25 Jahre Japan Expo: Wie aus einer Fanversammlung ein generationsübergreifendes Festival wurde
Paris - 08.07.2026: Vor einem Vierteljahrhundert begann die Geschichte der Japan Expo unspektakulär in den Räumen einer Schule und in der kleinen Welt leidenschaftlicher Manga- und Anime-Fans. Heute, wenn der Parc des Expositions Paris-Nord Villepinte seine Hallen öffnet, hat sich die Veranstaltung in eine umfassende Plattform verwandelt, die Besucherinnen und Besucher verschiedener Generationen anzieht.Mitgründer Thomas Sirdey beschreibt den Wandel als schrittweisen, aber konsequenten Ausbau. Aus einem Treffen Gleichgesinnter wurde ein professionell organisiertes Ereignis mit klaren Strukturen, erweiterten Sicherheits- und Servicekonzepten sowie einem kuratierten Programm. Fläche, Ausstellerzahl und Publikum wuchsen rasant; die Ausrichtung blieb bewusst offen zwischen Kommerz, Kulturvermittlung und Community. Sirdey verteidigt ein Modell, das stark auf Ticketing setzt: Einnahmen über Eintritte und Merchandising geben Planungssicherheit und halten die inhaltliche Steuerung in der Hand des Veranstalters – statt sie an wechselnde Sponsoreninteressen zu binden.Das Programm der Jubiläumsausgabe, auf einer Pressekonferenz im Juni in Paris vorgestellt, spiegelt diese Balance. Internationale Gäste aus Manga, Anime, Videospielen und Musik treffen auf Workshops, Vorträge und Ausstellungen, die Handwerk und Alltagskultur einbeziehen. Live-Zeichen-Sessions, Cosplay-Auftritte und Bühnenformate stehen neben Bereichen, in denen traditionelle Künste und regionale Küchen präsentiert werden. Diese Mischung öffnet Schwellen: Sie holt langjährige Fans ebenso ab wie Familien und Neulinge, die Japan jenseits der Pop-Idole entdecken möchten.Organisatorisch setzte die Japan Expo früh auf Professionalisierung. Mit SEFA Event und späteren Einbindungen in größere Gruppen wurden Logistik, Ticketmanagement und Besucherstromführung ausgebaut. Parallel hat sich eine Festivalökonomie etabliert – von kleinen Fanständen bis zu hunderten Ausstellern...
Lesen 10.12.2025 07:18Trumps vermeintliche Verbündete: Warum Europas Rechtsparteien auf Distanz gehen
Mit der zweiten Amtszeit von Donald Trump kehrt eine außenpolitische Vision ins Weiße Haus zurück, die vielen in Europa vertraut – und zugleich unbequem – erscheint. Die neue Nationale Sicherheitsstrategie der US-Regierung enthält unter dem Titel „Promoting European Greatness“ eine Fundamentalkritik an Europas Kurs: Masseneinwanderung mache den Kontinent „unkenntlich“, die politischen Eliten unterdrückten freie Meinungsäußerung und oppositionelle Bewegungen. Die USA, so heißt es, sollten patriotische Parteien unterstützen, die sich diesem Trend entgegenstellen. Was zunächst wie ein ideologisches Geschenk an Europas Rechtspopulisten wirkt, stößt bei eben diesen auf verhaltene Reaktionen. Statt demonstrativer Zustimmung herrscht auffällige Zurückhaltung. Die Ursachen dafür liegen tiefer – im Spannungsfeld zwischen gemeinsamer Ideologie und...
Lesen 30.05.2025 06:16Mormant-sur-Vernisson im Fokus: Europas radikale Rechte feiert ihren Aufstieg
Am 9. Juni 2025 wird das französische Dorf Mormant-sur-Vernisson, mit nur etwa 130 Einwohnern ein Symbol der ländlichen Abgeschiedenheit, zum Zentrum der europäischen Politik. Der Rassemblement National (RN) lädt zu einer „Siegesfeier“, mit der an das Ergebnis der Europawahl 2024 erinnert werden soll – 32 Prozent der Stimmen in Frankreich, ein historischer Erfolg für die Partei von Marine Le Pen und Jordan Bardella. Doch der Anlass ist mehr als nur eine Feier. Er markiert die ideologische und strategische Verfestigung eines europäischen Netzwerks der äußersten Rechten. Gäste wie Viktor Orbán aus Ungarn, Matteo Salvini aus Italien, Geert Wilders aus den Niederlanden und Santiago Abascal aus Spanien...
Lesen 12.02.2025 06:13JD Vance auf Europatour - Rechtsnationale Kräfte feiern das Ende des Liberalismus
US-Vizepräsident JD Vance weilt in dieser Woche zu wichtigen Gipfeltreffen in Paris und München. Bei einem Forum zur Künstlichen Intelligenz in der französischen Hauptstadt belehrte Vance seine europäischen Amtskollegen über deren „Risikovermeidung“ und kritisierte scharf die Bestrebungen der Europäischen Union, die aufstrebende KI-Industrie zu regulieren und Technologiekonzerne stärker in die Pflicht zu nehmen. Der ehemalige Senator aus Ohio gilt als zentrale Verbindungsperson zwischen Investoren der Tech-Branche und dem Wahlkampfteam von Donald Trump. In Paris präsentierte er die Vereinigten Staaten als eine führende Macht im Bereich der Künstlichen Intelligenz, die keine Zeit für das „Händeringen“ über Technologie-Sicherheit und Unternehmensethik in Brüssel habe. Er spottete über die „Zögerlichkeit“ europäischer Politiker und verließ die Konferenz am Dienstag bereits vor den Hauptreden von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sein nächster Halt ist die Münchner Sicherheitskonferenz, ein jährliches Treffen führender Diplomaten und Verteidigungspolitiker aus aller Welt. Bereits im vergangenen Jahr war Vance in München aufgetreten und hatte Zweifel an einem unbegrenzten US-Engagement für die Verteidigung der Ukraine gegen Russland geäußert....
Lesen