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Alle Artikel · 25.09.2025 09:14

Herbstliche Genüsse im Juragebirge

Absinth, Käse, Schokolade & Wein – eine Reise für Nase, Gaumen und Herz Wenn sich das Juragebirge in warme Farben hüllt und die letzten Sonnenstrahlen sanft über die Hügel streichen, beginnt in dieser Region...

Absinth, Käse, Schokolade & Wein – eine Reise für Nase, Gaumen und Herz

Wenn sich das Juragebirge in warme Farben hüllt und die letzten Sonnenstrahlen sanft über die Hügel streichen, beginnt in dieser Region eine Zeit, in der man nicht nur spazieren, sondern auch schmecken, schnuppern und staunen möchte. Der Herbst hier ist kein bloßes Zwischenspiel – er ist die große Bühne für Aromen, Tradition und ganz viel Lebensfreude.


Pontarlier – wo die grüne Fee tanzt

Man sagt, wer einmal Absinth aus Pontarlier probiert hat, versteht den Zauber des „grünen Goldes“. Am ersten Oktoberwochenende feiern die Menschen hier die „Absinthiades“ – eine Hommage an das mythenumwobene Getränk, das einst verboten und nun wieder verehrt wird. Überall riecht es nach Anis, Kräutern und Geschichte.

Destillationen, Führungen durch alte Brennereien, kleine Märkte mit handgefertigten Gläsern und Etiketten – hier taucht man tief ein in die Kultur des Absinths.

Und das Beste? In einer kleinen Mikro-Destillerie im Ort L’Abergement-le-Petit kann man selbst zum Destillateur werden. Ein bisschen wie Alchemie, ein bisschen wie Magie – am Ende hält man seine eigene Flasche Absinth oder Gin in der Hand. Nicht schlecht, oder?


Schokoladensehnsucht in Ornans

Draußen weht der Wind durch die bunten Bäume, drinnen knistert der Kamin – und auf dem Tisch: Schokolade. Wer sagt da nein? In Ornans wartet eine kleine, feine Schokoladenfabrik auf Besucher.

Hier ist alles handgemacht. Vom Kakaobohnen-Mahlwerk bis zur glänzenden Praline – jeder Schritt duftet nach Geduld, Können und einem Hauch Kindheitserinnerung. Besucher dürfen nicht nur schauen, sondern auch mitmachen. Bei Workshops lernt man, wie man Trüffel rollt oder Tafeln gießt.

Manchmal fliegt sogar ein bisschen Schokolade durch die Luft – nicht aus Versehen, sondern aus Begeisterung.


Der Mont d'Or: Ein Käse wie eine Umarmung

Sobald der September anklopft, kehrt er zurück: der Mont d'Or. Cremig, weich, mit einer feinen Rinde und dieser typischen Spanschachtel, die ihn schützt wie einen Schatz.

Am besten? Ofenwarm. Einfach Deckel ab, ein bisschen Weißwein dazu, ab in den Backofen – und dann mit Löffel, Brot oder Kartoffeln eintauchen. Ein Essen wie eine Umarmung an einem kalten Herbstabend.

Man findet ihn in kleinen Almläden, auf Märkten und in den Restaurants der Region. Und wer nach einer Wanderung durch die herbstlichen Wälder diesen Käse probiert, spürt: Glück kann sehr einfach sein.


Arbois und das Fest des Biou

Wein im Jura? Oh ja. Und was für einer. Zwischen sanften Hügeln gedeihen Sorten wie Savagnin, Trousseau oder der berühmte Vin Jaune. Und zum Dank feiert Arbois Anfang September ein Fest, das seinesgleichen sucht.

Das „Biou“ ist eine riesige Traube – aus echten Reben kunstvoll gebunden – die feierlich in die Kirche getragen wird. Musik spielt, die Menschen tragen Trachten, der Duft von Trauben und Erde liegt in der Luft.

Wer sich fragt, ob Wein wirklich Kultur sein kann – hier findet er die Antwort. Und ja, es wird auch verkostet. Viel. Und gut.


Dole – wo Geschmack zu Hause ist

Am gleichen Wochenende wie die Absinthiades lockt auch Dole mit einem besonderen Fest: Das „Wochenende des Chat Perché“.

Stellen Sie sich kleine Gassen vor, gefüllt mit Ständen, Düften, Musik und Lachen. Köche zeigen, was sie können, Bauern präsentieren ihre besten Produkte, Winzer schenken großzügig ein.

Es ist ein Fest für den Magen, aber auch für die Seele. Ideal für Familien mit Kindern, für Paare, für neugierige Genießer. Wer Hunger mitbringt, geht satt und glücklich wieder heim – versprochen.


Mit dem Fahrrad durchs goldene Band

Für alle, die lieber aktiv genießen: Der EuroVélo 6 führt durchs Juragebirge. Ein Flussradweg, der sich durch Wälder, Dörfer und Weinberge schlängelt wie ein gemalter Pfad.

Besonders im Herbst ist diese Strecke ein Geheimtipp. Die Farbenpracht links und rechts ist atemberaub... pardon – wirklich eindrucksvoll. Dazu: Wenig Verkehr, viele Rastplätze, Bauernhöfe mit Verkostung, kleine Gasthäuser zum Einkehren.

Kinder? Kein Problem. Die Wege sind familienfreundlich, es gibt kindgerechte Etappen und oft sogar Tiere auf den Wiesen, die neugierig in die Kamera schauen.


Warum du gerade jetzt in den Jura reisen solltest

Weil der Herbst hier mehr ist als nur das Ende des Sommers.

Er ist der Auftakt für Geschichten, die nach Butter, Beeren und Barrique schmecken. Für Begegnungen mit Menschen, die stolz auf ihre Region sind. Für kleine Glücksmomente im warmen Licht der sinkenden Sonne.

Und mal ehrlich – wann haben Sie sich das letzte Mal so richtig Zeit für Genuss genommen?

Ein Reisebericht von V.O.Yager

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