Tag & Nacht

Der Staatschef traf um 8 Uhr am Samstagmorgen ein und wurde mit Pfiffen und in einem Klima großer Anspannung auf dem Messegelände Porte de Versailles in Paris empfangen.

Die Organisatoren der Landwirtschaftsmesse beschlossen am Samstag, dem 24. Februar, „die Eröffnung der 60. Messe zu verschieben“, ohne eine Uhrzeit zu nennen, da es auf dem Messegelände an der Porte de Versailles zu Zusammenstößen gekommen war, nachdem Hunderte von Demonstranten vor der offiziellen Eröffnung in das Gelände eingedrungen waren. „Die Bedingungen sind noch nicht erfüllt, dass wir die Tore öffnen können“, tönte es wiederholt aus den Lautsprechern auf dem Gelände. Ordnungskräfte gehen durch die Gänge in den Messehallen, um Ruhe herzustellen und die wütenden Landwirte in Schach zu halten. Präsident Emmanuel Macron erklärte sich bereit, sich einer Debatte mit den anwesenden Gewerkschaftsvertretern zu stellen.


Emmanuel Macron kam unter Pfiffen an. Der Staatschef hatte gegen 8 Uhr auf dem Messegelände Porte de Versailles in Paris die Landwirtschaftsmesse betreten, wo zuvor Dutzende von Demonstranten ein Tor durchbrochen hatten, um schon vor der offiziellen Öffnung auf das Gelände zu gelangen. „Macron tritt zurück“, riefen die Demonstranten in den Gängen der Messehallen. Anschließend nahm der Staatschef hinter verschlossenen Türen ein Frühstück mit Vertretern Bauernverbänden, darunter auch der Präsident des Bauernverbands FNSEA, ein. Anschließend trat er vor die Presse und bat darum, dass die Landwirtschaftsmesse „in Ruhe stattfinden“ könne.

Eine geplante große Debatte wurde abgesagt. Der französische Staatschef hatte am Donnerstag eine große Debatte mit den Bauernverbänden, Agrarindustriellen und Umweltverbänden, darunter auch Les Soulèvements de la Terre, vorgeschlagen. Die Einladung dieses Aktivisten-Kollektivs wurde jedoch von den Bauernverbänden abgelehnt und die Debatte wurde schließlich abgesagt. Am Samstagmorgen beteuerte Emmanuel Macron jedoch, er habe „nie daran gedacht“, eine Einladung an das radikale Umweltkollektiv Les Soulèvements de la Terre zu verschicken.

Bauernproteste seit dem 18. Januar. Im Januar kam es zwei Wochen lang zu Demonstrationen und Autobahnblockaden, die am 1. Februar aufgehoben wurden. Davor und danach machte Premierminister Gabriel Attal mehrere Ankündigungen zu Dutzenden von Themen rund um die Landwirtschaft: Pestizide, Normen, Verwaltungsvereinfachungen, Hilfen für Viehzüchter oder Weinbauern, Kontrollen in Supermärkten hinsichtlich der Herkunft von Produkten, ein neues Gesetz, das die Landwirtschaft als grundlegendes Interesse der Nation verankert.

Umwelt-Verbände beklagen seither einen dramatischen ökologischen Rückschritt, insbesondere bei den Pestiziden, deren Einsatz nicht mehr wie bisher eingeschränkt werden soll. Diese Einwände sind jedoch angesichts der lauten Proteste der Landwirte kaum hörbar.


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