Tag & Nacht

Monatelang lieferte sich ein Ehepaar in den Vierzigern einen Rechtsstreit mit den Mietern seines Hauses, die nicht ausziehen wollten. Das Gericht hat ihnen zwar Recht gegeben, doch die Besitzer sind entmutigt: unbezahlte Mieten, Schäden, die repariert werden müssen, körperliche Auseinandersetzungen… 

„Mein Mann und ich überlegen, ob wir unseren gesamten Besitz verkaufen und in ein anderes Land ziehen sollen“, sagte Audrey Oberweis der Zeitung Le Figaro.


Um die Erschöpfung der 40-Jährigen aus der Vendée zu verstehen, muss man ins Jahr 2019 zurückgehen. Damals kaufte das Paar ein Restaurant. Um den Kredit zurückzuzahlen und ein festes Einkommen zu generieren, vermieteten sie ihr Haus und bauten eine Wohnung über dem Restaurant aus. Das Paar fand auch bald Mieter; „Leute, die uns empfohlen wurden“. Zunächst läuft alles gut, doch 2021 eskaliert die Situation, als die Eigentümer beschließen, die Immobilie zum Verkauf anzubieten.

Die Mieter werden durch einen persönliche übergebenen Brief informiert. Die Familie, die in den Räumlichkeiten lebt, ist jedoch ganz anderer Meinung und beginnt im wahrsten Sinne des Wortes ein Armdrücken. „Der Mann wurde wütend, begann uns zu beschimpfen und schlug mich dann mit der Faust“, beschreibt Audrey die Situation.

Ein Rechtsstreit folgte dem anderen, aber für den Geschmack der Eigentümer viel zu langsam. Erst im Oktober 2022 wird eine Entscheidung getroffen. Aber es hilft nichts: Die Mieter, die Audrey als „professionelle Hausbesetzer“ bezeichnet, sind immer noch nicht bereit, auszuziehen. Das finanziell erschöpfte Gastronomenpaar ist sogar gezwungen, eine Mitarbeiterin zu entlassen.

Mehr als 15.000 € für Renovierungsarbeiten
Die Situation verbessert sich erst am 17. Oktober 2022. Das Ehepaar organisiert eine Demonstration vor der Präfektur der Vendée. Acht Tage später sind die Mieter draußen. Aber das Gesetz verlangt: Eigentümer dürfen erst zwei Monate später, in diesem Fall also am 28. Dezember 2022, wieder in das Haus.

Dann findet das Ehepaar sein Haus in einem erbärmlichen Zustand vor: Nagetiere, Katzenurin und -kot, beschädigte Wände… Das Ehepaar ist deprimiert angesichts des Ausmaßes der Reparaturarbeiten, die durchgeführt werden müssen. Der Schaden wird auf 15.000 € geschätzt. Hinzu kommen 3.000 € für die Reinigung durch eine Firma und 7.000 € für Möbel, die auf dem Wertstoffhof entsorgt werden mussten.

Das Paar hofft, sein Haus im März verkaufen zu können, ist jedoch von der Langsamkeit der französischen Justiz „angewidert“. Das geht so weit, dass sie Frankreich verlassen und sich in einem anderen Land niederlassen wollen.


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