Alle Artikel · 06.02.2024 10:30
Bas-Rhin: Museum Würth im Zeichen der Olympischen Spiele mit Kunstausstellung über Sportarten
Sport und Freizeit aus der Sicht großer Künstler. Das Elsässische Museum Würth zeigt über 80 Werke bekannter Künstler vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute als Vorbereitung auf die Olympischen und Paralympischen Spiele in...
Sport und Freizeit aus der Sicht großer Künstler. Das Elsässische Museum Würth zeigt über 80 Werke bekannter Künstler vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute als Vorbereitung auf die Olympischen und Paralympischen Spiele in Paris 2024.
Von Fernand Léger über Camille Pissarro bis hin zu Joan Miró haben sich viele Künstler des letzten Jahrhunderts mit der Entwicklung des Sports in unserer Gesellschaft auseinandergesetzt. Ein künstlerischer Blick, der bis zum 15. September 2024 im Museum Würth in Erstein zu entdecken ist.
Die Demokratisierung des Sports begann im späten 19. Im 20. Jahrhundert beschleunigt sich jedoch alles, insbesondere mit der Einführung des bezahlten Urlaubs für Arbeiter und Angestellte im Jahr 1936. Alle sozialen Schichten können von da an Urlaub machen. Dies markiert eine höhere Gewichtung von Freizeit und Unterhaltung.
Eine Zeit, die auch den Maler Fernand Léger inspiriert. Sein Werk Les Loisirs (1944) gehört zu den Exponaten, die im Rahmen der Ausstellung "Frisbee!" im juseum Würth gezeigt werden. Zu sehen sind menschliche Figuren, einige von ihnen in Badeanzügen und mit Fahrrädern. Wer an Freizeit denkt, denkt auch an Sport.
Auch die Ausübung von Sportarten wird Anfang des 20. Jahrhunderts immer intensiver. Diese Entwicklung verstärkt sich während der 30-iger Jahre mit der Entwicklung der Konsumgesellschaft. Der Sport professionalisiert sich. Champions werden, ähnlich wie im Film, zu echten Stars.
In einem der Ausstellungsräume thront eine monumentale Skulptur des amerikanischen Boxers Sonny Liston, der 1962 Weltmeister im Schwergewicht wurde, geschaffen von dem österreichischen Künstler Alfred Hrdlicka. "Es ist eine Hommage an den berühmten Kampf von 1965, als Sonny Liston nach einer Minute und vierundvierzig Minuten vor dem jungen Muhammad Ali zu Boden ging. Eigentlich zeigt es auch den Verfall, das Leiden", beschreibt Marie-France Bertrand, Direktorin des Würth-Museums, die Skulptur.
Ein weiterer Sturz im wörtlichen wie im übertragenen Sinne, der den zeitgenössischen australischen Künstler Jan Nelson beeindruckte, war der des Radfahrers Joseba Beloki. Der Spanier, dem eine große berufliche Zukunft vorausgesagt wurde, stürzte 2003 bei der Tour de France. Eine lebensnahe Skulptur stellt ihn mit Glas und verletzt dar.
Bis zum 15. September 2024: Ausstellung "Frisbee!" im Museum Würth in Erstein
Auch die Schönheit der Geste hat ihren Platz in den Gängen des Museums mit dem Frisbee-Werfer der Künstlerin Donna Stolz, der übrigens auch das Plakat der Ausstellung ziert. Zui sehen ist auch die Anmut der Eisläuferin des Amerikaners Alex Katz. Die Kunst erzählt vom Sport und setzt ihn in Szene, obwohl die ersten modernen Olympischen Spiele von Pierre de Coubertin von den damaligen Künstlern verschmäht wurden, obwohl auch sie zum Wettkampf eingeladen waren.
Baron de Coubertin hatte nämlich 1906 Kunstdisziplinen wie Malerei, Bildhauerei und Musik in die Olympischen Spiele aufgenommen. "Das Olympische Komitee stellte fest, dass nur sehr wenige Künstler an den Spielen teilnahmen. Sie waren auch mehr am Geld interessiert, da sie ihre Werke bei den Olympischen Spielen an die Zuschauer verkauften", ist von Nathalie Belhoste, Fremdenführerin im Museum Würth, zu erfahren. "Eine Medaille macht nicht satt".
Ausstellung "Frisbee! Sport und Freizeit" - Musée Würth, rue Georges Besse, Erstein (Bas-Rhin) - Dienstag bis Samstag, 10 bis 17 Uhr; Sonntag, 10 bis 18 Uhr; bis zum 15. September 2024.