Plattformbetreiber von “CFake” in Paris zu einem Jahr Haft verurteilt
Paris - 08.07.2026: Die 13. Kammer des Tribunal judiciaire de Paris hat einen 47-jährigen Informatiker aus Nizza wegen des Betriebs der Plattform CFake zu einem Jahr Haft verurteilt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erleichterte der Mann über Jahre die Verbreitung von pornografischen, künstlich erzeugten Bildern und Videos, die ohne Einwilligung der Abgebildeten veröffentlicht wurden. Ermittler sprachen vor Gericht von rund 300.000 manipulierten Bildern, etwa 7.000 Videos und einer Community von rund 200.000 registrierten Nutzerinnen und Nutzern mit mehreren Millionen Seitenaufrufen monatlich.Die Festnahme erfolgte Anfang Juni nach Ermittlungen in Zusammenarbeit mit US-Behörden. Dort waren mehrere Domains der Plattform beschlagnahmt worden, worauf französische Ermittler Wohnungen und IT-Infrastruktur durchsuchten. Nach Behördenangaben stellten sie Computer-Hardware und Krypto-Guthaben sicher. Vor Gericht erklärte der Angeklagte, er habe „in seiner eigenen Welt“ gehandelt und nicht die Absicht gehabt, einzelne Personen systematisch zu schädigen. Die Nebenklage und die Staatsanwaltschaft wiesen dies zurück und betonten den anhaltenden Schaden für Betroffene, deren Intimsphäre und Ruf oft unwiederbringlich verletzt würden.Der Fall gilt als einer der bislang umfangreichsten Verfahren zu sexualisierten Deepfakes in Frankreich. Opfervertreter schilderten, wie sich Inhalte trotz Löschungen rasch vervielfältigen und Betroffene beruflich wie privat unter Druck setzen. Prozessbeobachter sehen im Strafmaß den Versuch der Justiz, klare Grenzen für Plattformbetreiber zu ziehen, die technische Infrastruktur und Moderationsregeln bereitstellen und damit den Missbrauch erst ermöglichen. Zugleich verdeutliche das Urteil die juristische Komplexität digitaler Taten, bei denen Veröffentlichung, Hosting, Monetarisierung und internationale Zuständigkeiten ineinandergreifen.Im Umfeld des Verfahrens verwiesen Expertinnen und Experten auf...
Lesen 26.05.2025 06:08Bargeld abschaffen gegen Drogenhandel – geniale Idee oder großer Irrtum?
Frankreichs Justizminister Gérald Darmanin hat am 22. Mai 2025 für ordentlich Zündstoff gesorgt. In einer Anhörung vor der Untersuchungskommission des Senats zur Finanzkriminalität schlug er etwas vor, das für viele wie ein Paukenschlag klang: Die vollständige Abschaffung von Bargeld. Ziel sei es, dem Drogenhandel den Wind aus den Segeln zu nehmen – denn ohne anonymes Geld ließen sich kriminelle Geldflüsse besser verfolgen. Doch was nach einem klaren Schnitt klingt, sorgt für ein emotional aufgeladenes Streitgespräch über Sicherheit, Kontrolle, Freiheit und Alltag. Bargeld – das Schmiermittel der Unterwelt? Darmanin argumentiert mit Nachdruck: Bargeld ermögliche aufgrund seiner Anonymität illegale Geschäfte aller Art. Bei Dealern, bei Schwarzarbeit oder...
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