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In einer wichtigen Initiative für die Ukraine werden der französische Präsident Emmanuel Macron und sein ukrainischer Amtskollege Wolodymyr Selenskyj am Freitag zwei bedeutende Abkommen unterzeichnen. Mit einem Volumen von insgesamt 650 Millionen Euro – bestehend aus Krediten und Spenden – sollen insbesondere lokale Gemeinschaften und kritische Infrastrukturen unterstützt werden. Besonders im Fokus stehen dabei Energieinfrastrukturen, die regelmäßig Ziel russischer Angriffe sind.

Am Freitag trifft Emmanuel Macron seinen ukrainischen Kollegen im Élysée-Palast. Neben den Vertragsunterzeichnungen wird es auch eine Pressekonferenz geben.



Unterstützung durch die Agence Française de Développement (AFD)

Der erste Vertrag sieht vor, dass die Agence Française de Développement (AFD) bis 2027 über „400 Millionen Euro an Krediten und 50 Millionen an Spenden“ vergeben soll. Ziel ist es, die Aktivitäten der AFD in der Ukraine auszuweiten.

Mit diesen Mitteln kann die AFD ihre verschiedenen Instrumente einsetzen, um lokale ukrainische Gemeinschaften zu unterstützen. Dies soll in Abstimmung und Ergänzung zu anderen bereits in der Ukraine tätigen Geldgebern erfolgen. Zu den prioritären Bereichen gehören die Energiewirtschaft und der Transportsektor, wobei auch die Verwaltungsfähigkeiten gestärkt werden sollen.

Fonds zur Unterstützung kritischer Infrastrukturen

Das zweite Abkommen umfasst die Einrichtung eines „Fonds zur Unterstützung kritischer Infrastrukturen“, der mit 200 Millionen Euro ausgestattet ist. Dieser Fonds zielt darauf ab, französische Unternehmen bei zukünftigen Ausschreibungen zu unterstützen, insbesondere in den Bereichen Energie, Transport, Wasser- und Abwasserwirtschaft, Gesundheit und Landwirtschaft.

„Diese Gelder werden wichtige Projekte finanzieren und dazu beitragen, schwache oder ausgefallene Energieinfrastrukturen zu stärken“, so die Erläuterung des Élysée. Gerade diese seien besonders häufig Ziel russischer Angriffe.

Politische Diskussionen im Hintergrund

Die bevorstehende Pressekonferenz von Emmanuel Macron am Freitag, nur wenige Tage vor den Europawahlen, wirft in Frankreich politische Wellen. Das Élysée hat sich zu kritischen Stimmen, die Macrons Timing infrage stellen, nicht geäußert. Am Vorabend hatte der Präsident bereits von der Normandie aus in den Abendnachrichten von TF1 und France 2 gesprochen, was ebenfalls für Diskussionen sorgte.

Zusammenfassung

Diese neuen Abkommen zwischen Frankreich und der Ukraine stellen einen bedeutenden Schritt dar, um die Ukraine in einer äußerst kritischen Phase zu unterstützen. Die Bereitstellung von 650 Millionen Euro – verteilt auf Kredite und Spenden – zeigt die Entschlossenheit Frankreichs, zur Stabilisierung und zum Wiederaufbau der Ukraine beizutragen. Während Macron und Zelensky die Details besprechen und unterzeichnen, bleibt die politische Atmosphäre in Frankreich angespannt. Doch eines ist klar: Die internationale Solidarität mit der Ukraine wird weiter gestärkt.


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