Tag & Nacht

Vor einem Jahr betraf der Crack-Konsum in Frankreich vor allem die Städte Paris und Marseille. Trotz des von Innenminister Gérald Darmanin eingeleiteten Aktionsplans gegen dieses gefährliche Kokainderivat ist die Bilanz heute schlechter als vor zwölf Monaten.

Crack in der Hauptstadt „auszurotten“: Das war der Auftrag, den Innenminister Gérald Darmanin dem Pariser Polizeipräfekten Laurent Nuñez im Juli letzten Jahres erteilt hatte. Zwölf Monate später ist die Bilanz nicht gut: Das Kokainderivat ist durchaus nicht aus den beiden großen Metropolen verschwunden, in denen es damals hauptsächlich konsumiert wurde – Paris und Marseille -, aber vor allem breitet sich sein Konsum nun auch auf die mittelgroßen Städte und die ländlichen Gebiete Frankreichs aus.



Es ist zwar kein „Tsunami“, wie es die Regierung ausdrückte, aber die Welle ist durchaus real: Lille, Lyon, Bordeaux, Montpellier, Toulouse, Grenoble, Perpignan, Saint-Etienne…. Alle Metropolen Frankreichs sind mittlerweile betroffen.

Noch beunruhigender ist, dass Crack in mittelgroße Städte wie Chambéry oder Beauvais und sogar in noch kleinere Gemeinden vorgedrungen ist: Macon, Compiègne, Aix-les-Bains oder auch Montataire im Departement Oise mit seinen 13.000 Einwohnern.

Ein Zeichen für die unaufhaltsame Zunahme des Crack-Konsums ist, dass es mancherorts die am häufigsten konsumierte harte Droge ist, noch vor Heroin oder Kokain. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im Departement Oise von einem Verein zur Unterstützung von Drogenabhängigen durchgeführt wurde.

Die meisten Crack-Konsumenten sind Männer, die obdachlos sind oder in besetzten Häusern leben. Aber auch unter weiblichen Prostituierten im Großraum Lille ist diese synthetische Droge sehr beliebt. Der Konsum nimmt im ganzen Land zu, was laut Polizei zu mehr Störungen der öffentlichen Ordnung, Sachbeschädigungen und Gewalt führt.

Auch der Drogenhandel wird immer professioneller. Der Cannabis- oder Kokainhandel ist sehr gut organisiert, mit Netzwerken in den Städten, an denen Händler beteiligt sind, die mit mehreren Produkten gleichzeitig dealen.


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