Tag & Nacht

In einem Interview mit der Zeitung „La Tribune dimanche“ hat der französische Präsident Emmanuel Macron die Blockaden an Bildungseinrichtungen wie Sciences Po und anderen Universitäten, die von propalästinensischen Demonstranten durchgeführt wurden, scharf kritisiert. Diese Aktionen, so Macron, verhinderten die notwendige Debatte und Diskussion über das Thema.

Die Blockaden sind eine Reaktion auf die jüngsten Ereignisse in Gaza, die international für Aufsehen sorgen. Macron betonte, dass, obwohl er das tiefe Unbehagen, das die Situation in Gaza hervorruft, verstehen könne und Frankreich sogar einen sofortigen Waffenstillstand fordere, das Unterbinden von Diskussionen niemals konfliktlösend wirke.


Der französische Präsident lobte das Engagement und das Interesse der Jugend an internationalen Angelegenheiten als legitim und wichtig. Jedoch sei es nicht hinnehmbar, dass einige Gruppen ihre politischen Meinungen durch Blockaden und das Verhindern des Zugangs zu Lehrveranstaltungen durchsetzen wollten. Besonders problematisch fand er die Berichte, dass der Zugang zu Lehrveranstaltungen unter dem Vorwand, dass Teilnehmer Juden seien, blockiert wurde. Dies widerspreche den republikanischen Werten Frankreichs.

Maßnahmen und politische Reaktionen

Macron sprach sich klar für den Einsatz von Polizeikräften aus, um die Universitäten auf Anfrage der Bildungseinrichtungen zu räumen. Diese Maßnahmen seien notwendig, um die Rechte aller Studierenden auf Bildung und freie Meinungsäußerung zu gewährleisten.

Die politische Landschaft in Frankreich zeigt gespaltene Meinungen zu diesen Aktionen. Einige Gruppen, wie La France Insoumise, unterstützen die Blockaden als eine Form des politischen Ausdrucks. Macron jedoch sieht solche Aktionen als kontraproduktiv an und betont, dass sie eher dazu dienen, den Diskurs zu verhindern als ihn zu fördern.

Weiterführende Proteste und Aktionen

Die Aktionen an den Universitäten spiegeln ähnliche Bewegungen in den USA wider, wo ebenfalls Universitätscampus von propalästinensischen Gruppen besetzt wurden. In Frankreich hat die Union syndicale lycéenne (USL) zu weiteren Schülermobilisierungen aufgerufen, die ab Montag an weiterführenden Schulen stattfinden sollen.

Macron steht vor der Herausforderung, das Recht auf freie Meinungsäußerung und Protest zu schützen, während er gleichzeitig die Ordnung an Bildungseinrichtungen und das Recht auf Bildung sicherstellen muss. Seine deutliche Verurteilung der Blockaden zeigt seinen festen Standpunkt gegenüber Methoden, die den akademischen und öffentlichen Diskurs unterbinden.


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