Aktuell · 21.07.2026 13:01
Bürgermeister von Alès nach Sprengsatzverdacht vom RAID in Sicherheit gebracht
Der Bürgermeister von Alès, Christophe Rivenq, ist in der Nacht zum 21. Juli nach einem Hinweis auf ein möglicherweise präpariertes Fahrzeug an seinem Wohnhaus vom RAID in Sicherheit gebracht worden. Zuvor hatte er Drohungen…
Alès – 21.07.2026: Der Bürgermeister von Alès, Christophe Rivenq, ist in der Nacht zum Dienstag von Einsatzkräften des RAID aus seinem Wohnhaus gebracht worden. Anlass war der Verdacht, dass sich in der Nähe seines Hauses ein möglicherweise mit einem Sprengsatz präpariertes Fahrzeug befinden könnte. Die Behörden brachten den Kommunalpolitiker vorsorglich in Sicherheit.
Die Evakuierung erfolgte in einer angespannten Lage, nachdem Rivenq in den vergangenen Tagen bereits Ziel schwerer Einschüchterungen geworden war. Der von der konservativen Partei Les Républicains gewählte Bürgermeister steht wegen seines Engagements gegen den Drogenhandel unter verstärktem Schutz. Zu einem tatsächlichen Sprengsatz oder möglichen Schäden lagen am Dienstagvormittag keine bestätigten Angaben vor.
Am Donnerstag, dem 16. Juli, hatte die Ehefrau des Bürgermeisters nach ihrer Rückkehr zum Wohnhaus bedrohliche Schmierereien an der Grundstücksmauer entdeckt. Im Briefkasten befand sich außerdem ein Umschlag mit zwei Patronen des Kalibers neun Millimeter und einem Drohschreiben. Auf den Hinterlassenschaften wurde auf die kriminelle Gruppierung DZ Mafia Bezug genommen.
Die Staatsanwaltschaft von Alès leitete daraufhin Ermittlungen wegen Todesdrohungen und Einschüchterung ein. Nach Angaben regionaler Medien wurde das Verfahren an die spezialisierte interregionale Gerichtsbarkeit in Marseille übergeben. Diese befasst sich mit schweren Fällen organisierter Kriminalität. Die Signatur auf dem Schreiben und den Schmierereien ist jedoch kein abschließender Beweis für die tatsächliche Urheberschaft.
Der Staatsanwalt von Alès, Abdelkrim Grini, hatte die früheren Drohungen als ernst und besorgniserregend bewertet. Die Polizei verstärkte bereits in den vergangenen Tagen ihre Präsenz in der Stadt im Département Gard. Berichten zufolge wurden dafür auch zusätzliche CRS-Kräfte eingesetzt. Die Maßnahmen richten sich sowohl auf den Schutz des Bürgermeisters als auch auf die allgemeine Sicherheitslage.
Alès zählt rund 46.000 Einwohner und war zuletzt mehrfach mit Gewalt im Umfeld des Drogenhandels konfrontiert. Der Präfekt des Gard hatte im Juni erklärt, dass sich der Handel mit Betäubungsmitteln längst über große Städte hinaus in kleinere Kommunen und ländliche Räume ausbreite. Lokale Behörden setzen dabei auf ein Zusammenwirken von Polizei, Justiz und Präfektur.
Für Christophe Rivenq steht nach der nächtlichen Intervention weiterhin ein erhöhter Personenschutz im Mittelpunkt. Die Ermittler müssen nun klären, von wem der Hinweis auf das verdächtige Fahrzeug stammte, ob eine konkrete Gefährdung bestand und ob ein Zusammenhang mit den zuvor entdeckten Drohungen besteht. Offizielle Einzelheiten zu diesen Fragen wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Quellen
- Franceinfo
- Europe 1 mit AFP
- Le Dauphiné Libéré
- Regierung Frankreichs