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Aktuell · 06.07.2026 13:04

Affäre Jubillar: Anwalt berichtet von Geständnis und angekündigten Hinweisen zum Leichenfund

Der neue Verteidiger von Cédric Jubillar sagt, sein Mandant habe „Es ist mein Verdienst“ erklärt und schriftliche Angaben zum mutmaßlichen Ablageort angekündigt. Die Justiz prüft, ob daraus neue Suchmaßnahmen folgen.

Toulouse – 06.07.2026: Der Anwalt von Cédric Jubillar, Maître Pierre Debuisson, hat nach übereinstimmenden Medienberichten erklärt, sein Mandant habe ihm gegenüber die Verantwortung für das Verschwinden seiner Ehefrau Delphine eingeräumt. In Toulouse sagte der neue Verteidiger, Jubillar habe wörtlich erklärt: „Es ist mein Verdienst“, und angekündigt, schriftlich präzisere Hinweise zum mutmaßlichen Ablageort des Körpers zu liefern. Die Angaben seien den zuständigen Stellen übermittelt worden oder sollten zeitnah übergeben werden, hieß es.

Der Fall um die seit Dezember 2020 vermisste Krankenpflegerin bewegt Frankreich seit Jahren. Cédric Jubillar war im Oktober 2025 in erster Instanz im Département Tarn wegen Tötung verurteilt worden; er weist die Tat seit seiner Festnahme im Juni 2021 überwiegend zurück. Nach der Einlassung, die Debuisson nun schildert, könnte es zu verfahrensrechtlichen und praktischen Konsequenzen kommen. Die Staatsanwaltschaft prüft den Status der behaupteten Erklärung und ob daraus konkrete Suchaufträge, erneute Geländegänge oder gezielte forensische Sicherungen ableitbar sind.

Laut Debuisson habe Jubillar die Tathandlung eingeräumt und angedeutet, den vermuteten Ablageort verändert zu haben. Eine solche Darstellung bedarf unabhängiger Bestätigung: Ermittler müssten jeden Hinweis auf Plausibilität, zeitlichen Zusammenhang und topografische Verifizierbarkeit prüfen. In vergleichbaren Verfahren werden mögliche Schriftstücke formal registriert, in der Akte hinterlegt und mit Ortsbegehungen oder Grabungsgenehmigungen abgeglichen. Rechtlich bleibt zudem zu beachten, dass ein Geständnis allein ohne belastbare Spurenlage vor höheren Instanzen nicht zwingend Bestand hat.

Vertreter der Nebenklage reagierten zurückhaltend. Aus dem Umfeld der Familie hieß es, jede glaubhafte Spur werde begrüßt, entscheidend sei jedoch die Überprüfung durch Polizei und Justiz. Prozessbeobachter verweisen darauf, dass ein mögliches Geständnis nach einer Verurteilung in erster Instanz in die Bewertung künftiger Rechtsmittel und etwaiger Strafzumessungsfragen einfließen kann, zugleich aber neue Ermittlungsansätze eröffnet, falls es bei der Suche nach sterblichen Überresten verwertbare Hinweise gibt.

Cédric Jubillar befindet sich seit dem 18. Juni 2021 in Untersuchungshaft und wird im Gefängnis von Seysses bei Toulouse festgehalten. Debuisson, erst seit Kurzem mandatiert, erklärte, er habe seinen Mandanten auf die Tragweite der Aussage hingewiesen. Offizielle Details zu Zeitpunkt, Umfang und Form der mutmaßlichen schriftlichen Erklärung wurden zunächst nicht veröffentlicht. Die Justizbehörden machen erfahrungsgemäß erst dann Angaben, wenn Maßnahmen beschlossen oder Einsätze abgeschlossen sind. Bis dahin bleibt ausschlaggebend, ob die angekündigten Hinweise ausreichend konkret sind, um gezielte Suchaktionen auszulösen.

Quellen

  • Franceinfo (RSS)
  • TF1info
  • AFP via Boursorama
  • Le Dauphiné Libéré
  • La Dépêche du Midi

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