DIENSTAG, 14. JULI 2026 Anmelden / Beitreten Mitgliedskonto
Archiv Nachrichten.fr
08.07.2026 06:06

Estland setzt orthodoxer Kirche sechs Monate Frist zur Loslösung vom Moskauer Patriarchat

Tallinn - 08.07.2026: Die estnische Regierung hat der dem Moskauer Patriarchat zugeordneten orthodoxen Kirche in Estland eine Frist von sechs Monaten gesetzt, um alle institutionellen und administrativen Verbindungen nach Russland zu beenden. Andernfalls droht die zwangsweise Auflösung der juristischen Körperschaft. Die Ankündigung konkretisiert eine bereits vom Parlament beschlossene Gesetzesänderung, die dauerhafte Abhängigkeiten von ausländischen religiösen Autoritäten als Sicherheitsrisiko einstuft. Das Innenministerium soll die Umsetzung überwachen und bei Verstößen ein Verbotsverfahren einleiten.Die Rechtsgrundlage geht auf eine Reform zurück, die 2025 verabschiedet wurde. Teile dieser Reform erklärte das Oberste Gericht Estlands als verfassungskonform. Konkret verlangt der Staat die Streichung russischer Autoritäten aus den Statuten, die Bildung einer neuen kirchlichen Leitung ohne Einfluss Moskaus sowie die Unterbrechung finanzieller, organisatorischer und personeller Abhängigkeiten. Gemeinden müssten gegebenenfalls ihre Eintragung anpassen und Vermögensfragen klären, etwa bei Pacht- und Eigentumsrechten an Kirchengebäuden und Klöstern.Regierungsvertreter begründen das Vorgehen mit Sicherheitsbedenken und der Gefahr politischer Einflussnahme durch Kreml-nahe Netzwerke. Estnische Sicherheitsbehörden hatten in den vergangenen Jahren wiederholt Kontakte einzelner Geistlicher zu prorussischen Strukturen dokumentiert. Gleichzeitig warnen Kirchenrechtler und Menschenrechtsorganisationen vor einer möglichen Aushöhlung der Religionsfreiheit. Sie verweisen auf Rechtskonflikte, sollten Anweisungen aus Moskau mit nationalen Vorgaben kollidieren oder Geistliche sich weigern, Loyalitätserklärungen gegenüber einer neuen Leitung abzugeben.Die orthodoxe Landschaft in Estland ist historisch gespalten: Neben den Gemeinden mit Bindung an Moskau existiert seit dem 20. Jahrhundert eine Struktur unter dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel. Diese Doppelstruktur erschwert eine rein juristische Lösung, weil Fragen des Kirchenrechts mit sicherheitspolitischen Erwägungen verschränkt...

Lesen
05.01.2023 14:05

Ukraine-Krieg: Patriarch Kirill ruft zu Waffenstillstand auf - Putin folgt dem Aufruf!

Der Patriarch von Moskau und ganz Russland fordert, dass alle Orthodoxe Christen den Gottesdiensten an Weihnachten, die am 6. und 7. Januar stattfinden, beiwohnen können. Und Putin gehorcht! Wird es eine vorübergehende Einstellung der Kämpfe geben? Ja! Wie soeben bekannt wurde, hat der russische Präsident Putin einer anderthalbtägigen Waffenruhe zugestimmt. Der russische Patriarch Kirill rief anlässlich des orthodoxen Weihnachtsfestes am Donnerstag, dem 5. Januar, über die Website der Russisch-Orthodoxen Kirche zu einem Waffenstillstand in der Ukraine und im Donbass auf. "Ich, Kirill, Patriarch von Moskau und ganz Russland, appelliere an alle am internen Konflikt beteiligten Parteien mit einem Aufruf zum Waffenstillstand und zur Einrichtung einer...

Lesen
30.05.2022 08:33

Ukraine-Krieg: Die ukrainisch-orthodoxe Kirche trennt sich vom Moskauer Patriarch Kirill

Am Samstag, dem 28. Mai, beschloss die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche, mit dem Moskauer Patriarchat zu brechen, da dieses russische Soldaten segnete, die an die Front in der Ukraine geschickt wurden. Die bisher mit Moskau verbundene Ukrainisch-Orthodoxe Kirche kündigte am Samstag, dem 28. Mai, den Bruch mit Russland und ihrem Patriarchen Kirill an. Dieser ist das Oberhaupt der wichtigsten orthodoxen Kirchen und ein enger Vertrauter des Kremls. Kirill teilt mit Wladimir Putin die Idee von der russischen Größe und der Dekadenz des Westens. Ein für die Ukrainer ein inakzeptables Verhalten.Seit Beginn des Krieges in der Ukraine hat der Patriarch nie Frieden gefordert. Im Gegenteil, Kirill segnete russische...

Lesen