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À la une · 30.11.2022 10:44

Französische Ärzte fordern mehr Geld und drohen mit Schließung ihrer Praxen

Die Gewerkschaften der niedergelassenen Ärzte und Biologen, die sich in harten Verhandlungen mit der Sozialversicherung und der Regierung befinden, rufen für Donnerstag, den 1. und Freitag, den 2. Dezember dazu auf, Praxen und Labore...

Die Gewerkschaften der niedergelassenen Ärzte und Biologen, die sich in harten Verhandlungen mit der Sozialversicherung und der Regierung befinden, rufen für Donnerstag, den 1. und Freitag, den 2. Dezember dazu auf, Praxen und Labore zu schließen, um höhere Tarife zu erreichen bzw. eine Kürzung zu verhindern.

Während die Regierung am 3. Oktober einen nationalen Rat für den Gesundheitsbereich ins Leben gerufen hat und der Gesetzentwurf zur Finanzierung der Sozialversicherung noch im Parlament diskutiert wird, ist das französische Gesundheitswesen an drei Fronten erneut in Aufruhr: Psychiatrie, Allgemeinmedizin und medizinische Analyselabors.

Unmut der Krankenhauspsychiater
Am Dienstag mobilisierten sich die Krankenhauspsychiater: Vier Gewerkschaftsorganisationen beklagen eine "Vernachlässigung der öffentlichen Psychiatrie", die "im Alltag durch einen eklatanten Mangel an stationären Betten und die regelmäßige Schließung von medizinisch-psychologischen Zentren gekennzeichnet ist". Diese Situation hängt mit dem Mangel von Ärzten und Krankenpflegern zusammen, der fünf von sechs Krankenhäuser betrifft.

Um den Beruf attraktiver zu machen, fordert die Gewerkschaft der Krankenhauspsychiater, dass die Gehälter "auf jeder Stufe der Gehaltstabelle" um 25% angehoben werden. Gesundheitsminister François Braun bezeichnete die Psychiatrie als "eine seiner Prioritäten" und will "in den nächsten Wochen" mit Vertretern der Psychiater zusammentreffen.

Streik der niedergelassenen Ärzte und Biologen
Der Minister wird sich jedoch vorher mit einem weiteren Berufsstand auseinandersetzen müssen: dem der Allgemeinmediziner und Biologen, die für den morgigen Donnerstag und Freitag zu einem historischen Streik aufgerufen haben. Nach einem ersten dreitägigen Streik Mitte November rufen die Gewerkschaften und die großen Labors für medizinische Analysen an diesen beiden Tagen erneut dazu auf, Labore und Arztpraxen zu schließen. Die Branche, die seit zwei Monaten wegen ihrer Rekordgewinne im Zusammenhang mit den Covid-Tests in der Kritik steht, lehnt die im Haushalt der Sozialversicherung verankerte Abschöpfung von 250 Millionen Euro pro Jahr bei Labor-Untersuchungen ab.

Aber es ist vor allem die Bewegung der niedergelassenen Ärzte, die sich am massivsten ankündigt. Zum ersten Mal seit 2015 rufen alle Gewerkschaften der liberalen Ärzte zum Streik auf, um Druck auf die Exekutive auszuüben. Die Bewegung wurde von einem jungen Kollektiv, "Ärzte für morgen", initiiert, das Ende August gegründet wurde und bereits über 14.000 Mitglieder auf Facebook verzeichnet - ein Symptom für eine steigende Wut, die sich in der Ärzteschaft ausbreitet. Die neue Gruppe, die sich selbst als "unpolitisch und gewerkschaftslos" bezeichnet, hat es geschafft, alle repräsentativen Organisationen auf ihre Seite zu ziehen, um mit der Krankenversicherung über ein neues Abkommen für die nächsten fünf Jahre zu verhandeln.

Die Ärzte fordern insbesondere eine Verdoppelung des Preises für eine Konsultation von 25 auf 50 Euro.

Die Gewerkschaften rechtfertigen diese Forderung so:

"Eine Erhöhung der Konsultation auf 50 €" bedeute "eine Zunahme der Niederlassung von Ärzten, Gebiete, die sich neu entwickeln, einen besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle, weniger belastete Krankenhäuser, weniger Konsultationen pro Arzt und pro Tag und mehr Zeit, die man den Patienten widmen kann. Ein ambulanter Bereitschaftsdienst, der im ganzen Land eingerichtet werden kann, weniger erschöpfte Ärzte und mehr Qualität in der Versorgung, die Garantie, auf jeden Anstieg der Nachfrage nach Pflegeleistungen reagieren zu können, die Möglichkeit, eine Sekretärin oder einen Assistenten zu beschäftigen, um die Versorgung noch weiter zu verbessern".

Die Gewerkschaft der liberalen Ärzte, hofft, dass zwei Tage Streik einen "heilsamen Schock" auslösen. Die Krankenversicherung hat ihrerseits jedenfalls schon ein Entgegenkommen versprochen, vor allem für Allgemeinmediziner, Kinderärzte und Psychiater.

Für später im Dezember zeichnet sich ein Streik der Bereitschaftsdienste ab, und über die Weihnachtsfeiertage könnten die Arztpraxen erneut geschlossen bleiben. Das Kollektiv "Médecins pour demain" (Ärzte für morgen) sprach sogar von einem "harten Streik" ab dem 26. Dezember.

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