Aktuell · 11.07.2026 07:48
Berichte aus Israel: Iran soll nach Khamenei-Beisetzung Anschlagspläne gegen Donald Trump prüfen
Nach den Trauerfeiern für Ali Khamenei warnen israelische Stellen vor möglichen iranischen Plänen gegen US-Präsident Donald Trump. Aufmärsche mit Gewaltparolen in Teheran nähren die Sorge, offizielle Bestätigungen fehlen jedoch.
Teheran – 11.07.2026: Nach den mehrtägigen Trauerfeiern für den verstorbenen iranischen Obersten Führer Ali Khamenei haben israelische Stellen vor möglichen Planungen Teherans für einen Anschlag auf US-Präsident Donald Trump gewarnt. Die Hinweise speisen sich aus nachrichtendienstlichen Einschätzungen und ausgewerteten öffentlichen Bekundungen in Iran. Eine unabhängige Bestätigung für einen konkreten Operationsbefehl liegt bislang nicht vor, dennoch erhöht die Kombination aus Rhetorik, Symbolik und der regional angespannten Sicherheitslage die Aufmerksamkeit westlicher Dienste.
Bei Massenkundgebungen im Umfeld der Beisetzungen in Teheran waren Plakate und Sprechchöre zu sehen, die Gewalt gegen Trump befürworteten. Internationale Medien verbreiteten Videoaufnahmen, in denen ein Redner zu Vergeltung gegen den US-Präsidenten aufruft. In Israel werden derartige Signale als Teil eines möglichen Abschreckungs- und Druckaufbaus Teherans interpretiert. Beobachter verweisen darauf, dass der Iran seit Jahren Drohungen gegen frühere und amtierende US-Verantwortliche äußert, die in Teheran für die Tötung von General Qassem Soleimani im Jahr 2020 verantwortlich gemacht werden.
Nach Angaben aus israelischen Sicherheitskreisen wird geprüft, ob verbale Drohungen in operationelle Planung überführt werden. Dabei gälte besondere Aufmerksamkeit möglichen Stellvertreterstrukturen, Cyberangriffen sowie asymmetrischen Szenarien außerhalb der USA. Offiziell äußerten sich die Regierungen in Jerusalem und Washington zunächst nur zurückhaltend; beide Seiten betonten zuletzt wiederholt, man nehme Drohungen gegen Spitzenvertreter ernst und passe Schutzkonzepte laufend an.
Die Lage verschärft sich vor dem Hintergrund wiederholter Zwischenfälle im Nahen und Mittleren Osten. In den vergangenen Monaten hatten Iran und mit ihm verbündete Gruppen mehrfach Raketen- und Drohnenangriffe in der Region verantwortet oder unterstützt, während Israel nach eigenen Angaben weiterhin militärische Ziele iranischer und proiranischer Kräfte angreift. Solche Eskalationszyklen erhöhen nach Einschätzung von Sicherheitsexperten das Risiko, dass verbale Ankündigungen in den sozialen Medien oder auf öffentlichen Bühnen als Vorbereitungshandlungen gedeutet werden.
US-Dienste kommentierten die Berichte nicht im Detail, verwiesen jedoch grundsätzlich auf die langjährige Praxis, Gefährdungslagen für den Präsidenten und dessen Umfeld fortlaufend zu bewerten. Auch europäische Hauptstädte beobachten die Entwicklung aufmerksam, da eine weitere Entgleisung unmittelbare Folgen für Handel, Schifffahrtsrouten und die Energiemärkte haben könnte. Konkrete Reise- oder Sicherheitshinweise wurden bis Redaktionsschluss nicht ausgeweitet. Ob aus den Drohungen tatsächlich eine operative Aktion erwächst, bleibt unklar; verifizierte Belege über unmittelbar bevorstehende Schritte liegen derzeit nicht vor.
Quellen
- Franceinfo (RSS)
- Euronews
- TF1 Info