Aktuell · 24.06.2026 19:49
CAS stärkt Mutterschutz im Profifußball: Lazio muss Maja Göthberg entschädigen
Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat entschieden, dass der italienische Fußballverein Lazio seine ehemalige Spielerin Maja Göthberg wegen ihrer Schwangerschaft unrechtmäßig entlassen hat und eine Entschädigung zahlen muss.
Lausanne – 24.06.2026: Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat in einem wegweisenden Urteil den italienischen Fußballverein Lazio Women verpflichtet, der schwedischen Profifußballerin Maja Göthberg eine Entschädigung von über 70.000 Euro zu zahlen. Der Verein hatte den Vertrag mit Göthberg gekündigt, nachdem sie ihre Schwangerschaft bekanntgegeben hatte. Das Gericht stellte fest, dass die Kündigung aufgrund der Schwangerschaft unrechtmäßig war und gegen die Persönlichkeitsrechte der Spielerin verstieß.
Maja Göthberg, 28 Jahre alt, spielte in der Saison 2023/24 eine zentrale Rolle beim Aufstieg von Lazio Women in die Serie A, die höchste Spielklasse im italienischen Frauenfußball. Zur Zeit der Schwangerschaft befand sie sich in Vertragsverhandlungen mit dem Club. Nach Bekanntwerden der Schwangerschaft kam es zum Bruch der Beziehung: Lazio behauptete später, es bestünde keine gültige Vereinbarung, und wies die Mitwirkungsbereitschaft der Spielerin zurück.
Der CAS wies diese Argumentation zurück und betonte, dass die Parteien vor der Schwangerschaft eine bindende Absprache getroffen hatten. Die Kündigung durch Lazio sei demnach als diskriminierend und unzulässig zu werten. Diese Entscheidung basiert auf dem Schutz von Arbeitnehmerrechten im Sport, insbesondere im Hinblick auf Schwangerschaft und Mutterschutz.
Die internationale Fußballspielergewerkschaft FIFPRO begrüßte das Urteil als bedeutenden Fortschritt im Schutz von Spielerinnenrechten. Die juristische Direktorin von FIFPRO, Alexandra Gomez Bruinewoud, erklärte, dass dieses Urteil klar mache, dass ein Schwangerschaftsstatus nicht als Kündigungsgrund genutzt werden dürfe, auch wenn vertragliche Vereinbarungen formal noch nicht vollständig abgeschlossen sind.
Maja Göthberg äußerte sich zufrieden mit dem Urteil und hob hervor, dass es ihr nicht nur um ihren eigenen Fall gehe, sondern um eine grundsätzliche faire und respektvolle Behandlung von Spielerinnen. Sie hoffe, dass dieses Urteil auch in anderen Fällen signalisiere, dass Schwangerschaft nicht zu Nachteilen im Berufsleben führen darf.
Das Urteil des CAS setzt einen wichtigen Präzedenzfall im Profifußball und signalisiert eindeutig, dass Diskriminierung aufgrund von Schwangerschaften nicht hinnehmbar ist. Für den Frauenfußball könnte dies weitreichende Konsequenzen haben und den Schutz von Spielerinnen während der Schwangerschaft verbessern. Zudem stärkt das Urteil die Position von Spielerinnen gegenüber Clubs und fördert die Gleichstellung im Sport.
Insgesamt verdeutlicht die Entscheidung des CAS die Verpflichtung der Vereine, die Rechte von Spielerinnen zu respektieren und die Vereinbarungen im Sinne von Fairness und Gesetzestreue einzuhalten. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Gleichbehandlung und kann als Signal für andere Sportarten und Ligen dienen.
Quellen
- AP News
- France Info
- FIFPRO