Tag & Nacht

Simone Weber, die als „die Teuflische aus Nancy“ bekannt wurde, ist im Alter von 93 Jahren verstorben. Dies gab ihre Anwältin Liliane Glock bekannt. Weber, die 1991 zu zwanzig Jahren Haft verurteilt wurde, weil sie ihren ehemaligen Geliebten Bernard Hettier ermordet hatte, beteuerte bis zuletzt ihre Unschuld.

Die Geschichte von Simone Weber liest sich wie ein Krimi: Ein verschwundener Geliebter, monatelange Belästigungen, eine in einem Garagenkomplex in Cannes versteckte Leiche und schließlich ein menschlicher Torso, der in der Marne gefunden wurde – das sind die makabren Bestandteile, die den Fall zu einem der aufsehenerregendsten Kriminalfälle Frankreichs in den 1980er und 1990er Jahren machten.



Die Verurteilung von Weber basierte auf der Annahme, sie habe nach dem Mord an Hettier dessen Körper mit einer Betonschleifmaschine zerstückelt. Da die Umstände seines Todes nie vollständig geklärt wurden, sah die Jury von einer Verurteilung wegen Mordes mit Vorsatz ab. Simone Weber wurde des Mordes an Hettier schuldig gesprochen und später vom Vorwurf des Giftmordes an ihrem zweiten Ehemann Marcel Fixard freigesprochen.

Nach ihrer Freilassung im Jahr 1999 zog Weber an die Côte d’Azur, wo sie bis zu ihrem Tod lebte. Trotz ihrer Verurteilung und der medialen Aufmerksamkeit, die ihr Fall erregte, es gab sogar einen umstrittenen Fernsehfilm, blieb Weber standhaft bei ihrer Unschuldsbehauptung. Sie prangerte den Film als „unvorstellbare Schmach“ an und beklagte, seit ihrer Verurteilung einem „permanenten Mord“ ausgesetzt zu sein.

Simone Webers Leben und der Fall, der sie berühmt machte, bleiben ein dunkles Kapitel in der französischen Kriminalgeschichte. Ihre Geschichte ist ein Zeugnis dafür, wie Verbrechen, Gerichtsverfahren und mediale Darstellungen das Leben einer Person und deren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit prägen können. Ihr Tod markiert das Ende einer Ära und hinterlässt Fragen, die wohl nie vollständig beantwortet werden.


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