Auf dem Weg zu strengeren Maßnahmen für Senioren und gefährdete Menschen?

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Die von einigen Ärzten seit langem empfohlene Hypothese eines strengeren Lockdowns für Senioren und gefährdete Personen war von Emmanuel Macron am 28. Oktober ausdrücklich abgelehnt worden. “Eine Maßnahme kann relevant, aber nicht ausreichend sein. Dieser Weg ist im Moment nicht nutzbar”, sagte er den Franzosen.

Diese Möglichkeit scheint jedoch wieder in den Vordergrund zu rücken, auch wenn der Präsident der Republik laut Le Monde die Maßnahme als verfassungswidrig bezeichnet hatte. Der Grund: die starke Ausbreitung der Covid-19-Epidemie und die Schäden, die steigenden Opferzahlen unter den Senioren. “Wir arbeiten daran, wenn die Epidemie zurückgeht”, so die Entourage von Emmanuel Macron laut Le Monde. Eine gezielte Isolierung bestimmter Bevölkerungsschichten, um das wirtschaftliche und soziale Leben so weit wie möglich zu erhalten, während man auf die Ankunft eines Impfstoffs wartet, ist nach Ansicht unserer Kollegen von Le Monde inzwischen an eine ernsthaft erwogene Möglichkeit.

Ist der Lockdown nicht effizient genug?
Nach den Worten des Generaldirektors für Gesundheit, Jerome Salomon, in einer vertraulichen Notiz an den Verteidigungsrat, die Europa 1 erhalten hat, wäre der derzeitige Lockdown wegen der offen Schulen, der öffentlichen Dienste und der Aufrechterhaltung der Besuche in Pflege- und Altersheimen nicht effektiv genug.

Frankreich sei “das europäische Land mit der höchsten Zahl von Ansteckungsfällen” seit Beginn der Pandemie, erinnerte Jerome Salomon. Allein am Donnerstag, dem 5. November, wurden mehr als 58.000 neue Fälle im Land registriert. Aber alle Maßnahmen sollten auch “den Grundsatz der Würde der menschlichen Person respektieren – der ebenfalls ein Verfassungsgrundsatz ist”, erklärte der Professor für öffentliches Recht, Guillaume Drago, im Figaro.

Laut dem wissenschaftlichen Rat, der Emmanuel Macron berät, könnten in Frankreich 22 Millionen Menschen als gefährdet gelten.


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