Alle Artikel · 09.02.2024 09:52
Covid-19: Lockdowns und Impfstoffe haben mehrere zehntausend Todesfälle in Frankreich verhindert
Eine Studie, die von Forschern der Universität und des Universitätsklinikums Bordeaux durchgeführt wurde, untersuchte die Wirksamkeit der Gesundheitsmaßnahmen, die während der Covid-19-Pandemie ab März 2020 angewendet wurden. Wie viele Leben wurden durch den Lockdown...
Eine Studie, die von Forschern der Universität und des Universitätsklinikums Bordeaux durchgeführt wurde, untersuchte die Wirksamkeit der Gesundheitsmaßnahmen, die während der Covid-19-Pandemie ab März 2020 angewendet wurden.
Wie viele Leben wurden durch den Lockdown gerettet? Wie viele Menschen wären gerettet worden, wenn Lockdowns früher eingesetzt worden wären? Kam der Impfstoff rechtzeitig, war er wirksam? Auf diese und andere Fragen versucht eine Studie Antworten zu geben, deren Ergebnisse in der Zeitschrift Epidemics in der Ausgabe vom März 2024 veröffentlicht werden.
Die Studie, die in einer Zusammenarbeit von Forschern der Institute Inserm, Inria und des Universitätsklinikums Bordeaux durchgeführt wurde, wendet ein mathematisches Modell auf französische Gesundheitsdaten an, um die gesundheitlichen Auswirkungen verschiedener Szenarien in Bezug auf die Zahl der Todesfälle oder der Krankenhauseinweisungen zu messen.
Die Studie konzentriert sich auf den Zeitraum zwischen März 2020, dem Beginn der Covid-19-Maßnahmen, und Oktober 2021, dem Ende der restriktiven Maßnahmen und dem Beginn der ersten Impfkampagne. Aus der Studie ergibt sich, dass die Maßnahmen umso wirksamer waren, je restriktiver sie waren.
Den Forschern zufolge hätte der erste Lockdown die Übertragung des Virus um 84 % reduziert. Die Zahlen decken sich mit denen mehrerer anderer ähnlicher Studien, die unter anderem von der WHO durchgeführt wurden.
Die Ausgangssperren ab 20.00 Uhr haben laut der Studie die Übertragung des Coronavirus um 48% reduziert. Das ist deutlich schlechter als bei einer Ausgangssperre ab 18.00 Uhr (-68%). Aber trotzdem weitaus effektiver als die Schließung von Schulen, die nur zu einem Rückgang der Übertragungen um 15% geführt haben.
Auch Impfungen haben sich laut den Forschern als sehr wertvoll erwiesen. Die Studie hat ergeben, dass nach der angewandten mathematischen Modellierung in einem Szenario ohne Impfungen in Frankreich 159.000 zusätzliche Todesfälle - gegenüber 116.000 nach den offiziellen Zahlen - und 1,48 Millionen zusätzliche Krankenhausaufenthalte aufgetreten wären, also dreimal mehr als das, was Frankreich tatsächlich erlebt hat.
Ein früher verfügbarer Impfstoff, etwa nach einem Vierteljahr statt fast einem Jahr nach Beginn der Pandemie, hätte mehr als 70.000 Todesfälle verhindern können. Ebenso hätte ein nur eine Woche früher einsetzender Lockdown sogar 20.000 Leben retten können.
Für die Forscher aus Bordeaux sollen die Ergebnisse dieser Simulationen den Behörden und Entscheidungsträgern helfen, in Fällen einer Pandemie die richtigen Entscheidungen zu treffen und Maßnahmen, die im Falle einer neuen Pandemie ergriffen werden müssen, besser vorherzusehen.