Tag & Nacht

Am Donnerstag, dem 25. April, will Emmanuel Macron an der Sorbonne in Paris erneut seine Vision für Europa präsentieren. Diese Rede gilt als Fortsetzung seiner Ansprache aus dem Jahr 2017 und findet kurz vor den entscheidenden Europawahlen am 9. Juni statt, bei denen seine Partei laut Umfragen hinter der extremen Rechten zurückliegt.

Macron, der bereits kurz nach seiner Wahl im Jahr 2017 zu „mutigen“ Schritten aufrief, zielt darauf ab, die „strategische Agenda“ der nächsten Europäischen Kommission zu beeinflussen, die nach den Wahlen gebildet wird. Sein Fokus liegt auf dem Aufbau einer „glaubwürdigen Verteidigung des europäischen Kontinents“, ein Thema, das in der aktuellen geopolitischen Landschaft Europas besonders brisant ist.



Interessanterweise hat der Präsident die Botschafter der 26 anderen EU-Mitgliedstaaten nach Paris eingeladen, was auf die Bedeutung hinweist, die Macron dieser Rede beimisst. Allerdings wurde die Terminwahl kritisiert, da sie mit wichtigen Abstimmungen im EU-Parlament in Straßburg kollidiert, was von der Opposition als strategischer Zug angesehen wird.

Valérie Hayer, die Spitzenkandidatin von Macrons Partei Renaissance, steht derweil in den Umfragen deutlich hinter dem rechtsextremen Rassemblement National. Die Tatsache, dass Macrons Rede so kurz vor den Wahlen stattfindet, wird von einigen als Versuch gewertet, den Wahlkampf seiner Partei zu unterstützen, obwohl der Elysée-Palast dies bestreitet und die Rede als „regelmäßiges Ereignis im Leben der europäischen Institutionen“ bezeichnet.

In seiner Rede wird erwartet, dass Macron die Notwendigkeit einer verstärkten europäischen Zusammenarbeit und die Bedeutung einer eigenständigen Verteidigungspolitik hervorhebt. Diese Punkte sind entscheidend, um die EU in einer zunehmend unsicheren Welt zu positionieren. Doch kann diese Vision die Wähler überzeugen und einen Wendepunkt für das angeschlagene Lager Macrons darstellen? Und wie werden die anderen EU-Staaten auf Macrons Aufruf reagieren?


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