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Emmanuel Macron hat den Startschuss für eine neue Ära gegeben: Mit einer zusätzlichen Investition von 400 Millionen Euro will Frankreich zum Spitzenreiter in der künstlichen Intelligenz (KI) werden. Diese Ankündigung kam am 21. Mai, nur einen Tag vor der Eröffnung des VivaTech-Salons in Paris, bei einem Treffen von KI-Experten im Élysée-Palast.

400 Millionen Euro für Bildung und Innovation

Der Präsident stellte einen ehrgeizigen Plan vor: Neun „Cluster der KI“ sollen entstehen, um die Anzahl der jährlich ausgebildeten KI-Spezialisten von derzeit 40.000 auf 100.000 zu steigern. Diese Zentren sollen das Rückgrat der französischen KI-Landschaft bilden und sicherstellen, dass Frankreich im globalen Wettlauf um technologische Führerschaft nicht nur mithalten kann, sondern eine Vorreiterrolle übernimmt.

Bei diesem Treffen waren hochkarätige Persönlichkeiten aus der Technologiebranche anwesend, darunter Eric Schmidt, ehemaliger CEO von Google, und Yann Le Cun, Leiter des KI-Labors von Meta. Diese Unterstützung unterstreicht die Bedeutung und das Potenzial von Macrons Vision.

Neuer Fonds und „Acculturation“ der Bürger

Ein weiterer zentraler Bestandteil von Macrons Strategie ist die Einrichtung eines neuen Investitionsfonds, der zu einem Viertel vom Staat finanziert wird. Dieser Fonds soll besonders in die Bereiche fließen, die bislang unterfinanziert sind, aber eine hohe technologische Relevanz für die KI aufweisen, wie etwa die Entwicklung von Mikroprozessoren und Cloud-Technologien.

Um die breite Akzeptanz und das Verständnis für KI in der Bevölkerung zu fördern, hat Macron dem Conseil National du Numérique eine besondere Aufgabe übertragen: Eine Mission zur „Acculturation der Bürger“. Mit einem Budget von 10 Millionen Euro wird der Rat landesweit Debatten und Veranstaltungen organisieren, um den Menschen die Chancen und Herausforderungen der KI näherzubringen.

Ein globales Zentrum für KI-Bewertung

Ein weiterer Meilenstein in Macrons Plan ist die Einrichtung eines neuen Zentrums für die Bewertung von KI, das zu einem der größten weltweit werden soll. Dieses Zentrum wird dazu beitragen, die Standards und Anwendungen von KI zu evaluieren und sicherzustellen, dass Frankreich nicht nur ein Anwender, sondern auch ein Gestalter von KI-Technologien wird.

Ein Sprungbrett für die Zukunft

Macrons Maßnahmen sind ein klarer Schritt in Richtung Zukunft. Sie sollen Frankreich nicht nur als Vorreiter in der KI etablieren, sondern auch die technologische Souveränität des Landes stärken. Die Investitionen in Bildung, Forschung und die breite gesellschaftliche Akzeptanz der KI sind zentrale Pfeiler dieses Plans.

Wird dieser ambitionierte Plan aufgehen? Nur die Zeit wird es zeigen. Klar ist jedoch, dass Frankreich entschlossen ist, eine führende Rolle im Zeitalter der künstlichen Intelligenz zu übernehmen.


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