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Aktuell · 04.07.2026 18:06

Bertrand Grébaut mit 44 Jahren gestorben – Wegbereiter einer entspannten Pariser Küche

Der Septime-Gründer prägte die Bistronomie in Paris mit klaren Aromen, Saisonalität und lässiger Präzision. Kolleginnen und Kollegen würdigen ihn als Mentor und stillen Erneuerer.

Paris – 04.07.2026: Bertrand Grébaut, Mitbegründer und lange sichtbares Gesicht des Pariser Restaurants Septime, ist im Alter von 44 Jahren gestorben. Die Nachricht machte am Samstag in der Gastronomie die Runde, bestätigt durch Mitteilungen des Hauses und übereinstimmende Berichte französischer Medien. Aus der Branche kamen rasch zahlreiche Reaktionen, die den Verlust als schmerzhaft und überraschend beschrieben. Grébaut hinterlässt Partner, Weggefährten und zahlreiche Mitarbeitende, die seine Arbeit als wegweisend erlebten.

Grébaut gehörte zu jener Generation, die die französische Hochküche mit einer zugänglicheren Handschrift erneuerte. In den 2010er-Jahren wurde Septime in Paris zum Fixpunkt einer Bewegung, die hochwertige Produkte, Saisonalität und eine unprätentiöse Präsentation zusammenführte. Anstelle formaler Strenge trat lässige Präzision: wenige Komponenten auf dem Teller, klare Aromen, Gemüse und Meeresprodukte im Vordergrund, sorgfältig ausgewählte Lieferanten. Dieser Ansatz prägte Restaurants, Weinbars und Produzentenbeziehungen gleichermaßen und veränderte die Erwartung vieler Gäste an einen Abend im Restaurant.

Septime erhielt früh wiederkehrende Anerkennung in einschlägigen Führern, und das Haus wurde über Frankreich hinaus zum Bezugspunkt für die sogenannte Bistronomie. Parallel entstanden Ableger und Schwesteradressen, die den Geist der Küche in andere Formate übertrugen – von der puristischen Weinbar bis zur noch zwangloseren Tagesgastronomie. Für junge Köchinnen und Köche galt Grébaut als Mentor, der Talente förderte, Verantwortung übertrug und Teamarbeit konsequent vor Eitelkeit stellte.

Weggefährten betonen neben der fachlichen Leistung vor allem den Ton, den er in Küchen setzte: respektvoll, geplant, zugleich offen für Intuition. Menüfolgen wurden oft um das beste Produkt des Tages gebaut; Herkunft und Reifegrad bestimmten den Takt. Das prägte nicht nur den Stil auf dem Teller, sondern auch Abläufe zwischen Service, Küche und Produzenten. Viele sehen darin ein Modell, das ökonomische Zwänge, Arbeitszeiten und Gästekomfort neu austarierte – ohne den Anspruch an Qualität aufzugeben.

In Paris und darüber hinaus wird nun an Abende erinnert, die Gerichte, Gespräch und Gemeinschaft zusammenführten. Septime war dabei nicht nur ein begehrter Tisch, sondern auch ein Treffpunkt für eine Szene, die Naturweine, kurze Lieferketten und ein entspanntes Verständnis von Fine Dining verband. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen würdigten Grébauts Einfluss auf diese Entwicklung und stellten zugleich die Kontinuität des Hauses in Aussicht. Offizielle Angaben zu den Umständen des Todes lagen am Samstagabend nicht umfassend vor. Die Trauer um Grébaut ist spürbar – sein kulinarisches Erbe prägt bereits jetzt die Arbeit vieler Teams, die seine Ideen weitertragen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Parisien
  • Le Point

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