Tag & Nacht

Die berühmte amerikanische Sängerin Taylor Swift hat im Mai eine Serie von vier Konzerten in Paris gegeben, bevor sie ihre Tournee in ganz Europa fortsetzt. Doch die Fans waren nicht die einzigen, die zu den Shows kamen. Viele haben seitdem Symptome gemeldet – einige wurden sogar positiv auf Covid-19 getestet.

„Eras Tour“ und ihre unerwünschten Begleiter

Die „Eras Tour“, Taylor Swifts Welttournee, die vom 9. bis 12. Mai in Paris haltmachte, wurde von zigtausenden Fans heiß erwartet. Die Swifties, wie sich die eingefleischten Fans selbst nennen, versammelten sich in Scharen, um ein paar Stunden Glück mit ihrem Idol zu teilen. Doch neben den Erinnerungen brachten sie auch ein unerwünschtes Souvenir mit nach Hause: Covid-19.

„Hustenanfälle“ und „Schreckliche Kopfschmerzen“

„Wir sind alle richtig krank.“ So beschreiben viele ihre Lage in den sozialen Medien. „Nach dem Taylor-Swift-Konzert habe ich Covid bekommen, wie die Mehrheit der Konzertbesucher. Aber es hat sich gelohnt“, schreibt ein Nutzer auf X (früher bekannt als Twitter). Auch auf TikTok, dem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebten Netzwerk, häufen sich die Berichte.

Das ist nicht das erste Mal, dass eine solche Veranstaltung zum Hotspot für das Virus wird. Im August 2023 sorgten Taylor Swifts Konzerte in Los Angeles für ähnliche Häufungen von Krankheitsausbrüchen. Auch nach den Fêtes de Bayonne im Juli letzten Jahres stiegen die positiven Covid-Fälle in Frankreich stark an.

Seit März 2023 sind die Vorschriften bezüglich der Virus-Exposition stark gelockert: Es reicht, seine engen Kontakte und den Arbeitgeber zu informieren. Bei Bedarf kann der Hausarzt nach Rücksprache eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen. Das Tragen von Masken und die Einhaltung der Hygieneregeln werden weiterhin empfohlen, sind aber nicht mehr verpflichtend.

Covid bleibt ein Thema

Man könnte meinen, die Corona-Infektionen gehören der Vergangenheit an – das ist jedoch offensichtlich nicht der Fall. Der jüngste Bericht von Santé publique France vom 14. Mai zeigt eine Zunahme der Patienten in Notaufnahmen aufgrund von Covid-19. Besonders betroffen sind Kinder unter 15 Jahren (+20 %) und Personen ab 65 Jahren (+28 %).

Das Virus fordert auch vier Jahre nach seinem ersten Auftreten noch immer Todesopfer. Laut Maria Van Kerkhove, Epidemiologin der WHO, sind weltweit immer noch etwa 10.000 Todesfälle pro Monat auf Covid-19 zurückzuführen.

Taylor Swift: Musikgenuss trotz Pandemie

Trotz der Risiken bleibt die Begeisterung für Taylor Swift ungebrochen. Die Frage drängt sich auf: Ist es das wert, ein Konzert zu besuchen, wenn die Gefahr einer Ansteckung besteht? Für viele Fans lautet die Antwort eindeutig ja – die unvergesslichen Momente und die Verbindung zu ihrem Idol überwiegen die Sorge vor dem Virus.

Was kann man tun?

Abgesehen von der Wahl, solche Massenveranstaltungen zu meiden, bleiben wenige Alternativen. Hygienemaßnahmen wie das Tragen von Masken und regelmäßiges Händewaschen helfen, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Zudem könnten Veranstalter Maßnahmen wie die Verbesserung der Belüftung und die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln verstärken.

Ein ständiges Dilemma

Die Balance zwischen gesellschaftlichem Leben und Gesundheitsvorsorge bleibt eine Herausforderung. Wie viele andere Aspekte unseres Lebens, ist auch das Konzertbesuchverhalten von Taylor Swifts Fans ein Spiegel dieser neuen Normalität. Der Wunsch nach Normalität und Freude steht im ständigen Kampf mit der Realität der Pandemie.

Und so wird jede Entscheidung – ob man nun ein Konzert besucht oder nicht – zu einem Teil dieser großen, kollektiven Abwägung, die uns alle seit 2020 begleitet.


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