 45 Menschen verletzt, davon elf schwer. Was war da los? Der Unfall geschah bei Kilometer 179 in Fahrtrichtung Le Mans. Nach ersten Erkenntnissen kam der Bus aus bislang ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab – ein zweites Fahrzeug war laut Polizei offenbar nicht beteiligt. Der Bus kippte auf die Seite und kam erst im Straßengraben zum Stillstand....
Lesen 13.06.2025 10:19Starke Unwetter drohen: 28 Départements in Frankreich unter Alarmstufe Orange
Frankreich steht ein gewaltiger Wetterumschwung bevor – die Kombination aus drückender Hitze und heraufziehenden Gewittern sorgt für Alarmstimmung. Météo-France hat am Freitag, dem 13. Juni, eine Wetterwarnung der Stufe Orange für insgesamt 28 Départements ausgegeben. Betroffen sind sowohl der Südwesten als auch große Teile des Nordens des Landes. Der Grund: Die erwarteten hohen Temperaturen könnten noch am selben Tag für eine explosive Wetterlage sorgen – mit heftigen Gewittern, starkem Wind, intensiven Niederschlägen und Hagel. Ein südwestliches Brodeln Im Südwesten Frankreichs ist die Atmosphäre bereits am Kochen: In Départements wie der Ariège, der Dordogne, Haute-Garonne, Gers, Gironde, Landes, Lot-et-Garonne, den Pyrénées-Atlantiques, Hautes-Pyrénées und Tarn-et-Garonne werden die...
Lesen 16.05.2025 06:56Wenn der Geldsegen kommt: Wie unerwartete Erbschaften französische Dörfer verändern
Ein kleines Dorf, ein großzügiger Spender – und plötzlich ist alles möglich. Was klingt wie der Anfang eines modernen Märchens, ist in vielen französischen Gemeinden Realität geworden. In Zeiten, in denen kommunale Budgets oft kaum zum Überleben reichen, verwandeln Erbschaften in Millionenhöhe das Schicksal ganzer Orte. Und das ohne jede Vorwarnung. Ein Geschenk fällt vom Himmel – und was es bewirkt In Maidières, einem Ort mit gerade einmal 1.500 Seelen im Département Meurthe-et-Moselle, fiel im Jahr 2018 quasi der Jackpot vom Himmel. Marcelle Verelle, eine ehemalige Lehrerin, hinterließ der Gemeinde fast eine Million Euro – ihr gesamtes Vermögen. Das ist in etwa so viel, wie der Ort in einem ganzen Jahr zur Verfügung hat. Bürgermeister Gérard Boyé staunte nicht schlecht, als er davon erfuhr. Die Pläne für das Geld sind weitreichend: Schulsanierung, neue Betreuungsangebote für Kinder, besser ausgebaute Straßen – Projekte, die jahrelang auf Eis lagen, rücken plötzlich in greifbare Nähe. Und Maidières ist kein Einzelfall. Rouez in der Sarthe wurde 2008 mit einem Legat von unglaublichen 38 Millionen Euro...
Lesen 03.04.2025 05:50US-Zölle, Werksschließungen und Strukturwandel: Frankreichs Autobranche unter Druck
Die französische Automobilindustrie steckt in einer ihrer schwersten Krisen – und die Folgen spüren ganze Regionen wie die Sarthe besonders heftig. Die Schließung von Fabriken in La Suze-sur-Sarthe und La Verrière, von der Gewerkschaft CGT als „menschliches Massaker“ bezeichnet, ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Neben internen Strukturproblemen setzt nun auch die internationale Handelspolitik der Branche zu – allen voran durch neue US-Zölle auf französische Autos. Eine Branche im Wandel – und im Würgegriff Die Automobilbranche befindet sich in einem fundamentalen Umbruch. Elektromobilität, Umweltauflagen und ein verändertes Konsumverhalten lassen die Nachfrage nach klassischen Fahrzeugen schrumpfen. Laut der Stiftung Jean-Jaurès handelt es sich beim aktuellen...
Lesen 02.02.2025 12:29Hochwasser in Frankreich: Sechs Départements weiter in Alarmstufe Orange
Während sich das Hochwasser langsam zurückzieht, bleibt die Lage in mehreren Regionen Frankreichs angespannt. Météo-France hält sechs Départements am Sonntag, den 2. Februar, weiterhin in Vigilance Orange (Alarmstufe Orange) für Hochwasser. Betroffen sind die Somme, das Val-d’Oise, die Eure, Ille-et-Vilaine, Morbihan und Loire-Atlantique. In den Départements Oise und Sarthe hat sich die Situation leicht entspannt – sie sind nun auf Vigilance Jaune (gelbe Warnstufe) herabgestuft. Langsame Entspannung, aber weiterhin Gefahr Seit einigen Tagen zeichnet sich eine allmähliche Entspannung ab. Dennoch bleibt die Hochwasserlage kritisch. Wie der französische Hochwasserwarndienst Vigicrues in seinem aktuellen Bulletin mitteilt, sind in vielen Gebieten zwar die Wasserstände rückläufig, aber die Pegel...
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