Tag & Nacht

Die anhaltenden Regenfälle im Mai haben die Wasserqualität der Seine stark verschlechtert und den Fluss gefährlich schnell gemacht. Nur wenige Wochen vor den Olympischen Spielen ist das Schwimmen in der Seine unmöglich. Die französische Freiwasser-Schwimmmannschaft steht vor einem ernsthaften Problem: Sie kann nicht in der Seine trainieren.

Am 10. Juni wollte das Team ursprünglich eine Trainingseinheit in der Seine abhalten. Doch die schlechte Wasserqualität machte diesen Plan zunichte. Seit dem 1. Juni werden täglich Kontrollen an acht Punkten flussaufwärts vom olympischen Austragungsort durchgeführt. Diese Kontrollen zeigen eine kontinuierliche Verschlechterung der Wasserqualität, bedingt durch die intensiven Regenfälle im Mai. Hinzu kommt, dass der Fluss derzeit eine zu hohe Strömungsgeschwindigkeit aufweist, was ein sicheres Training unmöglich macht.

Die Fédération Française de Natation hatte monatelang verhandelt, um eine Genehmigung für das Schwimmen in der Seine zu erhalten. Der 10. Juni war lange im Voraus als Trainingstermin festgelegt worden. Das Team wollte sich an die besonderen Bedingungen des Flusses, insbesondere seine Strömungen, gewöhnen. Schon im August letzten Jahres musste ein Testwettkampf im Freiwasserschwimmen in Paris aufgrund unzureichender Wasserqualität kurzfristig abgesagt werden.

Nun suchen die Verantwortlichen der französischen Mannschaft nach einem neuen Termin, allerdings ohne Garantie, dass sich die Wasserbedingungen rechtzeitig verbessern. In der Zwischenzeit werden die Athleten bis zu den französischen Meisterschaften Mitte Juli in Compiègne in der Oise trainieren – eine Möglichkeit, die flussähnlichen Strömungen nachzustellen.

Ungewissheit für die Olympischen Spiele

Die große Frage ist jetzt, ob die Wasserqualität der Seine rechtzeitig gut genug sein wird, um die Freiwasser- und Triathlon-Wettkämpfe während der Olympischen Spiele sicher durchführen zu können. Zur Erinnerung: Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, hat angekündigt, am 23. Juni in der Seine zu schwimmen – vorausgesetzt, die Wasserproben sind zufriedenstellend.

Die unvorhersehbaren Wetterbedingungen und die damit verbundenen Wasserprobleme werfen einen Schatten auf die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele 2024. Wird die Seine bereit sein für die Athleten? Das bleibt abzuwarten – und es könnte sich als einer der großen Stolpersteine auf dem Weg zu einem erfolgreichen Event erweisen.


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