Aktuell · 26.06.2026 20:32
Anpassung von Gebäuden an den Klimawandel: Ein neuer Leitfaden für den Winter
Angesichts der zunehmenden Hitzewellen fordert der Ingenieur Guillaume Perrin eine ganzjährige Diskussion über die Anpassung von Gebäuden an den Klimawandel, um Schüler und Personal vor extremer Hitze zu schützen.
Paris – 26.06.2026: Angesichts der aktuellen Hitzewelle in Frankreich betont der Ingenieur und Klimawandel-Experte Guillaume Perrin die Notwendigkeit, die Anpassung von Gebäuden an extreme Temperaturen nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter zu thematisieren. Perrin, der seit fast zehn Jahren die Widerstandsfähigkeit von Schulen gegenüber Hitzewellen untersucht, warnt vor der Gefahr, dieses Thema in den kühleren Monaten zu vernachlässigen. Er betont, dass die Anpassung von Gebäuden an den Klimawandel eine ganzjährige Aufmerksamkeit erfordert, um Schüler und Personal vor extremen Temperaturen zu schützen.
In einer kürzlich veröffentlichten Stellungnahme erklärte Perrin: "Meine größte Sorge ist, dass wir im Dezember und Januar nicht mehr über die Anpassung von Gebäuden an Hitzewellen sprechen." Er verweist auf die Dringlichkeit, jetzt zu handeln, um die Widerstandsfähigkeit von Schulen gegenüber zukünftigen Hitzewellen zu erhöhen.
Um diesem Bedarf gerecht zu werden, hat der Plan Bâtiment Durable einen neuen Leitfaden veröffentlicht, der eine gemeinsame Methodologie für die Anpassung bestehender Gebäude an den Klimawandel bietet. Dieser Leitfaden, der auf den Beiträgen verschiedener Experten basiert, einschließlich des Cerema, des CSTB und der ADEME, zielt darauf ab, ein gemeinsames Vokabular zu etablieren und eine Kultur der Anpassung zu fördern. Er bietet eine schrittweise, reproduzierbare Methode, die von Akteuren im Immobiliensektor, in der Bauleitung und im Ingenieurwesen genutzt werden kann.
Der Leitfaden strukturiert den Anpassungsprozess sowohl auf der Ebene eines Gebästands als auch auf der Ebene einzelner Gebäude. Für Bestände wird eine mehrstufige Vorgehensweise vorgeschlagen, die unter anderem die Identifizierung von Risiken und die Entwicklung eines langfristigen Aktionsplans umfasst. Auf der Ebene einzelner Gebäude bietet der Leitfaden detaillierte Kriterien zur Bewertung der Anfälligkeit und der Anpassungsfähigkeit.
Perrin betont, dass die Anpassung von Gebäuden an den Klimawandel nicht nur eine technische Herausforderung ist, sondern auch eine Frage der sozialen Verantwortung. Er fordert eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Architekten, Ingenieuren, Stadtplanern und politischen Entscheidungsträgern, um Lösungen zu entwickeln, die sowohl effektiv als auch sozial gerecht sind.
Abschließend unterstreicht Perrin die Bedeutung einer kontinuierlichen Diskussion und Planung, um sicherzustellen, dass Gebäude in Frankreich den Herausforderungen des Klimawandels gewachsen sind. Er appelliert an alle Beteiligten, die Anpassung von Gebäuden an extreme Temperaturen als eine ganzjährige Aufgabe zu betrachten und nicht nur als saisonale Reaktion auf Hitzewellen.
Durch die Umsetzung solcher Leitfäden und die Förderung einer ganzjährigen Diskussion kann Frankreich die Widerstandsfähigkeit seiner Gebäude gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels stärken und somit einen Beitrag zum Schutz seiner Bürger leisten.
Quellen
- Plan Bâtiment Durable
- Cerema
- CSTB
- ADEME