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À la une · 08.05.2026 05:56

Rekordfund im Hafen von Fos-sur-Mer: Zoll entdeckt 26 Tonnen Schmuggel-Zigaretten

Im Hafen von Fos-sur-Mer haben französische Zollbeamte einen der größten Tabakfunde der vergangenen Jahre gemacht. Anfang März entdeckten die Einsatzkräfte rund 26 Tonnen Schmuggel-Zigaretten – versteckt in zwei Containern, die offiziell lediglich Toilettenpapier transportieren...

Im Hafen von Fos-sur-Mer haben französische Zollbeamte einen der größten Tabakfunde der vergangenen Jahre gemacht. Anfang März entdeckten die Einsatzkräfte rund 26 Tonnen Schmuggel-Zigaretten – versteckt in zwei Containern, die offiziell lediglich Toilettenpapier transportieren sollten. Die Ware stammte aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und war für Italien bestimmt.

Schon Ende Februar gerieten die beiden Container ins Visier der Zollfahnder von Marseille. Solche Kontrollen gehören im riesigen Industrie- und Handelshafen von Fos-sur-Mer zum Alltag. Tausende Container passieren dort jede Woche die Terminals. Doch manchmal reicht ein kleines Detail in den Frachtpapieren, ein untypischer Transportweg oder schlicht Erfahrung aus, damit Ermittler genauer hinschauen. Genau das geschah hier.

Der Scanner zeigte Auffälligkeiten.

Offiziell war nur eine einzige Warenart deklariert. Auf den Bildern tauchten jedoch unterschiedliche Strukturen im Inneren der Container auf – ein klassisches Warnsignal für Schmuggelware. Bei der Öffnung bestätigte sich der Verdacht schnell: Hinter Paletten mit Babyfeuchttüchern lagen Kartons, sorgfältig unter Jutesäcken verborgen. Darin befanden sich zehntausende Zigarettenstangen.

Am folgenden Tag räumten die Beamten beide Container vollständig in einem gesicherten Lager aus. Das Ergebnis hatte selbst erfahrene Ermittler überrascht: 136.450 Stangen Zigaretten mit einem Gesamtgewicht von fast 26 Tonnen. Für die französischen Behörden gilt die Aktion als „historische Sicherstellung“.

Der Fall zeigt, wie professionell internationale Schmuggelnetzwerke inzwischen arbeiten. Tarnladungen mit Alltagsprodukten gehören längst zur Standardmethode. Toilettenpapier, Babytücher oder Lebensmittel wirken auf den ersten Blick harmlos und ziehen im weltweiten Warenverkehr kaum Aufmerksamkeit auf sich. Genau darauf setzen kriminelle Organisationen. Doch die französischen Zollbehörden investieren seit Jahren massiv in Scannertechnik, Datenanalyse und maritime Überwachung. Offenbar mit Erfolg.

Interessant wirkt auch der Umgang mit der legalen Ware in den Containern. Das Toilettenpapier und die Feuchttücher landeten nicht automatisch im Müll. Die Produkte wurden zunächst sichergestellt und untersucht. Sollten sie den europäischen Normen entsprechen, könnten sie später an Hilfsorganisationen gespendet werden. Ein eher ungewöhnlicher Nebenaspekt in einem Fall, der ansonsten nach Krimi klingt.

Der Schmuggel mit Tabakwaren bleibt in Frankreich ein riesiges Geschäft. Hohe Preise und steigende Steuern machen Zigaretten auf dem Schwarzmarkt extrem lukrativ. Zwischen legalem Verkaufspreis und illegal eingeführter Ware liegen oft mehrere Euro Gewinn pro Packung. Da kommt schnell ein Millionenbetrag zusammen. Tja – für organisierte Banden ein Geschäft, das leider fast so sicher kalkuliert wirkt wie ein Containerfahrplan.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Bereits im Januar hatten Zollbeamte im Hafen von Marseille-Fos fast 16 Tonnen Schmuggel-Zigaretten abgefangen. Nun folgt dieser neue Rekord. Insgesamt beschlagnahmte der französische Zoll im Jahr 2025 rund 548 Tonnen Tabakprodukte – zwölf Prozent mehr als im Vorjahr.

Für die Behörden gilt das als Erfolg. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung aber auch, wie stark die internationalen Schmuggelrouten weiterhin ausgelastet sind. Der Kampf gegen den illegalen Tabakhandel gleicht damit einem endlosen Katz-und-Maus-Spiel zwischen Zoll und organisierter Kriminalität.

Von Daniel Ivers

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