Tag & Nacht

Eine Gruppe von Hackern hat die persönlichen Daten von mehr als tausend Richtern und Staatsanwälten geleakt. Der 17-jährige Nahel wurde am Dienstag, dem 27. Juni in Nanterre bei einer Verkehrskontrolle von einem Polizisten getötet.

Bei der Pariser Staatsanwaltschaft wurde am Montag eine Klage wegen „Angriffs auf ein automatisiertes Datenverarbeitungssystem“ eingereicht.



Das Ministerium bestätigte ohne weitere Details, dass es sich um „alte Daten“ handele und dass „der Hackerangriff nicht auf die Server des Justizministeriums gerichtet war“.

Geschäftliche E-Mails, Telefonnummern, Postadressen und sogar IBANs: Die Excel-Datei, die der Nachrichtenagentur AFP zugespielt wurde, enthält insgesamt persönliche Daten von 1.121 Richtern und Staatsanwälten, wie zum Beispiel die der derzeitigen Ministerin für Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern, Isabelle Rome. Einige der betroffenen Personen sind mittlerweile im Ruhestand. Aber die Datei enthält auch Namen von Richtern, die noch im Dienst sind, wie die AFP feststellte.

Die Hackergruppe mit dem Namen KromSec hatte sich bereits am Sonntagabend auf ihrem Telegram-Kanal zu dem Angriff bekannt und gleichzeitig implizit auf die Unruhen verwiesen, die Frankreich seit fast einer Woche erschüttern. „Die weiteren Ereignisse in Frankreich werden darüber entscheiden, ob wir die Daten veröffentlichen oder nicht“, warnte die Hackergruppe.

„Die französische Regierung muss den Rassismus aus ihren Polizeikräften ausmerzen, sonst wird das Anonymous-Kollektiv den Demonstranten zu Hilfe kommen“, twitterte KromSec am Sonntag. Die Hackergruppe entschied sich am späten Montagmorgen für die Veröffentlichung der Daten, als andere Hackerteams versuchten, die Urheberschaft für den Cyberangriff für sich zu beanspruchen und die Daten weiterzuverkaufen.


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