Covid: Mobilisierung privater Kliniken angesichts der Sättigung in öffentlichen Krankenhäusern

221

In Marseille werden private Kliniken hinzugezogen, um die Intensivstationen der bereits überlasteten öffentlichen Krankenhäuser zu entlasten. Nicht-Notfalleinsätze werden verschoben und kompetentes Personal dem speziellen Covid-Dienst zugewiesen.

In der vergangenen Woche wurden nach der jüngsten Bewertung der regionalen Gesundheitsbehörde 9 Covid-Patienten auf die Intensivstation in der Region eingewiesen (gegenüber 57 in der Vorwoche).

Derzeit befinden sich 325 Covid-Patienten auf der Intensivstation. Tag für Tag nähert man sich dem Höhepunkt der ersten Welle vom 6. April mit ihren 440 Patienten auf der Intensivstation.
Am Mittwoch wurden vier Patienten in die Krankenhäuser von Brest geflogen. Zwei weitere werden am Freitag verlegt.

Für den Generaldirektor des ARS PACA, Philippe De Mester, geht es darum, Zeit zu gewinnen, um das Versorgungsangebot in der Region PACA neu organisieren zu können.

“Ich habe alle Krankenhäuser in der Region, ob öffentlich oder privat, gebeten, mit der Verschiebung von nicht dringenden Operationen zu beginnen, damit Wiederbelebungsplätze und kompetentes Personal frei werden, um die Zahl der Intensivbetten zu erhöhen”, erklärt er.
De Mester wünscht sich, dass die Zahl von 800 Betten innerhalb von acht Tagen erreicht wird.

Um Betten auf der Intensivstation zu schaffen, wird mehr Personal benötigt.
Die Mobilisierung privater Krankenhäuser ist Teil dieses Musters. Die Bouchard-Klinik in Marseille reorganisiert drei ambulante Stationen, um Covid-Patienten auf einer so neu geschaffenen Intensivstation aufnehmen zu können.

Bis nächste Woche wird die Einrichtung ihre Kapazität von 9 auf 12 Intesiv-Betten erhöhen, von denen drei für Covid-Patienten vorgesehen sind.

In der Zwischenzeit sind die am wenigsten dringenden Interventionen verschoben worden. “Der Rückgang der Aktivität beträgt 30 bis 50%”, so Dr. Marie Fedel, Ärztin für Anästhesie-Intensivmedizin.

“Wir arbeiten in einem Netzwerk mit Intensivstationen in der Region, so dass wir Patienten verteilen können, um die Dienste nicht zu überlasten”, sagt Dr. Marie Fedel.

Die Ärztin sagt, sie sei besorgter als bei der ersten Welle. “Wir haben die Sättigung nicht erreicht, weil die am stärksten betroffenen Gebiete in Frankreich die Möglichkeit hatten, Patienten in weniger betroffene Gebiete zu verlegen. Heute können wir auf der Karte Frankreichs sehen, dass viele Regionen betroffen sind und dass daher die Möglichkeit der Verlegung von Patienten immer komplizierter wird.” (France3)


Du möchtest immer die neuesten Nachrichten aus Frankreich?
Abonniere doch unseren Newsletter!





Ein exklusives Angebot für unsere Leser.
Weil du es uns wert bist!

Tipp der Redaktion