Aktuell · 22.07.2026 00:00
Bürgermeister von Alès nach Drohungen vom RAID in Sicherheit gebracht
Der Bürgermeister von Alès, Christophe Rivenq, ist in der Nacht zum 21. Juli nach einer neuen Bedrohungslage von Spezialkräften aus seinem Wohnhaus gebracht worden. Zuvor waren bereits Drohungen und Munition an seinem Haus entdeckt…
Alès – 21.07.2026: Der Bürgermeister von Alès, Christophe Rivenq, ist in der Nacht zum Dienstag von Einsatzkräften des RAID aus seinem Wohnhaus in Sicherheit gebracht worden. Auslöser war eine neue Bedrohungslage in der Nähe seines Hauses. Medien berichteten von einem Hinweis auf ein mögliches mit Sprengstoff präpariertes Fahrzeug. Eine offizielle Bestätigung dieses konkreten Verdachts lag zunächst nicht vor.
Der konservative Kommunalpolitiker teilte am Dienstag mit, es gehe ihm gut. Die Sicherheitsmaßnahmen folgten auf mehrere gegen ihn und sein Umfeld gerichtete Einschüchterungen der vergangenen Tage. Rivenq steht seit dem 17. Juli unter polizeilichem Schutz. Nach Angaben aus dem Umfeld des Innenministeriums wurden die Schutzvorkehrungen am Montagabend wegen wiederholter Drohungen verstärkt.
Bereits am 16. Juli hatten Angehörige des Bürgermeisters bedrohliche Schmierereien an der Grundstücksmauer entdeckt. In einem Briefkasten lag zudem ein Umschlag mit zwei Patronen des Kalibers neun Millimeter sowie einem Schreiben mit Todesdrohungen. Die Urheberschaft wurde dabei einer Gruppierung zugeschrieben, die sich als neue Generation der kriminellen Organisation DZ Mafia bezeichnet.
Die Ermittlungen betreffen mutmaßliche Drohungen, Gewalt oder Einschüchterung gegen einen Mandatsträger im Zusammenhang mit dessen Amt sowie mögliche Beleidigungen. Zunächst befasste sich die auf organisierte Kriminalität spezialisierte Einheit im Département Gard mit dem Fall. Inzwischen wird das Verfahren nach Medienangaben von der regionalen spezialisierten Gerichtsbarkeit in Marseille geführt.
Der RAID ist eine nationale Spezialeinheit der französischen Polizei, die unter anderem bei akuten Bedrohungen, schweren Gewaltverbrechen und Terrorlagen eingesetzt wird. Die Maßnahme in Alès bedeutete nach bisheriger Informationslage nicht, dass ein Sprengsatz gefunden oder entschärft wurde. Behörden haben öffentlich keine Details zur konkreten Gefahrenbewertung, zum überprüften Fahrzeug oder zu möglichen Verdächtigen genannt.
Rivenq war bei der Kommunalwahl am 22. März 2026 als Bürgermeister von Alès bestätigt worden. Die Stadt im Département Gard reagiert nun auf eine außergewöhnliche Serie von Drohungen gegen ihren Stadtchef. Für die Ermittler steht im Vordergrund, Herkunft und Glaubwürdigkeit der Drohschreiben, die Hintergründe der Schmierereien sowie den Anlass für den nächtlichen Polizeieinsatz zu klären.
Der Fall lenkt erneut den Blick auf die Gefährdung von Kommunalpolitikern durch organisierte Kriminalität und gezielte Einschüchterung. Für Rivenq und die Stadtverwaltung bleibt die Sicherheitslage angespannt. Die Behörden haben bislang keine Festnahme bekannt gegeben und auch keinen Zusammenhang zwischen den früheren Drohungen und dem in der Nacht gemeldeten Sicherheitsvorfall abschließend bestätigt.
Quellen
- Franceinfo
- Centre Presse Aveyron mit AFP
- Objectif Gard
- Stadt Alès