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Alle Artikel · 18.10.2024 09:57

Michel Barnier: "Das schlimmste Cévenol-Ereignis seit 40 Jahren" – Frankreichs Süden unter Wasser

Ein Naturereignis von nie dagewesenem Ausmaß: Sturzfluten, Stromausfälle und Evakuierungen. Frankreichs neuer Premierminister Michel Barnier zeigt sich tief besorgt. "So etwas hat es hier seit 40 Jahren nicht mehr gegeben", erklärt er nach seinem...

Ein Naturereignis von nie dagewesenem Ausmaß: Sturzfluten, Stromausfälle und Evakuierungen. Frankreichs neuer Premierminister Michel Barnier zeigt sich tief besorgt. "So etwas hat es hier seit 40 Jahren nicht mehr gegeben", erklärt er nach seinem Besuch im Krisenmanagement-Zentrum der Regierung am 18. Oktober 2024.

Frankreichs Süden wurde am Donnerstag von heftigen Regenfällen und Überschwemmungen getroffen. Besonders die Regionen Bouches-du-Rhône, Gard, Landes und Loire sind weiterhin im Ausnahmezustand – die Gefahr von Hochwasser bleibt hier bestehen. Auch andere Regionen wie die Ariège, Haute-Garonne, Gers, Tarn und Tarn-et-Garonne sind aufgrund des anhaltenden Regens und der Überflutungen weiter in Alarmbereitschaft. Die Einsatzkräfte kämpfen unermüdlich – über 2.300 Rettungseinsätze wurden bereits durchgeführt. Leben wurden gerettet, doch die Schäden sind verheerend.

Einzigartige Naturgewalt

Barnier warnt: "Die Schäden sind beträchtlich." Noch ist das volle Ausmaß der Verwüstung nicht absehbar, doch die Regierung versichert rasche Unterstützung. Von dem Minister für Inneres und Katastrophenschutz, Bruno Retailleau, wurde der Naturkatastrophen-Notstand ausgerufen, um Betroffenen schnelle Entschädigungen zu ermöglichen.

Und die Zahlen sprechen für sich: In vielen Gebieten brach die Stromversorgung zusammen. Mehr als 4.000 Haushalte waren oder sind allein in der Region Auvergne-Rhône-Alpes ohne Strom. Besonders stark betroffen sind die Loire mit 1.900 Haushalten, gefolgt von 600 im Rhône, 500 in der Ardèche und ebenfalls 500 in der Haute-Loire. Auch die Dordogne meldet 1.900 betroffene Haushalte. Enedis, der französische Netzbetreiber, arbeitet unter Hochdruck an der Wiederherstellung der Stromversorgung, betont jedoch, dass die Situation weiterhin fragil bleibt.

Abnehmende Gefahr, aber kein Grund zur Entwarnung

Auch wenn die schlimmste Phase des Unwetters laut Météo-France überstanden ist, bleibt Vorsicht geboten. Die rote Alarmstufe, die für die Regionen Rhône, Loire, Haute-Loire und Lozère gegolten hatte, wurde am frühen Morgen des 18. Oktober aufgehoben. Doch für eine komplette Entwarnung ist es noch zu früh. "Das Cévenol-Ereignis ist vorbei, jedoch sind weitere Schauer möglich, wenngleich nicht in dem Ausmaß der vergangenen Tage", so der Wetterdienst. Die Behörden warnen, dass sich die Situation erneut verschlechtern könnte.

Ursachen: Der Klimawandel?

Während die Aufräumarbeiten laufen, wird auch die politische Debatte lauter. Agnès Pannier-Runacher, Frankreichs Ministerin für ökologische Transformation, machte auf die Verbindung zwischen den zunehmenden Extremwetterlagen und dem Klimawandel aufmerksam. "600 Liter Regen in der Ardèche – das ist noch nie dagewesen", erklärt sie in einem Interview und betont, dass solche Ereignisse häufiger und intensiver werden könnten. Ihre Reise in die am stärksten betroffenen Gebiete, insbesondere die Loire und die Ardèche, steht bevor, um die Lage vor Ort zu begutachten.

Was bedeutet "Cévenol"?

Vielleicht fragen Sie sich: Was genau ist ein "Cévenol-Ereignis"? Der Begriff beschreibt intensive Regenfälle, die vor allem in den Cévennen, einer Bergregion im Süden Frankreichs, auftreten. Diese Ereignisse sind bekannt dafür, dass innerhalb kürzester Zeit extreme Regenmengen niedergehen und zu Überschwemmungen führen. Doch was in den letzten Tagen geschah, übertraf selbst die schlimmsten Vorhersagen.

Was kommt als Nächstes?

Obwohl die Pegelstände an einigen Orten bereits zurückgehen, bleibt die Lage angespannt. Tausende Menschen stehen vor den Trümmern ihrer Existenz – ohne Strom, teils ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Rettungsdienste arbeiten weiterhin rund um die Uhr, um die schlimmsten Schäden zu beheben und vor allem den Menschen zu helfen, die in den Fluten alles verloren haben.

Für viele stellt sich die Frage: Werden solche extremen Wetterlagen zur neuen Normalität? Der Klimawandel scheint zumindest eine Rolle zu spielen. Frankreich steht – wie viele andere Länder – vor der Herausforderung, sich besser auf solche Ereignisse vorzubereiten und den Klimaschutz weiter voranzutreiben.

Hoffnung am Horizont?

Eines ist jedoch klar: Die Solidarität in den betroffenen Regionen ist groß. Freiwillige Helfer und die Feuerwehr sind unermüdlich im Einsatz. Michel Barnier und seine Regierung versichern den Menschen vor Ort, dass alles Erdenkliche getan wird, um sie zu unterstützen und die Schäden zu beheben. Finanzielle Hilfen sind bereits auf dem Weg, und auch für langfristige Lösungen zur Vorbeugung solcher Katastrophen will die Regierung sich stark machen.

Doch die Erholung wird Zeit brauchen. Klar ist, dass nach den Wassermassen nichts mehr so sein wird wie vorher – sowohl für die betroffenen Menschen als auch für das Land. Auch die Frage, wie sich Frankreich in Zukunft gegen solche Katastrophen wappnen kann, wird wieder stärker in den Fokus rücken. Aber wie geht man mit solchen Unwettern um, wenn sie zunehmend unberechenbar werden?

https://twitter.com/gouvernementFR/status/1847190451847418154

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