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Das französische Überseegebiet Neukaledonien hat seit Mitte Mai mit einer schweren Krise zu kämpfen, wegen der nun mehr als 250 Millionen Euro an staatlicher Unterstützung mobilisiert werden. Der Hochkommissar der Republik in Neukaledonien gab am Dienstag, dem 2. Juli, bekannt, dass diese Summe höher ist, als die jährlichen finanziellen Hilfen des Staates an die Gemeinden Neukaledoniens.

Hilfen für Unternehmen

Ein bedeutender Teil dieser Unterstützung kommt aus einem Solidaritätsfonds für Unternehmen. Dieser wurde eingerichtet, um einen Teil der Umsatzeinbußen zwischen Mai und Juni auszugleichen. Außerdem erhielt die Regierung von Neukaledonien einen rückzahlbaren Vorschuss in Höhe von 100 Millionen Euro (12 Milliarden CFP-Franken). Hintergrund dieser Maßnahmen sind die heftigen Auseinandersetzungen zwischen Unabhängigkeitsbefürwortern der kanakischen Urbevölkerung, Loyalisten und den Sicherheitskräften, die zu erheblichen Schäden an vielen Unternehmen und einer erheblichen Verlangsamung des wirtschaftlichen Lebens führten.

Weitere finanzielle Unterstützung in Aussicht

Die Gesamthilfen für Unternehmen könnten rund 20 Millionen Euro erreichen. Mehr als 5.000 Kleinunternehmen (TPE) und mittlere Unternehmen (PME) haben bereits Anträge auf Zahlungen aus dem Solidaritätsfonds gestellt. Jede dieser Firmen kann nun für den Monat Mai bis zu 3.000 Euro und für Juni bis zu 6.000 Euro erhalten. Bisher haben mehr als 1.300 Unternehmen bereits von dieser Hilfe profitiert.

Unterstützung für Arbeitnehmer

Neben der Hilfe für Unternehmen beteiligt sich der Staat auch an einem Kurzarbeitsprogramm, das gemeinsam mit der Regierung von Neukaledonien finanziert wird. Dafür sind insgesamt 51 Millionen Euro vorgesehen. Dieses Programm richtet sich an Arbeitnehmer von Unternehmen, die von Zerstörungen während der Unruhen betroffen waren und soll rund 19.000 Personen zugutekommen. Die Provinz Süd von Neukaledonien, in der sich auch die Hauptstadt Nouméa befindet, erhält zusätzlich eine spezielle Unterstützung von 4 Millionen Euro.

Die komplexe Lage in Neukaledonien

Seit fast zwei Monaten sind die Straßen Neukaledoniens von Unruhen geprägt. Unabhängigkeitsbefürworter und Loyalisten stehen sich in einem festgefahrenen Konflikt gegenüber, der auch die Wirtschaft stark beeinträchtigt. Unternehmen kämpfen ums Überleben, während der französische Staat und die lokale Regierung versuchen, die Wogen zu glätten und die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.

Mit diesen erheblichen Finanzhilfen zeigt der Staat nicht nur seine Solidarität, sondern auch sein Interesse an der Stabilität und dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Neukaledoniens. Die Maßnahmen sind ein Zeichen dafür, wie ernst die Situation ist und wie wichtig es ist, die wirtschaftlichen Grundlagen zu sichern – für eine Region, die bereits vor der Krise mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert war.

Ein Blick in die Zukunft

Wird diese Unterstützung ausreichen, um die Wirtschaft Neukaledoniens nachhaltig zu stabilisieren? Kritiker sehen das skeptisch. Die kommenden Monate werden zeigen, wie wirksam die Maßnahmen sind und ob weitere finanzielle Hilfen notwendig werden.


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