Der Bund unterzeichnete Verträge mit vier Schweizer Biopharmaunternehmen im Gesamtwert von 25,9 Millionen Euro zur Entwicklung neuer Medikamente gegen Covid-19.
Die Schweiz startet ein Projekt, um die Entwicklung von vier Covid-Medikamenten mit Schweizer Biopharmaunternehmen zu unterstützen, wie das Schweizer Gesundheitsministerium am Montag bekannt gab.
Der Bund hat im Rahmen eines Programms zur Förderung der Arbeit an Medikamenten gegen Covid-19 Verträge mit vier biopharmazeutischen Unternehmen im Gesamtwert von 27 Millionen Schweizer Franken (25,9 Millionen Euro) unterzeichnet, so das Bundesamt für Gesundheit in einer Pressemitteilung.
Medikamente, die bis Ende 2022 verfügbar sein könnten
Die Projekte betreffen die Entwicklung monoklonaler Antikörper zur Behandlung von Long Covid mit dem Genfer Unternehmen GeNeuro, eine orale Arzneimittelkombination mit antiviraler und entzündungshemmender Wirkung für schwere Aspekte der Infektion mit dem Basler Unternehmen Kinarus und einen monoklonalen Antikörper, der durch Inhalation oder intravenös verabreicht werden kann, für Patienten, die eine schwere Form der Infektion entwickeln können, mit dem Zürcher Unternehmen Memo Therapeutics AG.
Das vierte Projekt betrifft einen oralen Lungenvasodilatator zur Verhinderung von Atemnot und zur Verringerung der Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung bei Krankenhausaufenthalten und wird mit dem biopharmazeutischen Unternehmen Noorik Biopharmaceuticals aus Basel entwickelt, erläutert das Gesundheitsministerium in der Pressemitteilung. Die Medikamente sollen bis Ende 2022 verfügbar sein, heißt es in der Pressemitteilung weiter.
Die Pharmaindustrie ist ein Eckpfeiler der Schweizer Wirtschaft
"Wir sind äußerst dankbar für diese Finanzierung", reagierte Jesús Martin-Garcia, CEO des Genfer Unternehmens GeNeuro, in einer Pressemitteilung. Das 2006 mit Hilfe des französischen Unternehmens bioMérieux gegründete biopharmazeutische Unternehmen, das an der Börse Euronext Paris notiert ist, erhielt im Rahmen dieser Verträge 6,7 Millionen Schweizer Franken. Die Summe wird dazu beitragen, eine klinische Phase-2-Studie für seine Behandlung namens Temelimab bei Patienten mit Covid long mitzufinanzieren, so das Unternehmen, das sich auf Behandlungen für neurodegenerative und Autoimmunerkrankungen spezialisiert hat.
Die Pharmaindustrie ist eine der Säulen der Schweizer Wirtschaft. Die bekanntesten Unternehmen sind die Giganten Novartis und Roche, aber die Branche stützt sich auch auf zahlreiche kleinere Labors. Im letzten Jahr beliefen sich die Exporte des Chemie- und Pharmasektors auf 116 Milliarden Schweizer Franken, Medikamente allein machen 20% der Exporte des Alpenlandes aus.
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