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Aktuell · 03.07.2026 11:07

Bordeaux: Sieben Anzeigen wegen mutmaßlicher Sexualdelikte in Vorschule – Stadt kündigt Kinderschutzplan an

In der Vorschule Frida Kahlo in Bordeaux prüfen Polizei und Justiz sieben Elternanzeigen wegen möglicher Vergewaltigungen und sexueller Übergriffe. Zwei Beschäftigte sind suspendiert; die Stadt bereitet ein Schutzpaket für Kinder vor.

Bordeaux – 03.07.2026: In Bordeaux laufen Ermittlungen wegen des Verdachts auf Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe an der Vorschule Frida Kahlo. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sind bislang sieben Strafanzeigen von Eltern eingegangen. Das Parquet de Bordeaux hat ein Vorverfahren eröffnet; Details zu Zeitpunkt, Häufigkeit und möglicher Tatörtlichkeit werden aus ermittlungstaktischen Gründen zurückgehalten.

Die Stadtverwaltung bestätigte, dass zwei männliche Beschäftigte vorläufig vom Dienst entbunden wurden: ein Atsem (Agent territorial spécialisé des écoles maternelles) der Schule sowie ein externer Animateur aus dem außerschulischen Bereich. Für einen der beiden habe es bereits zuvor eine Meldung an die Justiz gegeben, teilte das Rathaus mit. Die Suspendierungen seien eine Vorsichtsmaßnahme und bedeuteten keine Vorverurteilung.

Die betroffene Einrichtung gehört zum Groupe scolaire Frida Kahlo. Seit Bekanntwerden der Anzeigen haben Schulaufsicht und Rathaus Gespräche mit Elternvertreterinnen und -vertretern aufgenommen. Dem Vernehmen nach wurden psychosoziale Anlaufstellen benannt, und es gibt Hinweise zur vertraulichen Anzeigeerstattung sowie zu medizinischer und psychologischer Unterstützung für Kinder und Familien. Die Schulleitung organisiert zusätzliche Ansprechpartner während der Bring- und Abholzeiten, um Rückfragen zeitnah zu klären.

Die Ermittlerinnen und Ermittler prüfen Anzeigen, Aussagen und etwaige digitale oder medizinische Belege. Bislang wurde niemand einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft betont, es gelte, die Integrität der Verfahren und den Schutz der Minderjährigen zu sichern und zugleich die Unschuldsvermutung zu wahren. Polizei und Justiz rufen dazu auf, Spekulationen und die Identifizierung mutmaßlich Betroffener in sozialen Netzwerken zu unterlassen.

Der Bürgermeister von Bordeaux will in der kommenden Woche ein Maßnahmenpaket zur Stärkung des Kinderschutzes vorstellen. Nach ersten Eckpunkten soll es um präzisere Kontrollmechanismen bei der Einstellung von Personal, fortlaufende Schulungen für Mitarbeitende in Schulen und Freizeitangeboten sowie um standardisierte Meldeketten im Verdachtsfall gehen. Ergänzt werden könnte das Paket durch zusätzliche Ressourcen für Prävention und Beratung.

Der Fall reiht sich in eine landesweit intensivierte Aufmerksamkeit für sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige ein. Auf nationaler Ebene arbeiten die zuständigen Ministerien und Fachstellen an schnelleren Meldewegen, einer besseren Verzahnung zwischen Schulen, Jugendhilfe und Justiz sowie an Leitlinien zur kindgerechten Anhörung. In Bordeaux steht nun die sorgfältige Aufklärung der Vorwürfe im Vordergrund; die Schulbehörde will Eltern regelmäßig über verfahrensunabhängige Schutzmaßnahmen informieren, damit der Unterrichtsbetrieb unter gesicherten Rahmenbedingungen weiterlaufen kann.

Quellen

  • franceinfo
  • Le Parisien
  • TF1 Info
  • Parquet de Bordeaux / Stadt Bordeaux

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