Aktuell · 03.07.2026 06:29
AP‑HP erhält 1.800 mobile Klimageräte – getrennt von staatlicher Großbestellung
Die Pariser Krankenhausgruppe AP‑HP lässt 1.800 Klimageräte aus einer eigenen Bestellung liefern. Sie ergänzt damit die von der Regierung validierte Beschaffung von 30.000 Geräten für Kliniken im ganzen Land.
Paris – 03.07.2026: Die Assistance Publique–Hôpitaux de Paris (AP‑HP) hat den Versand von 1.800 mobilen Klimageräten bestätigt. Die Geräte stammen aus einer internen Bestellung der Gruppe und sind nicht Teil der jüngst vom Staat validierten Beschaffung von 30.000 Geräten für französische Krankenhäuser. Die AP‑HP kündigte an, die Lieferung nach Dringlichkeit und technischen Voraussetzungen auf ihre 38 Einrichtungen zu verteilen, um insbesondere Patientenzimmer und Aufenthaltsbereiche kurzfristig zu kühlen.
Nach Angaben der Krankenhausgruppe wurden bereits in den vergangenen Monaten mehrere Hundert zusätzliche Geräte in Betrieb genommen. Weitere Kontingente bleiben in Wartestellung, um bei anhaltenden Hitzewellen gezielt Stationen zu entlasten. Parallel dazu bereiten die Technikabteilungen der Häuser Einsatzpläne vor, um Stromlast, Lärmpegel und Brandschutz mit den Aufstellmöglichkeiten in älteren Gebäudeteilen zu vereinbaren.
Die Regierungsankündigung zur landesweiten Beschaffung von 30.000 Klimageräten geht auf eine Krisensitzung Ende Juni zurück. Premierminister Sébastien Lecornu bestätigte die Validierung der Bestellung als kurzfristige Maßnahme für Akutkliniken, Notaufnahmen und Pflegeeinrichtungen. Zuständige Ministerien verweisen darauf, dass der Bedarf angesichts wiederkehrender Hitzewellen schnell und breit gedeckt werden müsse, während die Verteilung über die regionalen Gesundheitsbehörden organisiert wird.
Fachlich verweisen Klinikleitungen und Gesundheitsexperten jedoch auf Grenzen mobiler Systeme. In Operationssälen, Intensivbereichen oder Laboren gelten zentrale Klima‑ und Lüftungsanlagen mit definierter Luftqualität als Standard. Mobile Monoblockgeräte eignen sich vor allem für Patientenzimmer, Untersuchungsräume, Büros und Pflegearbeitsplätze. Empfohlen werden regelmäßige Reinigung, Filterwechsel und Leistungsprüfungen, um Keimbelastungen zu vermeiden und den Energieverbrauch zu begrenzen.
Die Diskussion berührt grundsätzliche Infrastrukturfragen. Berufsverbände und Personalvertretungen begrüßen kurzfristige Entlastungen, mahnen aber verbindliche Einsatzregeln, Hitzeschutzpläne für Beschäftigte sowie Investitionen in bauliche Prävention an – etwa Verschattung, Fassadendämmung, Nachtauskühlung und zentrale Kälteverbünde. Die Regierung hat ein Programm zur energetischen Modernisierung des Krankenhausbestands skizziert; genannt wurden zusätzliche Mittel im dreistelligen Millionenbereich. Für die AP‑HP steht damit eine Doppelstrategie im Fokus: sofortige Überbrückung durch mobile Technik und mittelfristige Umbauten, um kritische Stationen dauerhaft klimaresilient auszustatten.
Kurzfristig bleibt die Logistik der Dreh‑ und Angelpunkt. Die AP‑HP koordiniert Anlieferung, Aufstellung und Wartung der 1.800 Geräte hausübergreifend und will deren Wirkung im laufenden Betrieb evaluieren. Zusammen mit der staatlichen Großbestellung entsteht so ein Puffer für die heißen Wochen des Sommers, während Planungen für strukturelle Verbesserungen weiterlaufen.
Quellen
- franceinfo (Meldung gemeldet in RSS)
- AP‑HP Pressemitteilungen
- Matignon / Regierungsverlautbarungen
- Le Parisien
- Europe1