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Aktuell · 03.07.2026 13:04

Bestattungsbranche drängt nach Hitzewelle auf längere Öffnungszeiten von Krematorien und Friedhöfen

Nach der extremen Hitzewelle Ende Juni verzeichnet die Bestattungsbranche eine Überlastung und fordert erweiterte Öffnungszeiten bei Krematorien und kommunalen Friedhöfen. Das Innen- und Gesundheitsressort prüfen die Lage, Kommunen müssten kurzfristig organisatorisch reagieren.

Paris – 03.07.2026: Nach der historischen Hitzewelle Ende Juni melden Bestattungsunternehmen in Frankreich deutliche Engpässe und drängen auf rasche organisatorische Entlastung. Pascal Caton, Präsident der Fédération nationale du funéraire (FNF), fordert, Friedhöfe bereits ab 7 Uhr und bis 20 Uhr zu öffnen und Krematorien zusätzliche Schichten fahren zu lassen. Ziel sei es, Abholungen, Aufbahrungen und Überführungen besser zu takten und Wartezeiten für Angehörige zu verkürzen.

Mehrere regionale und nationale Medien berichten von stark ausgelasteten Aufbahrungsräumen, besonders in der Île-de-France. In Pariser Einrichtungen wie Batignolles und Ménilmontant seien die Kapazitäten nach Verbandsangaben zeitweise ausgereizt. Die FNF sieht die erweiterten Zeitfenster als kurzfristig umsetzbare Maßnahme, um Staus bei Übergaben, Terminvergaben und Kremationstakten zu vermeiden.

Hintergrund der Forderungen sind vorläufige Hinweise auf Übersterblichkeit während der Hitzeperiode. Gesundheitsministerin Stéphanie Rist sprach von mehreren tausend zusätzlichen Todesfällen in der betroffenen Woche und kündigte eine fortlaufende Auswertung an. Santé publique France bereitet nach Medienangaben detailliertere Analysen vor, auf deren Basis Kommunen und Betreiber ihre Kapazitätsplanung anpassen können. Offizielle Endzahlen liegen noch nicht vor, weshalb die Branche auf Vorsorge und flexible Abläufe drängt.

Rechtlich regeln die Gemeinden die Friedhofsordnung, während Betrieb und Taktung der Krematorien häufig in Konzessionen oder kommunalen Regiebetrieben organisiert sind. Kurzfristige Ausweitungen benötigen Personal, Abstimmungen mit Präfekturen und gegebenenfalls befristete Ausnahmeregeln für Arbeitszeiten und Lärmschutz. Juristen verweisen darauf, dass Notlagen Sonderlösungen ermöglichen, diese aber sauber begründet und befristet werden müssen, um Rechtssicherheit zu wahren.

Nach Branchendarstellungen wurde in den vergangenen Jahren in Kühl- und Aufbahrungskapazitäten investiert. Extreme Wetterereignisse können solche Reserven jedoch rasch binden. Praktisch geht es nun um klare Prioritäten bei Terminvergabe, zusätzliche Frühschichten, verlängerte Annahmezeiten für Formalitäten und eine engere Koordination zwischen Kommunen, Betreibern und Rettungsdiensten. Gleichzeitig stehen Pietät, Arbeitsschutz und die Qualität der Abschiede im Vordergrund; Verbände warnen vor einem reinen „Durchschleusen“.

Mittelfristig rückt die Anpassung öffentlicher Dienste an Klimarisiken in den Fokus. Diskutiert werden standardisierte Hitzeprotokolle, Vorsorgepläne auf Präfektur- und Gemeindeebene und verbindliche Mindestkapazitäten für Spitzenlagen. Die FNF plädiert für feste Koordinationsrunden in Hitzewochen und prüfbare Kriterien, ab wann Sonderzeiten automatisch gelten. Ob und in welchem Umfang Kommunen die Öffnungszeiten rasch anpassen, dürfte sich in den nächsten Tagen zeigen, sobald erste konsolidierte Gesundheitsdaten vorliegen.

Quellen

  • franceinfo
  • Le Dauphiné
  • Le Parisien
  • TF1/LCI
  • Europe 1

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