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49,5 Millionen Wähler sind aufgerufen, die 81 französischen Abgeordneten ins Europäische Parlament zu wählen.

Am Sonntag, den 9. Juni, zeigt die Wahlbeteiligung zur Europawahl 2024 bis Mittag einen leichten Anstieg im Vergleich zum letzten Wahlgang. Laut den offiziellen Zahlen des Innenministeriums lag die Beteiligung bei 19,81 %. Zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2019 hatten 19,26 % der Wähler bereits ihre Stimmen abgegeben, gegenüber 15,7 % im Jahr 2014, einem Jahr, das durch eine hohe Abstimmungsmüdigkeit gekennzeichnet war (57,57 % am Ende des Tages). Insgesamt sind dieses Jahr 49,5 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen, gemäß den jüngsten Zahlen des amtlichen Statistikinstituts Insee.

Ein Blick auf die Zahlen

Die nächsten Beteiligungszahlen werden um 17 Uhr bekannt gegeben. 2019 erreichte die Beteiligung zu diesem Zeitpunkt 43,29 %, was höher war als 2014 (35,07 %). Am Ende des Wahlgangs überschritt die Beteiligung im Jahr 2019 knapp die 50 % Marke (50,12 %), ein Niveau, das bei den drei vorhergehenden Wahlen nicht erreicht wurde.

Prominente Wähler

Unter den Spitzenkandidaten hat sich Marion Maréchal, Kandidatin der Partei Reconquête, am frühen Sonntagmorgen in ihrem Wahllokal in den Hauts-de-Seine eingefunden. Valérie Hayer, Kandidatin von Renaissance, stimmte in Laval (Mayenne) am späten Vormittag ab, während die grüne Kandidatin Marie Toussaint in ein Wahllokal in Bordeaux ging. François-Xavier Bellamy, Spitzenkandidat der Republikaner, wählte in Versailles. Der sozialistische Kandidat Raphaël Glucksmann gab seine Stimme ebenfalls am späten Vormittag in Paris ab. Schließlich wählten Jordan Bardella, Spitzenkandidat des Rassemblement National, und Manon Aubry, Kandidatin von La France Insoumise, jeweils am späten Vormittag in Garches (Hauts-de-Seine) und Paris.

Was sagt uns das? Die Beteiligung an den Europawahlen 2024 zeigt eine vorsichtige, aber positive Tendenz. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Trend bis zum Ende des Wahltages anhält und ob die Wahlbeteiligung letztlich die 50 %-Marke übersteigen wird, die für viele ein Symbol für demokratische Legitimität darstellt.

Warum die Europawahl wichtig ist

Die Europawahl wird oft als weniger wichtig angesehen als nationale Wahlen – eine Ansicht, die sich in der Vergangenheit in niedriger Wahlbeteiligung widerspiegelte. Doch in einer immer stärker vernetzten Welt spielen die Entscheidungen des Europäischen Parlaments eine entscheidende Rolle in vielen Lebensbereichen, von Umweltpolitik über Handel bis hin zu digitalen Rechten.

Man könnte sich fragen: Warum zögern so viele Menschen, ihre Stimme abzugeben? Liegt es an einem Mangel an Information, an einem Gefühl der Entfremdung von der EU oder schlicht an einer generellen Wahlmüdigkeit?

Die Macht der Stimme

Ein Blick auf die aktuellen Kandidaten zeigt, dass sie die Vielfalt und die politischen Spannungen in Frankreich widerspiegeln. Von der konservativen Marion Maréchal bis zur linken Manon Aubry, sie alle repräsentieren unterschiedliche Visionen für Europas Zukunft. Ihre Wähler entscheiden darüber, welche dieser Visionen eine Chance auf Verwirklichung bekommt.

Umso wichtiger ist es, dass sich die Bürgerinnen und Bürger an der Wahl beteiligen. Jede Stimme zählt – und jede Nicht-Stimme auch. Denn nicht zu wählen, bedeutet nicht nur, seine eigene Meinung nicht einzubringen, sondern auch anderen die Entscheidung zu überlassen.

Ein ungewisser Ausgang

Während wir auf die nächsten Zahlen um 17 Uhr warten, bleibt viel Raum für Spekulationen. Werden mehr Menschen als 2019 wählen? Werden die etablierten Parteien ihren Einfluss behalten oder wird es Überraschungen geben? Eines ist sicher: Die Europawahl 2024 bleibt spannend.

Zum Abschluss die Frage: Hast du schon gewählt? Wenn nicht, warum nicht? Deine Stimme könnte den Unterschied machen.


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