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À la une · 17.01.2025 09:26

Ablehnung des ersten Misstrauensvotums gegen die Regierung François Bayrou

Kritik der LFI an der Haltung der Sozialisten. Die Parti Socialiste (PS) geriet am Donnerstagabend heftig in die Kritik von La France Insoumise (LFI). „Die Parti Socialiste hat sich vom Rest des Neuen Volksfronts...

Kritik der LFI an der Haltung der Sozialisten.

Die Parti Socialiste (PS) geriet am Donnerstagabend heftig in die Kritik von La France Insoumise (LFI). „Die Parti Socialiste hat sich vom Rest des Neuen Volksfronts (Nouveau Front Populaire, NFP) isoliert“, erklärte Mathilde Panot, die Fraktionsvorsitzende der LFI. Hintergrund war die Haltung der PS zum Misstrauensvotum gegen die Regierung von François Bayrou.


Ein Misstrauensvotum ohne Erfolg

Am Donnerstag, dem 16. Januar, überstand die Regierung von Premierminister François Bayrou ihr erstes Misstrauensvotum, das von der LFI eingebracht wurde. Dieses scheiterte mit nur 131 Stimmen deutlich an der benötigten Mehrheit von 288 Stimmen. Die Motion, die nach der Regierungserklärung des Premierministers eingereicht wurde, wurde auch von kommunistischen und grünen Abgeordneten unterstützt. Die Parti Socialiste hatte jedoch bereits im Vorfeld angekündigt, das Votum nicht zu unterstützen. Lediglich acht sozialistische Abgeordnete stimmten dafür.

Mathilde Panot kritisierte diese Entscheidung scharf: „Der Parti Socialiste hat sich isoliert.“ Sie fügte hinzu: „Wir sind die Alternative, die weiterhin kämpft.“ Der PS stellte in einer Erklärung klar: „Wir bleiben in der Opposition.“


Olivier Faure: „Eine Linke, die vorwärtsgeht“

Olivier Faure, Erster Sekretär der PS, verteidigte die Entscheidung, das Misstrauensvotum nicht zu unterstützen. Er betonte, dass die PS „in der Opposition“ bleibe, aber „offen für Kompromisse“ sei. Gleichzeitig warnte er, dass ein Meinungswechsel der Sozialisten „jederzeit möglich“ sei. In einer emotionalen Rede im Parlament hob Faure hervor, dass die PS dazu beigetragen habe, „den Franzosen einen härteren Staatshaushalt zu ersparen“. „Wir haben Fortschritte erzielt und kämpfen weiter, um das Budget zu verbessern“, erklärte Boris Vallaud, Vorsitzender der sozialistischen Fraktion.


Bayrou: „Ein anderer Weg ist möglich“

Premierminister François Bayrou sprach von einem „anderen Weg“ jenseits von Konfrontation und internen Kämpfen. „Nach viel Arbeit und Verhandlungen eröffnet sich ein Weg, um gemeinsam eine andere Zukunft zu gestalten“, erklärte er. Gleichzeitig warf er der LFI vor, eine „Kultur der inneren Kriege“ zu fördern.


Neue Zugeständnisse der Regierung

In einem Schreiben an die PS kündete Bayrou neue Zugeständnisse an:

  • Der Vorschlag, die Karenzzeit im Krankheitsfall für Beamte von einem auf drei Tage zu erhöhen, wurde verworfen.
  • Die geplante Steuer auf hohe Einkommen bleibt Teil des Budgets 2025.
  • Die Streichung von 4.000 Lehrerstellen im Bildungswesen wird nicht umgesetzt. Stattdessen sollen 2.000 neue Stellen für Inklusionsbegleiter geschaffen werden.

Mélenchons scharfe Kritik

Jean-Luc Mélenchon, Führer der LFI, warf der PS vor, die Einheit der Neuen Volksfront zu zerstören. „Die PS spaltet den NFP“, schrieb er auf X. Er fügte hinzu: „Die drei anderen Gruppen stimmen für das Misstrauensvotum. Wir kämpfen weiter.“


Mission der Cour des comptes zu den Renten

Parallel dazu hat François Bayrou die Cour des comptes (Rechnungshof) beauftragt, eine Analyse zur Finanzierung des Rentensystems zu erstellen. Pierre Moscovici, Präsident der Behörde, erklärte, diese Arbeit werde „einige Wochen“ in Anspruch nehmen. Ziel sei es, eine objektive Grundlage für Diskussionen mit den Sozialpartnern zu schaffen. Erste Gespräche mit Gewerkschaften und Arbeitgebern sind bereits für Freitag geplant.


Die Ablehnung des Misstrauensvotums spiegelt nicht nur Spannungen innerhalb der Linken wider, sondern zeigt auch den Willen der Bayrou-Regierung, durch Zugeständnisse und Verhandlungen Brücken zu schlagen. Ob dieser „andere Weg“ jedoch langfristig tragfähig ist, bleibt abzuwarten.

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