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Frankreich · 07.05.2026 08:06

Bygmalion-Affäre: Nicolas Sarkozy entgeht der elektronischen Fußfessel

Der frühere französische Präsident Nicolas Sarkozy wird im Zusammenhang mit der sogenannten Bygmalion-Affäre vorzeitig bedingt entlassen und muss keine elektronische Fußfessel tragen. Das berichteten unter anderem die Sender RTL sowie die Zeitung Le Monde....

Der frühere französische Präsident Nicolas Sarkozy wird im Zusammenhang mit der sogenannten Bygmalion-Affäre vorzeitig bedingt entlassen und muss keine elektronische Fußfessel tragen. Das berichteten unter anderem die Sender RTL sowie die Zeitung Le Monde. Die Entscheidung des Pariser Strafvollstreckungsrichters tritt am 7. Mai 2026 in Kraft.

Sarkozy war in dem Verfahren wegen illegaler Finanzierung seines Präsidentschaftswahlkampfs von 2012 rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt worden, davon sechs Monate ohne Bewährung. Die Affäre zählt zu den bedeutendsten Parteispenden- und Finanzierungsskandalen der Fünften Republik und beschäftigt die französische Justiz seit mehr als einem Jahrzehnt.

Im Kern ging es um den Vorwurf, dass die Kosten für Sarkozys Wahlkampagne systematisch verschleiert wurden. Über die Kommunikationsagentur Bygmalion sollen zahlreiche Wahlkampfveranstaltungen unrechtmässig als Parteiveranstaltungen der konservativen UMP deklariert worden sein, um die gesetzlich festgelegte Obergrenze für Wahlkampfausgaben zu umgehen. Die Ermittler kamen zu dem Schluss, dass die tatsächlichen Ausgaben deutlich höher lagen als offiziell angegeben.

Die nun gewährte bedingte Entlassung hängt insbesondere mit Sarkozys Alter zusammen. Nach französischem Recht können Verurteilte ab einem bestimmten Alter unter erleichterten Bedingungen von Strafvollstreckungsmaßnahmen befreit werden. Sarkozy ist inzwischen 71 Jahre alt. Damit entfällt auch die ursprünglich erwartete elektronische Überwachung durch eine Fußfessel.

Politisch markiert die Entscheidung einen weiteren Schritt in der langen juristischen Aufarbeitung der Sarkozy-Jahre. Der konservative Politiker war bereits in mehreren Verfahren mit der französischen Justiz konfrontiert. Während seine Unterstützer von einer übermäßigen Politisierung der Verfahren sprechen, sehen Kritiker in den Urteilen einen Beleg für die zunehmende Unabhängigkeit der französischen Justiz gegenüber ehemaligen Spitzenpolitikern.

Die Bygmalion-Affäre bleibt zugleich ein Symbol für die strukturellen Probleme der Parteienfinanzierung in Frankreich. Seit den 1990er Jahren wurden die Regeln zwar deutlich verschärft, doch immer wieder erschüttern Finanzierungsaffären das Vertrauen in die politische Elite des Landes.

Autor: P. Tiko

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