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Alle Artikel · 07.11.2025 06:43

Camille Cottin übernimmt: Schauspielstar wird Präsidentin der César-Verleihung 2026

Sie hat Lady Gaga die Show gestohlen, Matt Damon Paroli geboten – und bald steht sie selbst im Zentrum des französischen Filmkosmos: Camille Cottin wird die 51. César-Verleihung leiten. Die Schauspielerin, die mit bissigem...

Sie hat Lady Gaga die Show gestohlen, Matt Damon Paroli geboten – und bald steht sie selbst im Zentrum des französischen Filmkosmos: Camille Cottin wird die 51. César-Verleihung leiten. Die Schauspielerin, die mit bissigem Humor und viel Herz zum Star wurde, tritt damit in die Fußstapfen von Catherine Deneuve.

Am 27. Februar 2026 wird das Pariser Olympia-Theater zum Epizentrum des französischen Films. Die Académie des Arts et Techniques du Cinéma und Canal+ haben es offiziell gemacht: Cottin, 46, übernimmt die ehrenvolle Rolle der Präsidentin bei Frankreichs bedeutendster Filmpreisverleihung.

Wer Camille Cottin nur als „Connasse“ kennt, hat einiges verpasst.

Mit der gleichnamigen Serie schoss sie zwar 2013 wie ein Komet ins Rampenlicht, doch längst hat sie sich als facettenreiche Schauspielerin etabliert – mit Tiefgang, Timing und internationalem Format.

In der gefeierten Agentenserie Dix pour cent brillierte sie als toughe Schauspielagentin mit Herz, in Killing Eve zeigte sie ihre dunklere, englischsprachige Seite. Auch auf der großen Leinwand überzeugt sie immer wieder mit Rollen, die weit über das Klischee hinausgehen.

Da war etwa Deux Moi von Cédric Klapisch, ein zartes Großstadtporträt zweier einsamer Seelen, oder Le Mystère Henri Pick, ein charmanter Krimi mit literarischem Kern. Und dann war da Stillwater – ein Hollywood-Drama, in dem sie an der Seite von Matt Damon eine ebenso kraftvolle wie verletzliche Rolle spielte.

Nicht zu vergessen: Ridley Scotts House of Gucci. Zwischen Adam Driver und Lady Gaga ließ sich Cottin nicht unterbuttern – sondern zeigte, dass französische Schauspielkunst auch im globalen Kino ihren Platz behauptet.

Jetzt also César-Präsidentin. Ein Amt, das mehr bedeutet als nur Glamour und Redenhalten.

Es ist eine Geste der Anerkennung – und ein Signal. Für eine Branche, die nach Identifikationsfiguren sucht, die nahbar sind und zugleich strahlen. Cottin verkörpert beides. Ihre Karriere: ein Beispiel für das Zusammenspiel von Talent, Mut und Durchhaltevermögen.

Ihr Weg war alles andere als vorgezeichnet. Erst mit Mitte 30 gelang ihr der Durchbruch. Und das ausgerechnet mit einem Format, das den Begriff „politisch unkorrekt“ neu definierte: Connasse. Ein Mix aus versteckter Kamera, respektlosem Witz und einer weiblichen Anti-Heldin, wie es es im französischen Fernsehen zuvor nicht gab.

2016 wurde sie für Connasse, Princesse des cœurs sogar für den César als beste Nachwuchsschauspielerin nominiert.

Seither ist viel passiert. Und auch aktuell ist Cottin so präsent wie selten.

In Rembrandt von Pierre Schoeller (Start: 24. September) steht sie derzeit auf der Leinwand, gefolgt von Les Enfants vont bien (3. Dezember) – einem Drama von Nathan Ambrosioni, in dem sie die Hauptrolle spielt. Das Jahr beschließt sie mit Le Pays d’Arto, einem Film von Tamara Stepanian, der am 31. Dezember Premiere feiert.

Drei Filme, drei Hauptrollen – wer da noch an Zufall glaubt, kennt Cottin schlecht.

Und als wäre das nicht schon genug Prominenz, bekommt die 51. César-Gala noch ein weiteres Highlight: Jim Carrey, der kanadisch-amerikanische Schauspieler und Komiker, wird mit dem César d’honneur für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Kaum ein Name steht so sehr für physische Komik, exzentrisches Schauspiel und emotionale Tiefe. Von Die Maske über Truman Show bis Eternal Sunshine of the Spotless Mind – Carrey hat Generationen geprägt.

Durch den Abend führen wird Benjamin Lavernhe, Mitglied der ehrwürdigen Comédie-Française – ein Mann mit Theaterseele und Kinogesicht, der die große Bühne gewohnt ist.

So verspricht die kommende César-Nacht mehr zu werden als nur eine Gala der französischen Filmbranche. Sie wird ein Spiegel der Vielseitigkeit, ein Fest der Talente – und mit Camille Cottin an der Spitze: ein Plädoyer für Mut zur Individualität.

Oder wie sie es vielleicht selbst sagen würde: „Pas parfaite – mais vraiment moi.“

Autor: C.H.

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