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Die Küstenerosion, beschleunigt durch den Klimawandel und den Anstieg des Meeresspiegels, stellt eine immer größere Bedrohung für zahlreiche französische Departements dar. Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Centre d’études et d’expertise sur les risques, l’environnement, la mobilité et l’aménagement (Cerema) beleuchtet die kritische Situation und zeigt auf, welche Gebiete bis 2028, 2050 und sogar bis 2100 am stärksten gefährdet sind.

Südwestfrankreich im Fokus

Im Süden und Südwesten Frankreichs rücken drei Departements besonders in den Vordergrund der Erosionsgefahr: Hérault, Gard und Pyrénées-Orientales. Sie stehen kurz davor, dem Angriff des Meeres ausgesetzt zu sein, mit einer erheblichen Anzahl von Gebäuden, die bereits bis 2028 bedroht sind.



Ein nationales Problem

Die Studie des Cerema zeichnet ein düsteres Bild: Bis 2028 könnten landesweit etwa tausend Gebäude durch das Zurückweichen der Küstenlinie betroffen sein. Bis 2050 könnten es 5.200 Wohn- und 1.400 Geschäftsgebäude sein. Unter den am stärksten betroffenen Departements sticht das Departement Var hervor, gefolgt von dem Departement Haute-Corse, der Seine-Maritime und dem Departement Corse-du-Sud.

Alarmierende Aussichten auch für Übersee-Departements

Die Übersee-Departements stehen vor einer noch größeren Herausforderung. In den französischen Überseedepartements Martinique, Guadeloupe, Mayotte und La Réunion sind zahlreiche Gebäude in Gefahr, wobei Martinique an der Spitze der Liste steht.

Zukunftsausblick für Südfrankreich

Bis 2050 könnten die Zahlen dramatisch ansteigen: In den Pyrénées-Orientales sind 263 Wohnhäuser bedroht, im Hérault 21, im Gard 15 und im Aude 7. Besonders betroffen sind Campingplätze, von denen bis zum Jahr 2100 mindestens 982 durch die erwartete Küstenlinienverschiebung beeinträchtigt sein könnten, mit einem besonderen Fokus auf das Departement Hérault.

Maßnahmen und Lösungen

Angesichts dieser bedrohlichen Entwicklung hat der Minister für ökologischen Wandel, Christophe Béchu, bereits Maßnahmen eingeleitet. 500 Gemeinden wurden kontaktiert und individuelle Pläne mit den betroffenen Bürgermeistern erarbeitet. Dieser Ansatz des maßgeschneiderten Handelns ist entscheidend, um den vielfältigen Herausforderungen der Küstenerosion effektiv zu begegnen.

Die Küstenerosion ist eine komplexe Herausforderung für Frankreich, die koordinierte Anstrengungen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene erfordert. Die Bemühungen Frankreichs, diesem Phänomen entgegenzuwirken, sind ein Beispiel für das dringende Bedürfnis, die Küstenlinien zu schützen und Anpassungsstrategien zu entwickeln, die kommenden Generationen zugutekommen. Doch wie werden sich diese Maßnahmen in der Realität bewähren? Können wir das Vorrücken des Meeres noch aufhalten, oder ist es an der Zeit, unsere Beziehung zur Küste neu zu definieren?

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