Tag & Nacht

Der Weiler Le Tour im Departement Haute-Savoie ist seit über fünf Tagen praktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Die sintflutartigen Regenfälle der letzten Woche haben den Wildbach Nantet über die Ufer treten lassen, und seither ergießt sich Schlamm über die einzige Straße, die in das Dorf führt.

Es handelt sich um einen breiten, schwarzen Strom, dessen Aussehen an vulkanisches Material erinnert. Dieses geologische Phänomen nennt man Murgang. Ein Murgang führt Tausende von Kubikmetern Gestein mit sich. In dem Bergmassiv in Hochsavoyen fließt ein solcher Murgang seit über fünf Tagen und folgt dem Verlauf eines Bergbachs. Ein Murgang entsteht bei starken Regenfällen auf wassergetränkten Böden. Steine lösen sich, vermischt mit Erde und Sand und stürzen als kompakter Schlamm ins Tal hinab.


In den Bergen kommt ein solches Ereignis von Zeit zu Zeit vor, aber diesmal ist das Ausmaß des Phänomens besonders. „Es ist eine Kumulation zwischen dem geologischen und dem hydrologischen Aspekt. Hier wird ein Teil des Berges bewegt, der bis dahin nicht betroffen war. Mit einem größeren Gefälle und einem größeren Schiefervolumen. Das erklärt das etwas ungewöhnliche Phänomen“, erläutert Eric Fournier, Bürgermeister von Chamonix auf dem Sender France 2.


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