Werden Covid-19-Spürhunde bald in Frankreich kranke Menschen erschnüffeln?

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Im Rahmen des Projekts Nosais-Covid-19 wurden Hunde darauf trainiert, den Geruch eines mit der Krankheit infizierten Menschen zu erkennen. Die Ergebnisse gelten als vielversprechend, aber die öffentlichen Behörden in Frankreich müssen noch überzeugt werden.

Das Aufspüren von Covid-19 ist zu ihrer Mission geworden. Im Rahmen des Nosaïs-Covid-19-Projekts, das von Professor Dominique Grandjean, Lehrer und Forscher an der Nationalen Veterinärschule von Alfort in Maisons-Alfort (Val-de-Marne), initiiert wurde, wurden in den letzten Monaten mehrere Hunde zur Erkennung von Covid-19 ausgebildet. Der Prozess gilt als vielversprechend und ist im Ausland auf grosses Interesse gestossen. Aber in Frankreich haben es die Forscher schwer, zu überzeugen.

Hunde, die bereits zur Erkennung bestimmter Krebsarten eingesetzt werden, sind in der Lage, den Geruch eines mit Covid-19 infizierten Menschen zu erkennen, indem sie an seinem Schweiß schnüffeln. Um dies zu beweisen, haben Dominique Grandjean und sein Team Schweißproben, die von Krankenhäusern zur Verfügung gestellt wurden, in Metallkegeln platziert. Mit ein wenig Training erkennen die Hunde schließlich den Schweiß eines Covid-19-infizierten Patienten und bellen oder legen sich hin, um ihn zu melden. “Wir erhalten Empfindlichkeitswerte, die je nach Hund zwischen 89 und 99 Prozent liegen”, sagt Grandjean, der darauf hinweist, dass ein Hund in “sechs bis acht Wochen” trainiert werden kann.

“Das Projekt wurde im Ausland schnell aufgenommen. Mehr als 20 Länder folgen uns mit ähnlichen Ergebnissen”, sagt Grandjean, “ebenso wie die Vereinigten Arabischen Emirate, die die Ressourcen bereitgestellt und Hunde auf den drei internationalen Flughäfen und an der Grenze zu Saudi-Arabien einsetzen. Eine Maßnahme, die man auch auf dem Flughafen Beirut im Libanon oder in den Hallen des Flughafens Helsinki in Finnland finden kann.

Französische Behörden etwas zögerlich
Aber was ist mit Frankreich, wo das Projekt geboren wurde? “Wir haben zehn Einsatzhunde auf dem nationalen Territorium”, so Professor Grandjean, der sagt, dass er “das mangelnde Interesse der öffentlichen Behörden an diesem Thema nicht versteht”. “Wir haben etwas, das funktioniert, das weniger kostet als andere Maßnahmen gegen die Epidemie, aber wir versuchen es nicht”, sagt Grandjean, der wissenschaftliche Artikel über sein Projekt veröffentlicht. “Das Potenzial ist vorhanden, aber es wird nicht genutzt, bis wir den Hund als potenzielles medizinisches Gerät integrieren”, wiederholt der Wissenschaftler.

Bevor diese Maßnahme gegen Covid-19 in unseren Bahnhöfen oder Flughäfen eingesetzt wird, könnten diese speziellen Hunde zunächst älteren Menschen nützlich sein. Mehrere hundert Hunde des Vereins Handi’chiens, die vor allem in Altersheimen eingesetzt werden, sollen laut Dominique Grandjean “bald für diese Mission ausgebildet” werden.


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