Tag & Nacht

Am 8. Mai, einem Tag, der in den Geschichtsbüchern als Sieg der Alliierten über das nationalsozialistische Deutschland verankert ist, begab sich der französische Präsident Emmanuel Macron auf eine symbolträchtige Reise, die Geschichte und Moderne verband. Der 79. Jahrestag der Befreiung Europas begann unter dem mächtigen Bogen des Arc de Triomphe in Paris, wo Macron die Flamme des unbekannten Soldaten erneut entfachte.

Wie fühlt es sich an, an einem solchen Ort zu stehen, umgeben von den Geistern der Vergangenheit? – Man kann nur mutmaßen. Doch sicher ist, dass es eine tiefe Verbeugung vor der Geschichte darstellt. Vor dem Gedenken an den Général De Gaulle und dem Spaziergang die Champs Élysées hinunter, begleitet von der Garde républicaine zu Pferd, bot der Präsident den Zuschauern entlang der berühmten Straße ein sehr persönliches Bild: Er grüßte Veteranen, lächelte für Selfies und schien die Verbindung zu den Bürgern zu geniessen.


Nach der Würdigung des historischen Erbes, führte Macrons Reise ihn weiter nach Süden, nach Marseille, einer Stadt, die heute gleichzeitig ihre eigene lebendige Geschichte und die Erwartung eines modernen Spektakels in sich trug. Dort sollte am Abend die olympische Flamme, ein Symbol für Frieden und Einheit durch Sport, willkommen geheißen werden. Stellen Sie sich vor, wie diese zwei Flammen – eine, die an die Schrecken des Krieges erinnert, und eine, die die Hoffnung und das Zusammenkommen der Welt symbolisiert – in einem Land, das beide so tief in seiner Seele trägt, zusammenkommen.

In Marseille, einer Stadt, die selbst eine Mischung aus Alt und Neu darstellt, erwartete Macron ein weiteres bedeutendes Ereignis: die Einweihung des Tangram-Ausbildungszentrums. Dieses neue Zentrum, errichtet im Herzen der École nationale supérieure maritime, steht sinnbildlich für die Zukunft und Innovationskraft Frankreichs im Bereich der nachhaltigen Logistik und des maritimen Transports. Unterstützt vom maritimen Großunternehmen CMA CGM, unterstreicht es das Engagement für Bildung und Entwicklung in zukunftsorientierten Branchen.

Die Olympische Flamme wird um 19:45 Uhr am Vieux-Port entzündet werden und Florent Manaudou, ein Held des französischen Wassersports, wird die Flamme als erster in Empfang nehmen. Er läuft mit der Fackel über eine eigens errichtete schwimmende Laufbahn – eine Szenerie, die man sich bildhafter nicht ausmalen könnte. Wie passend, dass gerade in Marseille, einem Knotenpunkt des maritimen Lebens, das Feuer eine solche Reise beginnt!

So endet ein Tag, der in vielerlei Hinsicht ein Spiegelbild der französischen Kultur und Geschichte ist: tief verwurzelt in den Traditionen, doch stets mit Blick nach vorn. Was meinen Sie, trägt eine solche Verschmelzung von Vergangenheit und Zukunft nicht auch dazu bei, das Bewusstsein für unsere gemeinsame Geschichte und unsere Verantwortung für die Zukunft zu schärfen? Absolut, sie tut es.


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