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À la une · 08.08.2025 05:04

Wenn Bildschirme das Herz belasten – Warum zu viel Medienkonsum Kinder krank machen kann

Eine Stunde. Das klingt nach wenig. Nach einer Folge einer Serie, nach einem Level in einem Videospiel oder nach einem Video auf YouTube – und noch ein paar Minuten obendrauf. Doch genau diese eine...

Eine Stunde. Das klingt nach wenig. Nach einer Folge einer Serie, nach einem Level in einem Videospiel oder nach einem Video auf YouTube – und noch ein paar Minuten obendrauf.

Doch genau diese eine Stunde mehr kann den Unterschied machen.

Denn was viele Eltern ahnen, belegt nun eine neue Studie aus Dänemark mit Zahlen: Kinder und Jugendliche, die täglich lange vor Bildschirmen sitzen, haben ein deutlich höheres Risiko, an Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselkrankheiten zu erkranken. Die Erkenntnisse sind ebenso alarmierend wie konkret – und sie betreffen eine ganze Generation.

Die Forscherinnen und Forscher untersuchten über 1.000 Kinder im Alter von 10 und 18 Jahren. Sie analysierten deren tägliche Bildschirmzeit – ob Tablet, Handy oder Fernseher – und setzten sie in Relation zu verschiedenen Gesundheitsparametern. Der Fokus lag auf sogenannten kardiometabolischen Risikofaktoren: Blutdruck, Cholesterinwerte, Insulinempfindlichkeit.

Das Ergebnis: Jede zusätzliche Stunde vor dem Bildschirm erhöhte messbar das Risiko für gesundheitliche Probleme. Besonders betroffen waren die 18-Jährigen – also Jugendliche, die bereits viele Jahre digitalen Medien ausgesetzt sind.

Doch damit nicht genug.

Auch der Schlaf hatte Einfluss. Weniger Schlaf bedeutete: noch höhere Risiken. Wer abends länger zockt, scrollt oder streamt, schläft kürzer – und schadet seinem Körper gleich doppelt. Ein unheilvolles Wechselspiel aus digitaler Dauerberieselung und fehlender Regeneration.

Natürlich: Bildschirme sind nicht per se das Problem. Es geht um Maß und Gewohnheit. Wer ein Video schaut oder chattet, verdirbt sich nicht gleich die Gesundheit. Aber wer regelmäßig viele Stunden täglich vor einem Display verbringt, belastet seinen Körper – und zwar nicht nur die Augen oder den Nacken, sondern eben auch Herz und Stoffwechsel.

Interessant ist, dass sich die Auswirkungen mit dem Alter verstärken. Während bei den 10-Jährigen bereits ein Zusammenhang zwischen Bildschirmzeit und gesundheitlichen Risiken festgestellt wurde, war dieser Effekt bei den 18-Jährigen noch deutlicher. Ein Zeichen dafür, dass sich die Schäden kumulieren – und dass frühe Gewohnheiten langfristige Folgen haben.

Und was bedeutet das jetzt für den Alltag?

Müssen Kinder zurück ins analoge Zeitalter, zurück zu Büchern, Bällen und Bauklötzen? Nein – aber wir brauchen neue digitale Rituale. Nicht mehr Kontrolle, sondern mehr Bewusstsein. Ein Bildschirmfrei-Tag in der Woche. Eine digitale Schlafenszeit. Oder einfach mal eine Stunde Langeweile – offline.

Die Wissenschaft streitet noch über Details: Wie stark ist der Einfluss? Welche Rolle spielen andere Faktoren wie Ernährung oder Bewegung? Doch im Grundsatz herrscht Einigkeit: Jüngere Menschen reagieren empfindlicher auf digitale Reize als Erwachsene. Ihr Körper ist noch in der Entwicklung. Ihre Schlafzyklen sind anfälliger. Ihr Lebensstil prägt sich gerade erst aus.

Die Verantwortung liegt nicht allein bei Eltern oder Schulen. Auch Tech-Unternehmen, Politik und Gesellschaft sind gefragt, wenn es darum geht, gesündere Medienumfelder zu schaffen. Denn die große Frage lautet nicht: Wie viel ist zu viel? Sondern: Wie schaffen wir einen Alltag, in dem Kinder gesund groß werden – mit und trotz Bildschirmen?

Denn genau da liegt der Knackpunkt.

Autor: Andreas M. Brucker

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