Tag & Nacht

In der Hauptstadt Neukaledoniens herrscht das Chaos. Wiederholte Explosionen und brennende Gebäude prägen das Stadtbild von Nouméa. Die Situation eskaliert weiter, und die Unruhen hinterlassen eine Spur der Verwüstung.

Ein trauriger Höhepunkt der Gewalt

Ein junger Gendarm, gerade einmal 22 Jahre alt, verlor in den letzten Stunden sein Leben. Die Behörden berichten von mindestens drei getöteten Randalierern und einer Vielzahl von Verletzten. Besonders schockierend: Viele der Verwundeten wurden nicht von Polizeikugeln getroffen, sondern von Schüssen der Einheimischen, die ihre Häuser und Geschäfte verteidigen.

„Es ist eine Bürgerkriegssituation“, sagt der Hochkommissar von Neukaledonien und fasst damit die Dramatik der Lage treffend zusammen.

Zerstörung und Plünderung

Am dritten Tag der Unruhen wiederholen sich die Szenen des Chaos: Ein Supermarkt wird geplündert, eine Buchhandlung verwüstet. Der Besitzer steht verzweifelt vor den Überresten seines Lebenswerks und sagt unter Tränen: „Es ist mein Kapital, das sich in Luft auflöst. Wir brauchen einen Aufruf zur Ruhe und Respekt füreinander.“

Den ganzen Tag über brennen Häuser, Geschäfte und Unternehmen. Die Brandstiftung hat eine alarmierende Luftverschmutzung in Nouméa ausgelöst – die Behörden haben Warnstufe Rot für Luftverschmutzung herausgegeben.

Verstärkung unterwegs

In dieser angespannten Lage sind etwa 1.800 Polizisten und Gendarmen in Neukaledonien im Einsatz. Zusätzlich sollen in den kommenden Stunden 500 bis 1.000 weitere Kräfte aus Frankreich eintreffen. Die Flugzeuge haben bereits den Weg aus dem Mutterland angetreten.

Was treibt diese Menschen zu solch extremen Handlungen? Ist es die Frustration über langjährige Ungerechtigkeiten oder der pure Überlebenskampf in einer sich schnell verändernden Welt?

Diese Fragen müssen dringend beantwortet werden, wenn Frieden und Stabilität nach Nouméa zurückkehren sollen. Doch bis dahin bleibt die Stadt in einem Zustand, der einem Kriegsgebiet ähnelt – und die Bewohner hoffen verzweifelt auf ein baldiges Ende der Gewalt.


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