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Alle Artikel · 15.03.2025 08:04

Basilika Saint-Denis: Nach 180 Jahren beginnt endlich der Wiederaufbau der legendären Turmspitze

Seit fast zwei Jahrhunderten fehlte ihr ein entscheidendes Element – doch nun bekommt die Basilika Saint-Denis endlich ihre ikonische Nordflèche zurück. Am 14. März wurde in Anwesenheit der französischen Kulturministerin die erste von über...

Seit fast zwei Jahrhunderten fehlte ihr ein entscheidendes Element – doch nun bekommt die Basilika Saint-Denis endlich ihre ikonische Nordflèche zurück. Am 14. März wurde in Anwesenheit der französischen Kulturministerin die erste von über 15.000 Steinen gesetzt.

Für die Stadt Saint-Denis ist das ein historischer Moment. Schließlich war die Turmspitze seit 1846 verschwunden, nachdem sie durch Blitzschläge und Stürme schwer beschädigt worden war. Aus Geldmangel blieb der Wiederaufbau auf der Warteliste – bis jetzt.

Ein Monument kehrt zurück

Die Basilika Saint-Denis, letzte Ruhestätte der französischen Könige und architektonische Wegbereiterin der Gotik, wird nun endlich wieder vollständig sein. „Wenn man nach oben blickt, sieht man 15.228 Steine, die sich wieder vereinen. Das ist beeindruckend“, beschreibt Julien de Saint-Jores, Leiter des Projekts Suivez la Flèche.

Der Wiederaufbau folgt den Originalplänen des Architekten François Debré, der die Turmspitze im 19. Jahrhundert abgebaut hatte, sowie den Skizzen des berühmten Eugène Viollet-le-Duc, bekannt für seine Restaurierungsarbeiten an Notre-Dame.

Und es ist eine Rückkehr in die Höhe: Der Turm wird am Ende wieder über 90 Meter in den Himmel ragen.

Stein für Stein – und jeder kann zuschauen

Besonders spannend: Die Steine werden direkt vor der Basilika bearbeitet, und Besucher können den Handwerkern bei der Arbeit zusehen. Der Wiederaufbau von Notre-Dame hat viele traditionelle Berufe wieder ins Rampenlicht gerückt – darunter Steinmetze, Zimmerleute und Gerüstbauer.

Eine der beteiligten Steinmetzinnen, Hélène, freut sich über das neue Großprojekt: „Nach Notre-Dame dachten wir, wir würden in ein Loch fallen – aber jetzt haben wir noch für Jahre genug zu tun!“

Der Wiederaufbau kostet über 22 Millionen Euro – finanziert durch öffentliche Mittel, aber auch durch private Spenden. Jeder kann eine eigene Steinpatenschaft übernehmen und so zum Wiederaufbau beitragen.

Eine Steinpatenschaft als Vermächtnis

Mehr als 500 Menschen haben sich bereits eine digitale „Patenschaft“ für einen Stein gesichert. Der Clou: Die Paten können verfolgen, wann „ihr“ Stein aus dem Steinbruch geholt, bearbeitet und schließlich verbaut wird.

Für Gérard und seine Frau, zwei Rentner aus der Region, ist das mehr als nur eine Spende. Unsere Steine sind nummeriert, wir wissen genau, wo sie in der neuen Turmspitze liegen werden. Und wenn wir nicht mehr da sind, bleibt unsere Spende für Jahrhunderte bestehen.“

Noch warten über 15.000 Steine auf Paten, von kleinen Blöcken für 15 Euro bis hin zu monumentalen Bausteinen für über 4.000 Euro.

Ein Projekt mit Symbolkraft

Für viele ist der Wiederaufbau der Flèche von Saint-Denis mehr als nur ein architektonisches Vorhaben – es ist ein Zeichen der Wiederbelebung französischer Geschichte und Handwerkskunst.

Und während sich die ersten Steine bereits ihren Platz in der neuen Turmspitze sichern, wächst mit ihnen die Begeisterung für eines der beeindruckendsten Restaurierungsprojekte Frankreichs.

Von C. Hatty

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