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Alle Artikel · 04.01.2024 11:41

Covid-19: Hydroxychloroquin laut Studie für 17.000 Tote in Frankreich und 5 weiteren Ländern verantwortlich

Eine Studie zeigt, dass eine experimentelle Behandlung, die während der ersten Welle von Covid-19 im Jahr 2020 eingesetzt wurde, zu einer überhöhten Sterblichkeit in Frankreich geführt hat und für den Tod von etwa 17.000...

Eine Studie zeigt, dass eine experimentelle Behandlung, die während der ersten Welle von Covid-19 im Jahr 2020 eingesetzt wurde, zu einer überhöhten Sterblichkeit in Frankreich geführt hat und für den Tod von etwa 17.000 Menschen in sechs Ländern verantwortlich gewesen sein könnte. Die Dunkelziffer könnte jedoch weit höher sein.

Im Frühjahr 2020 trifft die Covid-19-Pandemie mit Wucht auf Europa und Tausende von Menschen werden wegen dieser neuen Atemwegsinfektion in kritischem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. In diesem Zusammenhang wird eine Behandlung getestet, die eigentlich gegen Malaria eingesetzt wird, ohne dass eine Genehmigung der Gesundheitsbehörden vorliegt.

Hydroxychloroquin, das damals von Ärzten wie dem umstrittenen Professor Raoult in Marseille als Wundermittel gegen die Pandemie verkauft wurde, hat wohl statt zu heilen im Gegenteil zu einer erhöhten Sterblichkeit unter den Covid-Patienten geführt, so die Ergebnisse einer Studie, die am Dienstag in der Zeitschrift Science veröffentlicht wurde.

"Das bestätigt, dass Patienten, die an Covid leiden und dieses Medikament erhalten, ein höheres Sterberisiko haben als diejenigen, die es nicht erhalten", sagte der Epidemiologe Pierre Tatevin, Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten am CHU in Rennes, am Mittwoch auf dem Sender France Inter.

Laut der in Science veröffentlichten Studie wird Hydroxychloroquin mit fast 17.000 Todesfällen in sechs Ländern (1), darunter auch Frankreich, in Verbindung gebracht, und zwar im Zeitraum der ersten Ansteckungswelle zwischen März und Juli 2020. Forscher des Universitätsklinikums Lyon gaben an, dass in den USA fast 13.000 und in Frankreich fast 200 Menschen an Hydrochloroquinol gestorben seien. Der Sender France Inter, der über die Studie berichtet, weist jedoch darauf hin, dass diese Zahlen weit unterbewertet sein könnten.

Die Studie schließt nämlich Indien und Brasilien aus, zwei Länder, in denen diese Behandlung sehr häufig angewendet wurde, für die aber nicht genügend offizielles Zahlenmaterial vorliegt. "Wir müssen uns vor Augen halten, dass es sich um eine grobe Schätzung handelt, die nur einige wenige Länder für einen kurzen Zeitraum betrifft und die Gesamtzahl der Todesfälle wahrscheinlich viel höher ist", kommentiert Professor Christophe Lega von der Universitätsklinik Lyon.

Um zu dem vorliegenden Ergebnis zu gelangen, schätzte das Spezialisten-Team die weltweite Krankenhaussterblichkeit, die auf die Verwendung von Hydroxychloroquin zurückzuführen ist, indem es die Sterblichkeitsrate, die Exposition gegenüber Hydroxychloroquin, die Anzahl der Krankenhauspatienten und die Erhöhung des relativen Risikos für den Tod durch dieses Medikament, das gemäß den Ergebnissen einer früheren Studie in Nature Communication auf 11 % geschätzt wurde, kombinierte.

"Patienten, die bereits anfällig sind, eine unnötige und potenziell toxische Behandlung zu geben, ist etwas Gefährliches", kommentiert der Epidemiologe Pierre Tatevin auf France Inter. Aus diesem Grund erhielt auch Professor Didier Raoult eine Rüge von der Ärztekammer. Der sehr medienwirksame ehemalige Leiter des IHU (Institut Hospitalo-Universitaire en maladies infectieuses) in Marseille hatte während der ersten Covid-Welle ein breites Publikum erreicht. Wie er hatten auch andere Persönlichkeiten für die umstrittene Behandlung geworben, ohne wirklich über ihre Auswirkungen Bescheid zu wissen. Wir erinnern uns insbesondere an Donald Trump, der sich damit brüstete, jeden Tag Chloroquin zu konsumieren, um sich vor Covid zu schützen…

(1) Belgien, Spanien, Frankreich, Italien, Türkei und USA.

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