Tag & Nacht

Trotz der jüngsten Abschwächung der Inflation und der Diskussionen auf dem letzten Landwirtschaftssalon wird erwartet, dass die Milchpreise im Jahr 2024 nicht sinken werden. Das französische Institut für Viehzucht (Idele) hat seine Prognosen für das kommende Jahr veröffentlicht, und die Aussichten deuten darauf hin, dass die Preise stabil bleiben werden. Im Jahr 2023 stiegen die Milchpreise um 5%, was jedoch nicht ausreichte, um den starken Rückgang des Einkommens der Milchbauern auszugleichen.

Herausforderungen in der Milchwirtschaft

Die durchschnittlichen Großmarktpreise für eine Tonne Milch (1.000 Liter) erreichten 460 Euro, was immer noch nicht ausreicht, um die steigenden Produktionskosten der Bauern zu decken. Unterschiede ergeben sich je nach Größe der Betriebe und den Verhandlungen mit den Milchverarbeitern. Größere Betriebe, die Milchwirtschaft mit Ackerbau kombinieren, können ihre Einnahmen besser ausgleichen als reine Milchviehbetriebe.


Einfluss der neuen Agrarpolitik

Die Produktionskosten sind für alle gestiegen, besonders im Licht der reduzierten Subventionen durch die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU. Diese Veränderungen treffen die Bauern in einer Zeit, in der sie ohnehin schon mit geringen Margen kämpfen.

Hoffnung durch Qualitätslabel

Betriebe mit geschützter Ursprungsbezeichnung (AOP), besonders in Regionen wie Franche-Comté und Savoie, haben sich als widerstandsfähiger erwiesen, obwohl auch hier die Spielräume eng sind. Im Gegensatz zu früheren Trends ist die Verarbeitung von Bio-Milch um 4,5 bis 5% zurückgegangen. Rund 200 Betriebe haben die Produktion von Bio-Milch eingestellt, entweder um auf konventionelle Milchproduktion umzusteigen oder die Aktivitäten ganz aufzugeben.

Das kommende Jahr wird weiterhin herausfordernd bleiben, doch es gibt Hoffnungsschimmer. Eine davon ist der Rückgang der Viehbestände, der sich verlangsamen dürfte nachdem 2022 etwa 80.000 Tiere verloren gingen. Zudem könnte der deutliche Rückgang der Energiepreise dazu beitragen, die Betriebskosten der französischen Milchbauern zu senken, was eine Stabilisierung der Milchpreise ermöglichen könnte.

Die Situation bleibt schwierig, aber diese Entwicklungen könnten den Milchbauern etwas Entlastung und eine stabilere Zukunft bieten.


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